Kovac raus?

Die Liste an sehr schlechten Spielen des FC Bayern München ist um ein weiteres Spiel gewachsen. Die Mannschaft spielt eigentlich die gesamte Saison über einen grausamen Fußball. Ja, es gab ein 7:2 Sieg bei Tottenham. Wer jedoch dieses Spiel geschaut hat, wird zustimmen müssen, dass Tottenham eine desolate Leistung zeigte und wohl auch gegen jedes andere Team in der Champions League auf die Ohren bekommen hätte. Kein Wunder also, dass Trainer Niko Kovac erneut in der Kritik steht. Doch wäre ein Trainerwechsel wirklich die Lösung aller Probleme? Vermutlich wären nicht alle Probleme gelöst, aber doch, zumindest die von Kovac selbst verursachten.

Niko Kovac
Niko Kovac
Bild: imago images / Laci Perenyi

Festhalten an Spielern die seit Monaten keine Leistung bringen

Wenn man die Leistungen mancher Stammspieler anschaut, allen voran die Leistungen von Thiago muss man sich schon fragen, was Kovac sich bei seinen Aufstellungen denkt. Thiago liefert schon seit Monaten eine Leistung ab, die unterirdisch ist, die einzigen Konstanten in Thiagos Spiel sind Fehlpässe und Überheblichkeit. In jeder anderen Spitzenmannschaft würde Thiago mit diesen Leistungen einen Stammplatz auf der Tribüne haben. Das Schlimmste an der Sache ist, dass Thiago auf einer Position spielt, welche immens wichtig für das Spiel ist. Daher ist es eigentlich kaum zu erklären, wieso Thiago nahezu jedes Spiel macht, zumal es genügend alternativen auf dieser Position gibt die niemals schlechter sein Können, als es Thiago seit Monaten ist.

Kein Spielsystem erkennbar

Kovac redet sehr häufig darüber, dass den Trainern heutzutage zu wenig Zeit gegeben wird. Nun ist Kovac aber bereits in seiner zweiten Saison bei den Bayern und ein System ist nicht zu erkennen. Kovac hat weder ein Konzept für die extrem schwachen Defensivleistungen, noch hat er ein Konzept für das Offensivspiel. Die meisten Spiele der Bayern wurden durch Einzelleistungen entschieden und nicht durch eine durchdachte Taktik. Im zweiten Jahr sollte man schon die Handschrift eines Trainers erkennen, dies aber fehlt bei Kovac komplett. Jeder Gegner kann sich mit einfachen Mitteln auf das Spiel der Bayern einstellen, da eine wirkliche Taktik nicht vorhanden ist. Wenn es eine gibt, dann hat Sie die Mannschaft wohl auch nach 1.5 Jahren nicht verstanden. Nun könnte man sagen, aber Kovac hat zwei Titel geholt. Ja, dies hat er aber nur, weil andere Teams noch schlechter waren. Dies trifft auch auf die aktuelle Saison zu, man ist zwar zweiter, jedoch nur weil auch andere Teams nichts auf die Reihe bekommen.

nicht durchdachte Aussagen und keinerlei Selbstkritik

Jeder wird sich noch an den Notnagel Spruch von Kovac über Thomas Müller erinnern. Zuletzt auf die Frage warum er nicht ein Pressing wie Liverpool spielen lassen würde sagte er: „Man kann nicht versuchen, 200 km/h auf der Autobahn zu fahren, wenn man nur 100 schafft. Man muss das anpassen, was man hat. Wir haben andere Spielertypen. Wir müssen einen guten Mix finden.“ Nach dem Spiel gegen Bochum meinte Kovac „Man muss sauber Fußball spielen, das hat nichts mit Taktik zu tun. Dies hat mit der Einstellung zu tun. Es waren zu viele Spieler, die Fehlpässe gespielt haben.“

Nun hat sich Niko Kovac heute in der Pressekonferenz erneut einen massiven Patzer geleistet. Er bezeichnet als Trainer von Bayern München die Frankfurter Fans als die besten in Deutschland. Dies darf er sicherlich denken, aber niemals aussprechen, gerade weil es eben jene Bayern Fans waren, die sich im vergangenen Jahr für Kovac stark gemacht haben.

Fehler schiebt Kovac immer direkt der Mannschaft zu wie auch gestern wieder nach dem Spiel in Bochum. All dies sind Dinge, die niemals dazu führen werden, dass sich eine Mannschaft hinter ihren Trainer stellt und diesem bedingungslos folgt. Die Fans dürfte er mit seiner Aussage heute ebenfalls in großen Teilen verloren haben.

Ist Kovac nun der richtige Trainer für Bayern München?

Nein! Er ist es nicht und er war es auch nie. Der FC Bayern München ist eine Nummer zu groß für Niko Kovac. Diese mit Stars gespickte Mannschaft braucht einen Trainer mit einem klaren System und einer klaren Philosophie, beides hat Kovac nicht. Für beide Seiten wäre eine Trennung sicher der beste Weg.

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