Die NFL hat den Supreme Court aufgefordert, die Zuständigkeit für die Aufsicht über Prognosemärkte zu klären. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, reichte die Liga am Donnerstag, 8. Oktober, einen Schriftsatz ein und unterstützt damit einen Antrag des Bundesstaates New Jersey. Sie sieht den Schutz der Verbraucher und die Integrität des Wettbewerbs gefährdet. Ob das höchste US-Gericht den Fall annimmt, bleibt offen.
Warum die NFL die Bundesstaaten unterstützt
Auf Prognosemärkten werden Kontrakte über den Ausgang künftiger Ereignisse gehandelt, meist mit einer Ja-oder-Nein-Frage. Bei Sportereignissen sehen die Bundesstaaten darin Wetten, die unter ihre Glücksspielaufsicht fallen. Die US-Behörde Commodity Futures Trading Commission, kurz CFTC, beansprucht dagegen die alleinige Zuständigkeit. Die NFL hält die Bundesstaaten unter den derzeitigen Bedingungen für besser aufgestellt, um solche Angebote im Sport zu überwachen.
Dabei geht es für die Liga um einen erheblichen Teil des Handels: Nach den Angaben in ihrem Schriftsatz entfielen am ersten Sonntag dieser Saison 1,8 Milliarden Dollar auf Kontrakte mit Bezug zur NFL. Das gesamte Handelsvolumen auf Prognosemärkten lag an diesem Tag bei 3,3 Milliarden Dollar.
Die NFL warnt, Betreiber könnten die ungeklärte Zuständigkeit zwischen Bund und Bundesstaaten ausnutzen. Sie bezweifelt auch, dass die CFTC ausreichend Personal für eine wirksame Aufsicht hat.
Gerichte urteilen unterschiedlich, Betreiber widersprechen
Der Streit hat bereits zu unterschiedlichen Entscheidungen an US-Berufungsgerichten geführt. Die Gerichte des 6. und 9. Bezirks entschieden zugunsten von Bundesstaaten, die Prognosemärkte regulieren wollen. Das Berufungsgericht des 3. Bezirks gab dagegen in diesem Jahr Kalshi recht. Die NFL unterstützt die Linie des 6. und 9. Bezirks.
Kalshi weist den Vorwurf unzureichender Aufsicht zurück. Sprecherin Elisabeth Diana erklärte gegenüber AP, die CFTC überwache Sportmärkte aktiv. Die Arbeit der Behörde an neuen Regeln greife zudem viele Bedenken der NFL auf; schon jetzt gelte das bestehende System zur Durchsetzung von Bundesrecht. Polymarket spricht sich ebenfalls für einen einheitlichen Rahmen auf Bundesebene aus. Dieser könne nach Ansicht des Betreibers die Integrität besser schützen als voneinander abweichende Gesetze der Bundesstaaten.
NFL fordert höheres Mindestalter und Verbote bestimmter Wettarten
Die Liga verlangt neben der Klärung der Zuständigkeit konkrete Einschränkungen. Nach ihrem Schriftsatz hat sie die CFTC und die Betreiber aufgefordert, bestimmte Wettarten zu verbieten, die sie für besonders gefährlich für die Integrität des Spiels hält. Außerdem fordert sie, das Mindestalter für den Handel auf Prognosemärkten von 18 auf 21 Jahre anzuheben.
Auch über die bisherige Zusammenarbeit gehen die Darstellungen auseinander. CFTC-Sprecherin Brooke Nethercott sagte AP, die NFL habe eine angebotene Kooperationsvereinbarung abgelehnt, die den Austausch von Informationen erleichtert hätte. Kalshi erklärte seinerseits, Versuche einer Zusammenarbeit mit der Liga seien unbeantwortet geblieben.
