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Jurrell Casey ignoriert Protest-Verbot

Der Aufschrei der Medien und der sozialen Netzwerke wegen der neuen Vorschrift der NFL, die Protesthandlungen während des Abspielens der Nationalhymne zukünftig unter Strafe zu stellen, war deutlich zu vernehmen. Der Defense End Jurrell Casey (28) von den Tennessee Titans äußerte auf CNN nun seine Ansichten zur Richtlinie.

Jurrell Casey: “Dann zahle ich halt Geldstrafen”

Die Liga hatte die Vorschriften vor dem Hintergrund verschärft, dass die USA eine sehr stolze Nation sind und der Nationalhymne beinahe religiöser Charakter innewohnt. Casey hingegen, sieht durch das Verbot eines der höchsten Güter der amerikanischen Bevölkerung in Gefahr: Das Recht auf freie Meinungsäußerung. “Es geht mir nicht um die Nationalhymne. Es geht darum, wie Minderheiten von unserem Justizsystem behandelt werden.”, sagte er auf CNN und fügte hinzu: “Die neue Regel wird mich nicht davon abhalten, zu protestieren. Wenn die Liga Schwierigkeiten mit der Spielergewerkschaft provozieren möchte, werden sie sie auch bekommen.”

Foto: Imago/Icon SMI

Ein folgenreicher Kniefall und der wütende Mann im Oval Office

Weil die Diskussionen um die Proteste mittlerweile nationale Ausmaße erreicht haben, ist es erstaunlich, wie unbedeutend der Auslöser war. Der Quarterback Colin Kaepernick verspürte 2016 vor einem Testspiel der San Fransisco 49ers das Bedürfnis, während des Abspielens der Nationalhymne niederzuknien, um gegen soziale Ungerechtigkeit zu demonstrieren. Kaepernick sagte, er habe diese Aktion spontan ausgeführt und keineswegs geplant. Ebenso wenig sei ihm daran gelegen, den Nationalstolz der Amerikaner zu verachten. Was als singuläres Ereignis begann, nahm schon bald flächendeckende Ausmaße an, da Kaepernicks Protesthandlung zahlreiche Nachahmer fand. Die Verantwortlichen der NFL versuchten das Phänomen zunächst totzuschweigen und hofften, dass es sich irgendwann von selbst erledigen würde.

Doch da hatten sie die Rechnung ohne den Spitzenkandidaten der republikanischen Partei gemacht. In der heißen Phase des Wahlkampfes empfahl Donald Trump den Teambesitzern, jeden Spieler fristlos zu feuern, der es wage, die Nationalhymne zu missachten. So weit ging die NFL zwar nicht, allerdings gelangten die Verantwortlichen, nach der Wahl Trumps, wohl zu der Einsicht, dass es geschickter sei, die Vorschriften etwas zu verschärfen. Die Frage, ob die neuen Richtlinien tatsächlich umgesetzt oder sich als leere Drohung erweisen werden, wird in Kürze beantwortet werden. Die Saison startet am 7. September.

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