Punkte im Football: Touchdown, Field Goal & Co.
Fünf Scoring-Methoden gibt es im Football: Touchdown (6 Punkte), Extra Point (1), Two-Point Conversion (2), Field Goal (3) und Safety (2 für die Defense). Nach jedem Touchdown entscheidet der Spielstand, ob der Kick für 1 Punkt oder der Spielzug für 2 Punkte sinnvoller ist.
Nach einem Touchdown ist der Drive noch nicht ganz vorbei. Die Offense wählt zwischen dem Extra Point per Kick und der Two-Point Conversion per Spielzug. Der Kick ist die sicherere Standardwahl. Der Spielzug von der 2-Yard-Linie wird interessant, wenn der Spielstand 2 Punkte wertvoller macht als den einzelnen Zusatzpunkt.
Insgesamt gibt es fünf Wege, Punkte zu erzielen. Touchdown, Extra Point, Two-Point Conversion und Field Goal gehören zur Offense. Das Safety ist die Ausnahme: Die Defense punktet und bekommt danach zusätzlich den Ball zurück.
| Scoring-Art | Punkte | Wie | Typische Einordnung |
|---|---|---|---|
| Touchdown | 6 | Ball in Endzone tragen oder fangen | Ziel jedes Drives |
| Extra Point (PAT) | 1 | Kick durch Goalposts von der 15-Yard-Linie | Standardwahl nach Touchdown |
| Two-Point Conversion | 2 | Spielzug von der 2-Yard-Linie | Spielstandsabhängige Risiko-Option |
| Field Goal | 3 | Kick durch Goalposts aus dem Spiel heraus | Klassische Wahl bei 4th Down in Kickdistanz |
| Safety | 2 (für Defense) | Offense in eigener Endzone gestoppt | Selten, aber mit anschließendem Ballbesitz |
Touchdown: das Ziel jedes Angriffs
Der Touchdown bringt 6 Punkte und ist das Ziel fast jedes Drives. Er zählt, wenn der Ball mit Kontrolle die gegnerische Goal Line erreicht oder in der Endzone gefangen wird.
Ein Touchdown zählt, sobald der Ball die Goal Line des Gegners überquert und der ballführende Spieler die Kontrolle hat. Drei Wege führen dorthin:
- Running Play: Ein Running Back oder ein anderer Ballträger läuft mit dem Ball in die Endzone. Sobald der Ball mit Kontrolle die Goal Line erreicht oder überquert, gilt der Touchdown.
- Pass-Touchdown: Ein Receiver fängt den Ball in der Endzone. In der NFL müssen beide Füße inbounds sein, und der Spieler muss die Kontrolle über den Ball behalten, auch beim Fallen zu Boden.
- Fumble Recovery oder Interception: Auch ein Defensive-Spieler kann einen Touchdown erzielen, wenn er einen Fumble aufnimmt oder eine Interception fängt und damit in die Endzone läuft.
Die Goal Line selbst gehört zur Endzone. Sobald der Ball sie mit Kontrolle berührt oder überschreitet, zählt der Touchdown. Der Körper des Spielers muss nicht vollständig in der Endzone sein.
Warum "two feet inbounds" im College anders ist
In der NFL muss ein Receiver beim Fangen eines Passes beide Füße inbounds haben. Im College Football reicht ein Fuß. Dadurch können Sideline-Catches im College zählen, die in der NFL incomplete wären. Wer zwischen den Ligen wechselt, sollte diese Regel zuerst prüfen.
Extra Point: der Kick nach dem Touchdown
Nach jedem Touchdown stellt sich dieselbe Frage: Kick oder Spielzug? Die Standardwahl ist der Extra Point, auch Point After Touchdown (PAT) genannt. Der Kicker versucht, den Ball durch die Goalposts zu treten. Bei Erfolg gibt es 1 Punkt.
Bis 2015 wurde der Extra Point von der 2-Yard-Linie gesnappt. Die NFL verlegte den Snap auf die 15-Yard-Linie, dadurch wurde aus der Formsache ein Kick mit echtem Fehlerrisiko. Der Ball wird für den Kick gehalten, der erfolgreiche Versuch zählt 1 Punkt.
In einer engen Partie kann ein verfehlter Extra Point den gesamten Spielstand verschieben. Deshalb rechnen Coaches nach Touchdowns nicht nur den nächsten Punkt, sondern auch mögliche Rückstände und Führungen nach dem folgenden Drive.
Was passiert bei einem geblockten Extra Point?
Wird der Extra-Point-Kick geblockt und die Defense trägt den Ball in die gegnerische Endzone, erzielt sie 2 Punkte. Dasselbe gilt bei einer abgefangenen Two-Point Conversion oder einem Fumble während der Try, wenn die Defense den Ball bis in die Endzone bringt.
Two-Point Conversion: ein Spielzug für 2 Punkte
Statt des Kicks kann die Offense nach einem Touchdown einen regulären Spielzug von der 2-Yard-Linie versuchen. Gelingt er, ob Lauf oder Pass, zählen 2 Punkte. Misslingt er, bleibt der Touchdown bei 6 Punkten.
Die Entscheidung hängt weniger an einer einzelnen Erfolgsquote als am Spielstand. Manchmal bringt 1 Punkt fast nichts, während 2 Punkte eine ganze Score-Differenz verändern. Dann wird die Conversion zur logischen Wahl.
Teams wählen die Two-Point Conversion vor allem in diesen Situationen:
- Rückstand von 2 Punkten: Ein Extra Point bringt nur 1 Punkt, das Team liegt weiter hinten. Zwei Punkte bedeuten Gleichstand.
- Rückstand von 5 Punkten: Nach einem Extra Point wären es noch 4 Punkte Rückstand. Ein Field Goal reicht nicht. Zwei Punkte drücken den Rückstand auf 3, und ein Field Goal genügt zum Ausgleich.
- Rückstand von 8 Punkten: Ein Extra Point lässt 7 Punkte Rückstand. Zwei Punkte bringen Gleichstand.
- Führung absichern: Wer im vierten Quarter führt und klug konvertiert, kann den Gegner in eine mathematisch ungünstige Lage bringen.
Für Fortgeschrittene: Two-Point Charts und Expected Win Probability
Viele Teams nutzen Two-Point Charts. Diese Tabellen ordnen Spielstand und Restzeit ein und zeigen, wann der Versuch für 2 Punkte sinnvoller ist als der Kick. Gute Charts ersetzen keine Spielsituation, sie verhindern aber, dass Coaches erst nach dem Touchdown hektisch rechnen müssen.
Field Goal: drei Punkte aus dem Spiel heraus
Manchmal reichen drei Punkte. Manchmal kommt die Offense nicht nah genug an die Endzone heran, um einen Touchdown realistisch auszuspielen. Dann kommt das Field Goal: ein Kick durch die Goalposts für 3 Punkte.
Ein Field Goal wird typischerweise am 4th Down versucht, wenn die Offense die First-Down-Marke nicht erreichen kann, aber nah genug am Goalpost steht. Der Ablauf dauert unter zwei Sekunden: Der Center snappt den Ball, der Holder fängt ihn und setzt ihn auf den Boden, der Kicker tritt zu.
Viele Field Goals liegen zwischen 30 und 55 Yards. Ab etwa 50 Yards steigt das Risiko deutlich: Der Winkel wird enger, die Flugkurve muss stimmen, Wind spielt stärker hinein. Den NFL-Rekord hält Justin Tucker. Am 26. September 2021 traf er für die Baltimore Ravens gegen die Detroit Lions aus 66 Yards.
Bei einem Fehlversuch übernimmt der Gegner den Ball an der Stelle, von der der Kick ausgeführt wurde. Das ist eine wichtige taktische Überlegung: Ein verfehltes Field Goal aus großer Distanz schenkt dem Gegner gute Feldposition.
Für Fortgeschrittene: Wie Distanz und Winkel die Schwierigkeit bestimmen
Die Goalposts sind nur 5,64 Meter breit. Aus kurzer Distanz hat der Kicker mehr sichtbaren Winkel. Aus 55 Yards wird der Zielbereich sehr schmal. Steht der Ball nahe einer Hash Mark, kommt ein seitlicher Winkel dazu. Der Kicker schießt dann nicht gerade, sondern schräg auf die Stangen.
Safety: 2 Punkte für die Defense
Ein Safety bringt der Defense 2 Punkte. Danach bekommt sie zusätzlich den Ball über einen Free Kick. Diese Kombination macht das Safety wertvoll, obwohl es selten vorkommt.
Ein Safety entsteht, wenn die Offense in der eigenen Endzone gestoppt wird. Das passiert auf mehreren Wegen:
- Ein Ballträger wird in der eigenen Endzone getackelt.
- Der Quarterback wird in der eigenen Endzone gesackt.
- Der Ballträger läuft aus der eigenen Endzone ins Out of Bounds.
- Ein Snap fliegt direkt aus der Endzone ins Aus.
- Die Offense begeht in der eigenen Endzone ein Foul, das mit einem Safety geahndet wird.
Nach dem Safety muss die Offense einen Free Kick ausführen, ähnlich einem Punt, aber ohne den normalen Down-Kontext. Die Defense nimmt den Kick an und beginnt ihren Angriff häufig mit guter Feldposition. Zwei Punkte plus Ballbesitz können eine enge Partie drehen.
Wer ein Safety live sieht, erkennt es oft zuerst an der Reaktion auf der Anzeigetafel: Punkte für die Defense, danach ein Kick zurück an das punktende Team. Für Einsteiger ist diese Reihenfolge ungewöhnlich, gehört aber genau so zur Regel.
Wann Teams absichtlich ein Safety zulassen
In seltenen Fällen kann ein absichtliches Safety sinnvoll sein. Ein Team mit knappem Vorsprung steht tief in der eigenen Hälfte und will keinen Punt aus der Endzone riskieren. Es schenkt 2 Punkte, gewinnt aber Raum für den anschließenden Free Kick und kann vorher noch Zeit von der Uhr nehmen. Das ist ein Spezialfall für sehr konkrete Spielstände.