Darts Wetten » Strategien, Turniere und Wettanbieter

Autor Dennis
Darts Wetten: Wettbewerbe und Tipps

Darts hat sich in den letzten zehn Jahren vom Nischenprodukt zur festen Größe im Wettangebot entwickelt. Wer noch vor 2010 auf PDC-Matches wetten wollte, fand bei den meisten Wettanbietern kaum mehr als eine simple Siegwette. Heute umfasst ein gut sortierter Wettanbieter für ein WM-Match problemlos 30 bis 50 verschiedene Märkte – von Handicap-Optionen über 180er-Wetten bis hin zu Spezialwetten auf einzelne Checkouts. Das Wettvolumen bei der PDC-Weltmeisterschaft liegt inzwischen auf einem Niveau, das mit mittelgroßen Fußball-Ligaspielen mithalten kann.

Was Darts als Wettdisziplin von anderen Sportarten unterscheidet, lässt sich in drei Punkten zusammenfassen: Matches dauern selten länger als 60 Minuten und sind damit kompakt genug für intensive Live-Wett-Sessions. Ein Unentschieden ist strukturell ausgeschlossen – jedes Match hat einen klaren Sieger. Und Darts ist ein Einzelsport, bei dem keine Teamkameraden einen schlechten Tag eines Spielers kompensieren können. 

Genau diese Eigenschaften machen fundierte Darts-Wetten anspruchsvoller als es auf den ersten Blick wirkt. Wer nur den Favoriten durchklickt, gibt sich mit schlechten Quoten zufrieden. Wer verstehen will, welche Statistiken wirklich zählen, welche Märkte welches Spielerwissen erfordern und wie sich das Format auf die Chancenverteilung auswirkt, kann gezielt bessere Entscheidungen treffen.

Darts Wettanbieter

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Spielmodi und Formate beim Darts Wetten richtig einordnen

Wer Darts Wetten platziert, ohne das Format des jeweiligen Matchs zu kennen, trifft Entscheidungen auf unsicherer Grundlage. Legs, Sets und Best-of-Strukturen sind nicht nur sportliche Details – sie beeinflussen direkt, welche Wettmärkte überhaupt sinnvoll sind, wie stark Außenseiterchancen zu gewichten sind und welche Quoten realistisch unterbewertet sein können.

Der 501-Double-Out-Modus und seine Wettrelevanz

Jedes Leg beginnt bei 501 Punkten. Beide Spieler werfen abwechselnd drei Darts, reduzieren ihren Punktestand und müssen exakt auf null kommen – wobei der letzte Wurf zwingend ein Doppelfeld treffen muss. Diese Checkout-Pflicht ist der entscheidende Engpass, denn ein Spieler kann das Scoring dominieren und trotzdem das Leg verlieren, wenn er seine Doppelchancen nicht verwandelt.

Aus Wettsicht interessant: Hohe Checkouts haben eigene Marktrelevanz. Ob in einem WM-Match mindestens ein Checkout von 100 oder mehr geworfen wird, ob ein 170er-Finish – der höchstmögliche Checkout – gelingt, das sind eigenständige Märkte mit spezifischen Quoten. Hochklassige Spieler treffen Checkouts zwischen 60 und 80 Punkten in einer anderen Frequenz als ein Qualifikant. Wer solche Märkte bespielt, braucht konkrete Daten zu den Checkout-Wegen der beteiligten Spieler – nicht nur das allgemeine Form-Level.

Set-Modus vs. Legs-Format – Einfluss auf Wettentscheidungen

Die PDC-Weltmeisterschaft wird im Set-Modus ausgetragen: Ein Set geht über Best of 5 Legs, ein Match bis ins Finale über Best of 13 Sets. Das heißt, ein Spieler kann insgesamt mehr Legs gewinnen als sein Gegner und das Match dennoch verlieren – wenn die gewonnenen Legs auf die falschen Sets verteilt sind. Für Handicap-Wetten auf Leg-Ebene ist das eine wichtige Einschränkung.

Im Gegensatz dazu laufen World Matchplay und Players-Championship-Events im reinen Legs-Format, wo jedes Leg direkt zählt. Außenseiter haben in kürzeren Formaten statistisch höhere Chancen – ein Best of 11 Legs ist wesentlich volatiler als ein Best of 13 Sets, weil weniger Entscheidungsmomente vorhanden sind. Konkret: Im ersten WM-Runden-Match (Best of 5 Sets) kann ein Außenseiter einen Set gewinnen und damit 20 % des Weges schon zurückgelegt haben, bevor der Favorit in Fahrt kommt. Im Finale über Best of 13 Sets müsste derselbe Außenseiter sieben Sets gewinnen – das ist strukturell deutlich unwahrscheinlicher, was sich in den Quoten niederschlagen sollte.

Darts Wettmärkte im Überblick – von Siegwette bis Spezialmarkt

Das Angebot an Darts Wettmärkten ist breiter als viele erwarten. Wer sich ausschließlich auf die Siegwette beschränkt, lässt einen Großteil des analytischen Vorteils ungenutzt, den konsequente Statistikauswertung beim Darts ermöglicht. Märkte auf Leg-Differenzen, 180er-Häufigkeit oder Checkout-Felder erfordern unterschiedliche Arten von Spielerwissen – und genau das macht sie für informierte Tipper interessant.

Siegwette und Handicap-Wetten beim Darts

Die Siegwette ist beim Darts immer ein Zwei-Wege-Markt ohne Unentschieden-Option. Typische Quotenspannen zwischen einem klaren Favoriten und einem Außenseiter in frühen WM-Runden liegen bei etwa 1.20 bis 1.35 auf der einen und 3.50 bis 5.00 auf der anderen Seite – je nach konkreter Paarung. Bei Matches zwischen zwei ähnlich starken Spielern verdichten sich die Quoten auf ein 1.70/2.10-Niveau.

Handicap-Wetten auf Legs oder Sets funktionieren mit einem virtuellen Rückstand. Bei einem Leg-Handicap von -1.5 muss der favorisierte Spieler den Gegner um mindestens zwei Legs schlagen, damit die Wette gewinnt. Praktisches Beispiel: Luke Littler gegen einen Qualifikanten mit -2.5 Leg-Handicap – Littler müsste ein 4:1 oder besser holen. Das klingt machbar, ist gegen einen Qualifikanten, der einige hundert Legs nicht ohne Grund gespielt hat, aber keine Selbstverständlichkeit. Spread-Wetten auf den genauen Leg-Vorsprung erweitern das Handicap-Konzept noch weiter und verlangen eine konkrete Einschätzung der wahrscheinlichen Leg-Differenz, nicht nur des Siegers.

Über/Unter-Wetten auf Legs und Sets

Bei Über/Unter-Wetten setzt man auf die Gesamtzahl der gespielten Legs oder Sets in einem Match, unabhängig vom Ergebnis. Für ein WM-Match im Best-of-13-Set-Format liegt das theoretische Minimum bei 25 Legs (5-0 in Sets, jeweils 3-0 in Legs) und das Maximum bei rund 49 Legs, wenn jeder Set auf 3:2 geht und das Match auf 7:6 in Sets endet.

Die relevante Analysebasis hier sind Spielstile und Break-Quoten. Zwei defensive Scorer mit hohem Average produzieren tendenziell weniger Legs, weil sie selten Breaks zulassen – jedes Leg geht an den Anwerfenden, das Match wird effizienter gespielt. Trifft ein Scoring-Spezialist auf jemanden mit schwacher Checkout-Quote, entstehen dagegen viele Breaks und damit mehr Legs insgesamt. Break-Rate und Checkout-Konsistenz entscheiden beim Über/Unter stärker als der reine Average-Wert.

Spezialwetten – 180er, 9-Darter und Checkout-Felder

Spezialwetten beim Darts bieten ein eigenes Analyse-Universum. 180er-Wetten – ob die Gesamtzahl der Maximums in einem Match über oder unter einer bestimmten Linie liegt – hängen stark vom Spielertyp ab. Michael van Gerwen oder Luke Littler produzieren im Durchschnitt deutlich mehr 180er pro Match als ein technisch ausgerichteter Spieler mit niedrigerem Scoring-Rate, selbst wenn beide auf ähnlichem Match-Niveau spielen. Für die Über/Unter-Linie auf 180er ist es also relevant, wer am Tisch steht, nicht nur wie lang das Match sein wird.

9-Darter-Wetten sind eine andere Kategorie. Ein perfektes Leg – neun Darts, fertig – kommt bei der PDC-Weltmeisterschaft im Schnitt ein bis drei Mal pro Turnier vor. Bei Quoten von 30.00 aufwärts für einen 9-Darter im nächsten Match liegt der Erwartungswert strukturell im negativen Bereich, weil die tatsächliche Wahrscheinlichkeit noch deutlich darunter liegt. Diese Wette hat primär Unterhaltungswert, kein Value-Potenzial.

Checkout-Feld-Wetten hingegen bieten für Tipper mit Detailwissen echte Chancen. Statistische Auswertungen zeigen, dass bestimmte Spieler klare Präferenzen für Doppel-16 oder Doppel-20 als Lieblings-Checkout-Felder haben, während andere Wege wie Doppel-18 oder Doppel-10 bevorzugen. Wer diese individuellen Muster kennt, kann Wetten auf „welches Doppelfeld wird zuerst getroffen" mit einer fundierteren Einschätzung angehen als jemand, der nur die allgemeinen Wahrscheinlichkeiten im Kopf hat.

Darts-Statistiken für Wetten lesen und verwerten

Darts ist einer der statistisch transparentesten Sports überhaupt. Three-Dart-Average, Checkout-Quote und 180er-Frequenz sind für jeden PDC-Match live abrufbar und werden nach jedem Leg aktualisiert. Das Angebot an Daten ist keine Garantie für bessere Wettentscheidungen – entscheidend ist, welche Kombination dieser Kennzahlen tatsächlich aussagekräftig ist und für welchen Wettmarkt sie relevant wird.

Three-Dart-Average – die zentrale Leistungskennzahl

Der Three-Dart-Average gibt an, wie viele Punkte ein Spieler im Schnitt mit drei Darts erzielt. Weltklasseniveau liegt bei 100 und mehr – van Gerwen und Littler spielen in Topform regelmäßig Averages von 105 bis 112. Solide Profis bewegen sich zwischen 90 und 99, was auf PDC-Tour-Level kompetitiv ist, auf WM-Ebene aber in späten Runden meist nicht reicht. Unter 90 spricht man von einem klaren Formtief, das im Match spürbar wird.

Für Handicap-Wetten und Über/Unter ist der Average besonders relevant: Ein Spieler mit dauerhaft hohem Average produziert schnellere Legs, gibt seinem Gegner weniger Checkout-Chancen und erzeugt damit tendenziell weniger Legs im Match insgesamt. Das beeinflusst direkt die Under-Seite einer Leg-Totals-Wette.

Checkout-Quote und ihr Wert für Wettentscheidungen

Die Checkout-Quote misst den Prozentsatz erfolgreicher Würfe, wenn ein Spieler sich im Checkout-Bereich befindet, also innerhalb von drei Darts auf null kommen kann. Starke Werte beginnen bei etwa 35 %, herausragende Spieler wie Gary Anderson in Topform kommen auf über 50 %. Wichtig dabei: Checkout-Quote und Average sind keine redundanten Kennzahlen, sie messen unterschiedliche Fähigkeiten.

Ein Spieler mit Average 103 aber Checkout-Quote 31 % produziert viele Legs, in denen er früh im Finish-Bereich steht, den Gegner aber nicht zuverlässig auskontert. Trifft er auf jemanden mit Average 94 aber 48 % Checkout-Quote, verliert er mehr Legs als die Scoring-Überlegenheit erwarten lässt. Für Handicap-Wetten ist diese Diskrepanz eine direkte Wettchance, die reine Average-Vergleiche nicht sichtbar machen. Auch Über/Unter-Wetten profitieren davon: Viele Breaks entstehen durch verpasste Checkouts, und Breaks verlängern Matches.

Zur Anwendung: Wer einen Spieler mit strukturell schwacher Checkout-Quote gegen einen Checkout-Spezialisten wettet, sollte den Handicap zugunsten des Checkout-Spezialisten in Betracht ziehen, auch wenn dessen Average etwas niedriger ist.

180er-Frequenz als Analysebasis für Spezialwetten

Nicht jeder Topprofi wirft gleich viele Maximums. Van Gerwen oder Littler erreichen 180er-Raten von sechs bis acht oder mehr pro Match, während technischere Spieler mit vergleichbarem Match-Niveau auf vier bis fünf kommen. Für Über/Unter-Wetten auf die Gesamtzahl der 180er in einem Match ist dieser Unterschied erheblich – zwei High-Scorer produzieren bei einem langen WM-Match ganz andere Zahlen als ein Mixed-Aufeinandertreffen.

Das Matchformat wirkt als Korrekturfaktor: Ein WM-Match über Best of 13 Sets kann theoretisch bis zu 49 Legs umfassen und bietet damit deutlich mehr Gelegenheiten für Maximums als ein Players-Championship-Match über Best of 11 Legs. Wettlinien, die ohne Formatberücksichtigung gesetzt werden, sind anfällig für Fehler – und genau das sind Ansatzpunkte für Value-orientierte Darts Wetten. Die aussagekräftigste Einschätzung entsteht, wenn man Average, Checkout-Quote und 180er-Frequenz gemeinsam liest, statt eine Kennzahl isoliert zu betrachten.

Darts Live Wetten – Märkte, Timing und Quotenvolatilität

Kaum eine Sportart ist strukturell so gut für Live-Wetten geeignet wie Darts. Der Average wird nach jedem Leg aktualisiert und ist live abrufbar. Jedes Leg dauert im Schnitt etwa zwei Minuten. Ein WM-Match produziert zwischen 25 und fast 50 einzelne Entscheidungsmomente. Allerdings ist zwischen den einzelnen Legs kaum Pause, weshalb du deine Entscheidungen schnell treffen musst. 

Live-Siegwette – Einstieg nach frühem Rückstand

Algorithmen bei Wettanbietern reagieren auf frühe Leg-Ergebnisse oft überproportional. Geht ein Favorit in einem Best-of-5-Sets-Match die ersten beiden Legs verloren, steigt die Quote auf den Favoriten spürbar an – auch wenn das statistische Kräfteverhältnis sich kaum verändert hat. Zwei verlorene Legs sagen wenig darüber aus, wie der Rest des Sets verlaufen wird. Die statistische Comeback-Wahrscheinlichkeit nach einem 0:2-Rückstand in Sets liegt je nach Formatstruktur bei etwa 25 bis 30 % – für einen klaren Favoriten ist das eine relevante Zahl, die in den Live-Quoten oft nicht vollständig eingepreist ist.

Besonders interessant wird dieses Fenster, wenn der frühe Rückstand durch ein Break entsteht – also ein Leg, das der Nicht-Anwerfende gewinnt. Break-Legs kommen mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 35 % vor. Das klingt nach viel, ist es aber nicht: Das heißt, in 65 % der Fälle gewinnt der Anwerfende sein Leg. Ein früher Break des Außenseiters ist also ein normales Ereignis, keine Trendwende. Wenn die Live-Quote des Favoriten danach auf ein Niveau springt, das ein 50/50-Match suggeriert, liegt eine potenzieller Value-Bet vor.

Je länger das Format, desto ausgeprägter dieser Effekt. Im WM-Finale über Best of 13 Sets hat ein Spieler nach einem verlorenen Set noch mehr als genug Zeit, um in das Spiel zu finden. Ein Einstieg nach dem ersten Set mit verbesserter Quote ist dort sinnvoller als in einem kurzen Legs-Format, wo jeder Rückstand weniger Spielraum zur Korrektur lässt.

Momentum lesen und Live-Handicaps nutzen

Formbrüche kommen im Darts abrupt. Ein Spieler, der zwei Legs lang mit Average 108 gespielt hat, kann im nächsten Leg auf 82 fallen – ausgelöst durch verpasste Doppel, steigende Nervosität oder pure Streuung. Diese Wechsel sind oft visuell erkennbar: Wer die Körpersprache am Oche beobachtet, sieht häufig früher als die Algorithmen, dass ein Spieler ins Wanken gerät.

Live-Handicap-Wetten reagieren auf solche Momente mit verschobenen Linien. Geht ein klarer Favorit überraschend 0:2 in Sets zurück, verschieben sich die Handicap-Linien teils drastisch. Für einen Tipper, der den Spieler als strukturell überlegen einschätzt und den Rückstand als temporär bewertet, entstehen hier konkrete Einstiegsmöglichkeiten.

Mikro-Märkte wie „nächste 180" oder „nächstes Leg gewinnt Spieler X" funktionieren bei Darts besonders gut, wenn man die Vorlieben und Rhythmen der Spieler kennt. Checkout-Präferenzen – welcher Spieler geht welchen Weg, wenn er bei 40 Punkten oder weniger steht – sind Informationsvorteile, die sich in schnellen Live-Entscheidungen auszahlen können. Wer diese Details nicht kennt, sollte solche Mikro-Märkte besser links liegen lassen.

Darts Wetten Strategie – Ansätze für verschiedene Wetttypen

Gelegenheitsdarts-Wetten und systematische Analyse unterscheiden sich weniger im Aufwand als im Fokus. Wer einmal pro Woche auf ein WM-Match tippt, braucht keine umfangreiche Datenbank. Wer aber regelmäßig auf PDC-Events setzt, merkt schnell, dass Intuition beim Darts oft trügt – weil die Statistiken verlockend transparent wirken und dabei manchmal zu simpel interpretiert werden.

Value-Bets beim Darts identifizieren

Value entsteht, wenn die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Quote niedriger ist als die eigene fundierte Einschätzung. Die Rechnung ist simpel: Quote 2.50 impliziert eine Wahrscheinlichkeit von 40 % (1 ÷ 2.50 × 100). Schätzt man die tatsächliche Wahrscheinlichkeit auf 50 %, hat die Wette statistischen Wert.

Typische Value-Quellen beim Darts sind drei: Erstens Formabweichungen zwischen Average-Niveau und Checkout-Leistung, die von Wettanbieter-Algorithmen nicht vollständig berücksichtigt werden. Zweitens überreagierte Live-Quoten nach frühem Rückstand, wie im vorigen Abschnitt beschrieben. Drittens unterschätzte Außenseiter in kurzen Formaten, wo die Varianz höher ist als die Quoten suggerieren. All das ist kein Freifahrtschein – Value-Bets können verlieren, sie haben aber einen strukturellen Vorteil über viele Wetten hinweg.

Was Value-Bets von blindem Außenseiter-Tippen trennt: Ein Value-Bet basiert auf einer konkreten Einschätzung, warum die Quote zu hoch ist. Blindes Außenseiter-Tippen setzt darauf, dass irgendjemand gewinnen kann – was statistisch stimmt, aber kein Informationsvorteil ist.

Turnierformat und Rundenstruktur als Entscheidungsbasis

In frühen Turnierrunden spielt Tagesform eine größere Rolle als in späten. Spieler, die wenige Ligawochen hinter sich haben oder aus langen Reisephasen kommen, sind im ersten Match volatiler. Average-Konsistenz ist in Runde 1 schwerer vorherzusagen als in Runde 3, wenn man bereits gesehen hat, wie ein Spieler in diesem Turnier aufgestellt ist. Praktische Konsequenz: Runde 1 konservativ angehen, Formbestätigung aus frühen Runden für spätere Entscheidungen verwenden.

Langzeitwetten auf den Weltmeister stellen eine eigene Abwägung dar. Vor Turnierbeginn gibt es die besten Quoten – aber keine Forminformation. Nach Runde 1 hat man Bestätigung, zahlt aber weniger. Der optimale Zeitpunkt hängt davon ab, wie stark die eigene Einschätzung von der Marktlage abweicht. Ist man der Meinung, dass ein bestimmter Spieler unterbewertet ist, lohnt frühes Einsteigen. Geht es um Formbestätigung, lohnt Abwarten.

Der World Grand Prix verdient als Sonderfall eine kurze Erwähnung: Hier gilt das Double-In-Format – jeder Spieler muss auch beim Einstieg ein Doppelfeld treffen, bevor er Punkte zählen darf. Das bevorzugt Spieler mit herausragender Doppelkonsistenz gegenüber reinen Scorern und erfordert eine angepasste Markteinschätzung.

Die wichtigsten Darts-Turniere für Sportwetten

Der PDC-Kalender umfasst zwölf Major-Turniere pro Jahr sowie zahlreiche Players-Championship-Events und European-Tour-Qualifikationen. Nicht jedes davon ist für Darts Wetten gleich attraktiv: Tiefe Wettmärkte, stabile Quoten und Live-Optionen in hoher Zahl gibt es primär bei den Majors, während kleinere Events oft nur ein schmales Angebot produzieren.

PDC Weltmeisterschaft – Besonderheiten für Darts Wetten

Die PDC-Weltmeisterschaft ist das mit Abstand größte Darts-Wett-Event des Jahres. 128 Spieler treten ab Mitte Dezember bis Anfang Januar im Alexandra Palace in London an, das Format wird von Runde zu Runde länger – von Best of 5 Sets in den ersten Matches bis hin zum Best of 13 Sets im Finale. Ein WM-Finale kann theoretisch knapp 50 Legs umfassen, was die schiere Datenmenge an Statistiken erklärt, die dabei entsteht.

Für die Wettanalyse besonders relevant ist die PDC Order of Merit, die Setzliste bestimmt. Gesetzte Spieler treffen in frühen Runden auf Qualifikanten – Matchups mit klarer Favoritenrolle, bei denen Handicap-Wetten und Über/Unter-Märkte oft mehr Potenzial haben als die Siegwette. Langzeitwetten auf den Weltmeister sind bereits Wochen vor Turnierbeginn verfügbar, mit Quoten, die von den jüngsten Turnierergebnissen und der Order of Merit abhängen.

Ein Punkt, der in der Wettanalyse oft unterschätzt wird: Die WM-Atmosphäre im Alexandra Palace ist einzigartig und beeinflusst Spieler unterschiedlich. Junge Spieler in ihren ersten WM-Auftritten sind anfälliger für Nerven als erfahrene Turniersieger – das spiegelt sich in den Quoten selten vollständig wider.

Premier League, Masters und weitere Major-Turniere

Die Premier League Darts läuft von Februar bis Mai im wöchentlichen Ligaformat mit den Top 8 der PDC. Das macht sie zur konstantesten Datenquelle des Jahres: Head-to-Head-Statistiken zwischen denselben acht Spielern häufen sich über die gesamte Saison und erlauben fundierte Einschätzungen für Spieltag-Wetten. Wer Darts Wetten auf Premier-League-Matches platziert, hat mehr Vorinformation als bei einem einmaligen Turnier-Zusammentreffen.

The Masters – ein Einladungsturnier der Top 16 im reinen K.o.-Format – ist das Gegenteil davon: kurze Distanzen, eine einzige Niederlage und man ist raus. Außenseiter-Strategien funktionieren hier besser als bei längeren Formaten. Das World Matchplay im Legs-Modus und der World Grand Prix mit Double-In-Regel bieten jeweils spezifische Wettbedingungen, die eigene Marktkenntnisse voraussetzen.

FAQ: Häufige Fragen zu Darts Wetten

Was bedeutet ein „Break" beim Darts und warum ist er für Wetten relevant?

Ein Break bezeichnet den Leg-Gewinn des Spielers, der nicht anwirft. Im Darts hat der Anwerfende einen statistischen Vorteil, weil er als Erster auf sein Checkout spielen kann. Gewinnt der Nicht-Anwerfende ein Leg, spricht man von einem Break. Break-Legs kommen mit einer Rate von etwa 35 % vor und haben direkte Konsequenzen für Über/Unter-Wetten: Mehr Breaks bedeuten mehr Legs, weil Spieler öfter die Führung und den Anwurf zurückholen. Wer auf eine hohe Leg-Zahl setzen will, sollte auf die historische Break-Rate beider Spieler schauen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für Langzeitwetten auf den Darts-Weltmeister?

Vor dem Turnier gibt es die besten Quoten – aber keine Bestätigung, wie ein Spieler in Form ist. Nach Runde 1 liegen konkrete Daten vor, Quoten auf Favoriten fallen aber meist spürbar. Die sinnvollste Strategie hängt davon ab, wie stark die eigene Einschätzung von den Markt-Quoten abweicht. Wer glaubt, einen unterbewerteten Spieler identifiziert zu haben, sollte vor Turnierbeginn einsteigen. Wer auf Formbestätigung setzt, zahlt dafür mit niedrigeren Quoten.

Wie wichtig ist der Bull-Off für Darts Wetten?

Der Bull-Off entscheidet zu Beginn eines Matchs, wer das erste Leg anwirft – beide Spieler werfen je einen Dart auf die Bull, der Nähere wählt. Das Recht zum Anwurf ist ein echter statistischer Vorteil, weil der Anwerfende zuerst auf sein Checkout spielen kann. Für Wettmärkte hat der Bull-Off selbst kaum Relevanz, weil er nicht vorhersehbar ist. Relevant wird er aber indirekt: Bei Handicap-Wetten auf Legs sollte man wissen, wer das erste Leg anwirft, weil das für kurze Formate den Matchstart merklich beeinflusst.