Die Philadelphia Eagles sollen Lane Johnson nach seinem Rücktritt die gesamte Saison im 53-Mann-Kader behalten. Das berichtet Ian Rapoport für NFL Network unter Berufung auf mehrere Beteiligte. Dahinter stehen finanzielle Gründe: Philadelphia will mit dem Verbleib beeinflussen, wann Belastungen aus Johnsons Vertrag auf die Salary Cap angerechnet werden. Dafür müsste das Team einen seiner Kaderplätze weiter für ihn vorsehen.

Warum die Eagles Lane Johnson vorerst im Kader halten wollen

Laut Rapoport sieht der Plan vor, Johnson bis nach dem 1. Juni im Kader zu führen. Würden die Eagles ihn jetzt auf die Reserve/Retired-Liste setzen, hätte das für die Salary Cap dieselbe Wirkung wie eine Entlassung: Belastungen aus seinem Vertrag würden früher anfallen. Mit dem längeren Verbleib will Philadelphia das vermeiden. Ein genauer Termin für eine spätere Streichung aus dem Kader geht aus dem Bericht nicht hervor.

Wie knapp die Plätze bereits sind, zeigt die Entlassung von Andy Dalton am Freitag. Nach Rapoports Bericht mussten die Eagles wegen Verletzungen Platz schaffen. Johnson weiter im Kader zu halten würde ihnen bei der Salary Cap helfen, zugleich aber die Auswahl für das Team erschweren: Sein Platz stünde keinem Spieler zur Verfügung, der tatsächlich eingesetzt werden kann.

Rückzahlung des Optionsbonus noch ungeklärt

Johnson erhielt vor der Saison einen Optionsbonus von 21,7 Millionen Dollar. Nach seinem Rücktritt wird laut Rapoport erwartet, dass er mehrere Millionen Dollar zurückzahlt. Über die genaue Summe wird noch verhandelt; die Spielergewerkschaft NFLPA und der NFL Management Council sind daran beteiligt.

Solange dieser Betrag offen ist, lassen sich auch die gesamten Folgen für die Salary Cap nicht verlässlich beziffern. Beim Grundgehalt fällt laut Bericht noch der ausstehende Teil des insgesamt 1,3 Millionen Dollar hohen Gehalts an. Wie viel davon noch übrig ist, nennt Rapoport nicht.

Eine Rückkehr von Lane Johnson gilt als unwahrscheinlich

Der Verbleib im Kader würde Johnson zugleich eine Rückkehr ermöglichen, falls er seine Entscheidung ändert. Rapoport hält das allerdings für unwahrscheinlich. Die berichtete Planung der Eagles ist deshalb kein Hinweis auf ein bevorstehendes Comeback.

Auf dem Feld fehlt Johnson den Eagles ebenso wie Cam Jurgens, den Philadelphia zu den Baltimore Ravens getradet hat. Für die Offensive Line muss das Team somit Ersatz finden, während Johnson nach dem berichteten Plan weiterhin einen Kaderplatz belegen soll.