Trump: Steuererleichterungen für die NFL infrage gestellt

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hat schon öfter seinen Unmut über die Spielerproteste während der Hymne bei Spielen der NFL kundgetan. Jetzt will er sogar die Steuererleichterungen für die Liga einstellen. NFL-Boss Roger Goodell reagierte prompt und rief die Klubbesitzer in einem Brief dazu auf, den Spielern das Stehen bei der Nationalhymne nahezulegen. „Wir leben in einem Land, das sich als sehr geteilt fühlen kann. Der Sport, speziell die NFL, bringt die Menschen zusammen und kann diese Teilung für wenige Stunde vergessen machen“, so der 58-jährige.

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Goodells Kehrtwende: Ist das Geld der Grund?

In der kommenden Woche in New York wollen sich die Klubchefs treffen. Zu diesem Anlass schrieb Goodell: „Wie viele unserer Fans glauben wir, dass jeder bei der Hymne stehen sollte. Das ist ein wichtiger Moment unseres Spiels.“ Zuvor galt Goodell als Kritiker von Trumps Äußerungen und er zeigte stets Verständnis für die Proteste der Spieler: „Menschen haben Rechte, und diese wollen wir respektieren“, hatte Goodell erklärt. Trump bezeichnete er bei gleicher Gelegenheit als „spalterisch“. Der plötzliche Sinneswandel des Ligachefs kommt etwas überraschend. Ob das mit den jüngsten Äußerungen von Trump zusammenhängt? Das ließ er offen. Trump erklärte über Twitter: „Warum bekommt die NFL massive Steuererleichterungen, während sie zur gleichen Zeit unsere Hymne, Flagge und unser Land missachtet? Steuergesetz ändern!“ Der Konflikt zwischen Trump und den Spielern spitzt sich seit Wochen immer mehr zu – Trump bezeichnete die Spieler der NFL, die während der Hymne knien, als „Hurensöhne“ und forderte deren Entlassung. Der erste Spieler, der mit dieser Aktion auf sich aufmerksam machte, ist der ehemalige 49ers Quarterback Colin Kaepernick, der seither viele Nachahmer fand. Kaepernick ist seit dieser Aktion arbeitslos und wird wohl auch in nächster Zeit keinen Klub finden, der ihn unter Vertrag nehmen wird.