Anthony Hines III ist Linebacker der D.C. Defenders in der United Football League. Wer heute auf die Defense des UFL-Teams schaut, kommt an ihm nicht vorbei. Hines ist nicht nur Starter, sondern auch einer der wichtigsten Tackler. Sein Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Immer wieder musste er sich neu beweisen – erst als Hoffnungsträger im College, dann als Underdog in der NFL, schließlich als Führungsspieler in einer alternativen Liga. Hines steht für eines: Den unbedingten Willen, sich niemals mit der Nebenrolle abzufinden. Seine Geschichte ist der Beweis dafür, dass Football-Karrieren selten nach Drehbuch verlaufen.
Inzwischen gehört Hines zu den Gesichtern der Defenders. Nach mehreren Jahren zwischen NFL-Trainingsplätzen und Practice Squads hat er sich zu einer festen Größe entwickelt. Seine Zahlen sprechen für sich: In der letzten UFL-Saison führte er das Team mit 65 Tackles an, dazu kamen 5 Tackles für Raumverlust. Verletzungsfrei und mit neuem Vertrag spielt Hines heute so befreit wie selten zuvor. Doch diese Leistung kam nicht von ungefähr – sie ist das Ergebnis eines langen Kampfes um Anerkennung und eine echte Chance auf dem Feld.
Was macht Hines besonders? Es ist nicht nur sein Speed oder seine Größe (1,91 m, 102 kg), sondern vor allem seine Hartnäckigkeit. Während andere nach mehreren Rückschlägen aufgegeben hätten, suchte er immer wieder nach einem Weg zurück ins Rampenlicht. Die jüngste Saison bei den Defenders zeigt: Wer dranbleibt, bekommt irgendwann seine Bühne. Wie ist es dazu gekommen? Der Grundstein wurde schon früh gelegt – doch der Weg dorthin war alles andere als einfach.
Die Suche nach einer Bühne: Endlich angekommen bei den D.C. Defenders
Die aktuelle UFL-Saison hat für Hines alles verändert. Nach Jahren als Ersatzmann oder Trainingsspieler in der NFL, steht er jetzt Woche für Woche in der Startformation. Die Defenders vertrauen ihm als zentralem Baustein ihrer Defense. In zehn Spielen sammelte er 65 Tackles – ein deutlicher Sprung im Vergleich zum Vorjahr. Hines ist nicht länger nur Lückenfüller, sondern Leistungsträger. Er stoppt Läufe, setzt Quarterbacks unter Druck, gibt die Kommandos auf dem Feld. Für das Team aus Washington D.C. ist er zum Herzstück geworden.
Dieser Aufschwung kommt nicht aus dem Nichts. Bereits im Jahr zuvor lieferte Hines in der XFL solide Werte ab. Doch erst jetzt, mit mehr Spielzeit und Verantwortung, kann er sein volles Potenzial zeigen. Trainer und Mitspieler schätzen seinen Einsatzwillen und seine Präsenz. Gerade in engen Spielen macht sich bezahlt, dass Hines viele Stationen und schwierige Phasen überstanden hat. Seine Erfahrung und sein Hunger auf Erfolg haben ihn zu einem der wichtigsten Spieler der Defenders gemacht.
Doch wie kam es dazu, dass Hines diese Chance überhaupt bekam? Der Blick zurück zeigt: Es waren Jahre voller Geduld, Rückschläge und Neuanfänge. Der Grundstein wurde schon in Texas gelegt – und der Weg führte über viele Umwege.
Jahre der Geduld: Von Texas A&M bis zum NFL-Pechvogel
Hines wuchs in Plano, Texas, auf und galt schon in der High School als Ausnahmetalent. Als Inside Linebacker sammelte er Auszeichnungen und war landesweit einer der begehrtesten Recruits. Texas A&M sicherte sich das Versprechen aus Plano – und Hines hielt Wort. Schon im ersten Jahr überzeugte er mit 33 Tackles, sechs davon für Raumverlust, und drei Sacks. Die SEC wählte ihn ins All-Freshman Team. Alles deutete auf eine große College-Karriere hin.
Doch dann kam der erste Rückschlag. Nach nur einem Spiel in seiner zweiten Saison stoppte ihn eine schwere Verletzung. Hines musste fast das komplette Jahr zusehen. Erst im darauffolgenden Herbst war er wieder voll da und zeigte mit 73 Tackles und mehr als zehn Tackles für Verlust, dass er nicht abgeschrieben werden darf. Doch die nächste Hürde ließ nicht lange auf sich warten: Die Pandemie zwang Hines, seine College-Karriere vorzeitig zu beenden. Er meldete sich für den NFL Draft an, ohne ein weiteres Jahr Spielpraxis sammeln zu können.
Im Draft blieb sein Name ungenannt. Trotzdem bekam er eine Chance bei den Dallas Cowboys – als Undrafted Free Agent, wie so viele Linebacker vor ihm. Die Hoffnung auf einen Kaderplatz war da, doch eine Verletzung in der Vorbereitung machte alles zunichte. Hines wurde entlassen und musste sich mit dem Platz auf dem Practice Squad zufriedengeben. Es folgten kurze Engagements bei Washington und den Rams, später noch ein Abstecher zu den Jets. Überall das gleiche Bild: Trainingsplatz statt Spieltag, kurzfristige Verträge statt Sicherheit.
Viele hätten an diesem Punkt aufgegeben. Doch Hines wollte nicht aufhören, bevor er nicht eine echte Chance auf dem Feld bekommen hat. Er suchte nach einem Ort, an dem er seine Stärken ausspielen kann – und fand ihn in einer Liga, die für viele NFL-Träumer zur letzten Hoffnung geworden ist.
Station | Spiele | Tackles | TFL | Sacks |
---|---|---|---|---|
Texas A&M (College) | 27 | 106 | 16,5 | 3 |
D.C. Defenders (XFL) | 9 | 33 | 3 | 1 |
D.C. Defenders (UFL) | 10 | 65 | 5 | 0 |
Die Tabelle zeigt: Wo Hines Spielzeit bekommt, liefert er ab. Seine Zahlen steigen mit jeder Saison, in der er auf dem Feld steht. Doch der Weg dorthin führte über einen entscheidenden Schritt in eine alternative Liga.
Neue Liga, neue Chance: Die UFL als Sprungbrett
Nach mehreren Anläufen in der NFL wagte Hines den Schritt in die XFL, die sich später mit der USFL zur UFL zusammenschloss. Für viele Spieler ist das der letzte Versuch, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Für Hines wurde daraus viel mehr: Endlich bekam er die Einsatzzeit, die ihm in der NFL verwehrt blieb. Im ersten Jahr sammelte er 33 Tackles in neun Spielen. Es war der Beweis, dass er auch als Profi bestehen kann.
Mit dem Wechsel zur UFL und dem neuen Vertrag bei den Defenders ging es für Hines richtig los. In der Defense des Teams übernahm er eine tragende Rolle, führte die Tackling-Statistik an und setzte mit fünf Tackles für Raumverlust ein Ausrufezeichen. Sein Spiel wurde variabler, seine Präsenz auf dem Feld wuchs. Anders als in der NFL, wo die Konkurrenz um Kaderplätze gnadenlos ist, konnte Hines in der UFL befreit aufspielen – und das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen.
Die UFL brachte Hines nicht nur Spielpraxis, sondern auch neue Verantwortung. Als erfahrener Profi gibt er heute die Richtung vor, coacht jüngere Mitspieler und hält die Defensive zusammen. Die Liga bietet ihm die Bühne, nach der er jahrelang gesucht hat. Und plötzlich ist der Mann aus Plano, Texas, nicht mehr der ewige Ersatz, sondern ein Anführer auf dem Feld.
Führungsspieler mit Zukunft: Was Hines heute ausmacht
Aktuell ist Hines einer der wichtigsten Verteidiger der Defenders. Nach seiner Vertragsverlängerung steht fest: Der Club setzt auf seine Erfahrung, seine Physis und seinen Instinkt. Verletzungsfrei und in Topform führt Hines die Defense an. Für jüngere Spieler ist er Vorbild – nicht, weil alles glatt lief, sondern weil er nie aufgab.
Seine Verbindung zu Texas bleibt dabei ein fester Bestandteil seiner Geschichte. Hines ist in der Football-Community seiner Heimat bekannt, besucht regelmäßig Camps und bleibt seiner High School verbunden. Die Erfahrungen aus Plano und von Texas A&M prägen ihn bis heute – sie haben ihm das Rüstzeug gegeben, auch in schwierigen Phasen nicht aufzugeben.
Körpermaße | Geburtsort | Position |
---|---|---|
1,91 m / 102 kg | Plano, Texas | Linebacker |
Mit diesen Werten bringt Hines alles mit, was ein moderner Linebacker braucht: Reichweite gegen den Pass, Kraft gegen den Lauf, Beweglichkeit für Blitz-Pakete. Doch seine größte Stärke bleibt sein Wille, sich immer wieder zurückzukämpfen.
Wie geht es weiter? Die Defenders bauen weiter auf Hines. Die UFL gibt ihm die Möglichkeit, sich als Führungsspieler zu beweisen – vielleicht sogar als Sprungbrett für einen neuen NFL-Anlauf. Klar ist: Er wird auch in Zukunft alles dafür tun, auf dem Feld zu stehen. Seine Karriere ist der Beweis, dass Durchhaltewillen im Profi-Football manchmal wichtiger ist als Talent allein.
Anthony Hines III hat viele Rückschläge erlebt, aber nie den Glauben an sich verloren. Heute ist er das, was er immer sein wollte: Stammspieler, Anführer, Leistungsträger. Seine Story inspiriert – und zeigt: Wer nicht aufgibt, bekommt am Ende doch noch seine Chance.