Braiden McGregor ist Defensive End der New York Jets. In seiner zweiten NFL-Saison kämpft der 1,98 Meter große Pass-Rusher um mehr Spielzeit und versucht, sich im Kader der Jets zu behaupten. Was ihn von vielen anderen NFL-Spielern unterscheidet? McGregor ist kein typischer Draft-Pick, sondern ein Spieler, dessen Karriere von Verletzungen und Rückschlägen geprägt wurde – und trotzdem steht er heute im Kader eines NFL-Teams. Seine Geschichte ist mehr als die klassische Underdog-Story. Sie zeigt, was es heißt, nicht aufzugeben, wenn alle Chancen gegen einen stehen.
Nach einer Knöchelverletzung zum Ende seiner ersten NFL-Saison ist McGregor inzwischen wieder voll belastbar. Er arbeitet hart, um als Rotationsspieler auf der Defensive End-Position noch mehr Einfluss zu gewinnen. Die Konkurrenz im Kader ist groß, doch McGregor hat schon mehrfach bewiesen, dass er mit Druck umgehen kann. Sein Weg ins Rampenlicht war alles andere als geradlinig – und genau das macht ihn so besonders.
Doch wie kam es überhaupt dazu, dass ein junger Mann aus Port Huron, Michigan, trotz schwerer Verletzungen und ohne Draftplatz seinen Traum von der NFL weiterverfolgen konnte? Die Antwort beginnt Jahre vor seinem ersten NFL-Spiel.
Der Kampf zurück: McGregors Weg ins Rampenlicht
Die erste Saison im Profi-Football ist für viele Spieler eine große Herausforderung. Für Braiden McGregor war sie vor allem ein Beweis dafür, dass harte Arbeit und Geduld sich auszahlen können. Als Undrafted Free Agent unterschrieb er bei den New York Jets und musste sich vom ersten Tag an beweisen. Die Erwartungen an ihn waren überschaubar. Doch McGregor ließ sich davon nicht beirren: In seiner Rookie-Saison kam er in sieben Spielen zum Einsatz und sammelte sechs Tackles. Die meisten dieser Snaps bekam er in der Rotation – immer auf Abruf, immer bereit, alles zu geben.
Eine Knöchelverletzung stoppte seinen Rhythmus gegen Ende der Saison. Doch anstatt sich hängen zu lassen, nutzte McGregor die Zeit zur Regeneration. Heute ist er wieder fit und bereit, im Kader der Jets um eine größere Rolle zu kämpfen. Die Coaches loben seinen Einsatzwillen und seine Bereitschaft, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Gerade in einem Team, das auf der Defensive Line viel rotiert, ist diese Mentalität gefragt.
McGregors Chancen, sich in der Rotation zu behaupten, stehen nicht schlecht. Seine College-Leistungen sprechen für sich – und auch in der NFL hat er bereits angedeutet, dass er auf diesem Level bestehen kann. Doch der Weg zu diesem Punkt war lang und steinig. Denn McGregors Geschichte begann mit einer schweren Verletzung, die viele Karrieren früh beendet hätte.
Vier Jahre Anlauf: Die Vorgeschichte eines Kämpfers
Der Grundstein für McGregors Karriere wurde in seiner Heimatstadt Port Huron, Michigan, gelegt. Schon an der Port Huron Northern High School galt er als Ausnahmetalent: dreifacher All-State- und All-Conference-Spieler, eine feste Größe in der Defensive. Doch kurz vor dem College-Start kam der große Rückschlag. Eine schwere Knieverletzung im letzten Highschool-Jahr warf alle Pläne über den Haufen. Für viele wäre das das Ende gewesen – für McGregor war es der Anfang eines langen Kampfes zurück.
Die University of Michigan blieb dennoch bei ihrem Angebot. Im ersten Jahr am College musste McGregor aussetzen, um das Knie vollständig ausheilen zu lassen. Geduld war gefragt – und die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen. Erst im zweiten Jahr kam er als Backup in neun Spielen zum Einsatz. Es dauerte, bis er wieder das Niveau erreichte, das ihn einst zu einem der besten Highschool-Defender Michigans gemacht hatte. Doch McGregor blieb dran, arbeitete an seinem Körper und seiner Technik, lernte, das Spiel neu zu lesen.
2022 kam der Durchbruch. McGregor spielte in allen 14 Partien, stand erstmals in der Startformation und sammelte wichtige Erfahrungen auf höchstem College-Niveau. Seine Statistiken verbesserten sich deutlich: 17 Tackles, fünf Tackles for Loss, 2,5 Sacks. Doch damit gab er sich nicht zufrieden. Im Jahr darauf wurde er zum Starter, spielte alle 15 Spiele für die Wolverines und half mit, einen nationalen Titel zu gewinnen. 26 Tackles, neun Tackles for Loss, 4,5 Sacks – McGregor war endlich da, wo er immer hinwollte.
Doch der nächste Dämpfer kam schneller als erwartet. Im NFL Draft blieb sein Name unerwähnt. Kein Team griff zu, McGregor blieb ungedraftet. Für viele ein herber Rückschlag – für ihn eine neue Chance. Die New York Jets luden ihn zum Probetraining ein und gaben ihm einen Vertrag. Plötzlich war der Traum von der NFL wieder greifbar nah.
Der Sprung in die NFL: Chance nach Rückschlägen
Was unterscheidet Spieler wie Braiden McGregor von anderen? Es ist die Fähigkeit, Rückschläge nicht als Niederlagen zu sehen, sondern als Antrieb. Nach dem enttäuschenden Draft nutzte McGregor jede Gelegenheit, sich zu zeigen. In der Preseason überzeugte er mit Einsatz, Athletik und Spielintelligenz – Qualitäten, die er sich über Jahre harter Arbeit erarbeitet hatte.
Seine College-Zeit bei Michigan hatte ihn auf genau diese Situation vorbereitet. Die Verletzungen, die langen Reha-Phasen, das ständige Warten auf die nächste Chance – all das hatte ihn abgehärtet. In der NFL zählt jede Trainingseinheit, jeder Snap, jedes Play. McGregor wusste, dass er nicht viele Fehler machen durfte. Doch er lieferte ab: solide Leistungen in der Preseason, danach die ersten Snaps in der Regular Season. Mit jeder Woche wurde das Vertrauen der Coaches größer.
Auch als die Knöchelverletzung kam, ließ sich McGregor nicht unterkriegen. Nach erfolgreicher Rehabilitation kehrte er zurück ins Geschehen. Heute profitiert er von diesen Erfahrungen. Er weiß, wie es ist, auf der Kippe zu stehen – und wie es sich anfühlt, sich zurückzukämpfen. Diese Mentalität macht ihn für die Jets wertvoll, auch wenn er (noch) kein Starter ist.
Kategorie | Statistik |
---|---|
Größe/Gewicht | 1,98 m / 121 kg |
College 2023 | 26 Tackles, 9 TFL, 4,5 Sacks |
NFL 2024 | 7 Spiele, 6 Tackles |
Vertrag | 3 Jahre / 2,85 Mio. US-Dollar |
Grundgehalt (aktuell) | 960.000 US-Dollar |
Die Zahlen zeigen, dass McGregor Potenzial hat. Doch es sind vor allem die Geschichten hinter diesen Zahlen, die ihn ausmachen. Jeder Tackle, jeder Sack ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit – und der ständigen Bereitschaft, sich immer wieder zu beweisen.
Gegenwart und Ausblick: McGregor zwischen Hoffnung und Herausforderung
Heute kämpft McGregor um eine größere Rolle im Jets-Kader. Er ist fester Bestandteil der Defensive Line-Rotation und weiß, dass jeder Snap zählt. Die Konkurrenz ist groß, die Anforderungen hoch. Doch McGregor hat gelernt, mit Druck umzugehen. Sein Vertrag läuft noch zwei Jahre, das Grundgehalt ist für einen Spieler seiner Erfahrungsstufe solide – doch für ihn zählt vor allem die sportliche Perspektive.
Die Coaches schätzen seinen Teamgeist und seine Lernbereitschaft. Auch abseits des Feldes bleibt McGregor bodenständig. Geboren und aufgewachsen in Michigan, hat er nie vergessen, woher er kommt. Die Nähe zur Heimat, die Zeit an der University of Michigan – all das prägt seinen Charakter. Er gilt als harter Arbeiter, als jemand, der sich nie zu schade ist, Extra-Schichten einzulegen. Im Locker Room wird er respektiert, weil er nie aufgibt – egal, wie schwer die Situation scheint.
Für die kommende Saison hat McGregor klare Ziele: mehr Spielzeit, mehr Einfluss, vielleicht sogar der Sprung in die Startformation. Die Konkurrenz schläft nicht, doch McGregor weiß, dass es in der NFL selten den geraden Weg gibt. Wer sich aufgibt, verliert – wer kämpft, bekommt eine neue Chance. Genau das hat seine Karriere bisher ausgemacht.
Langfristig will McGregor sich als zuverlässiger Pass-Rusher etablieren. Die Jets setzen auf junge, hungrige Spieler – und McGregor passt genau in dieses Profil. Sein Weg ist noch lange nicht zu Ende. Die Erfahrungen aus Highschool und College, die Rückschläge und kleinen Erfolge – all das hat ihn zu dem Spieler gemacht, der er heute ist.
Mehr als ein Außenseiter: McGregors Kampf geht weiter
Braiden McGregor steht für all jene, die in ihrer Karriere immer wieder zurückgeworfen wurden – und trotzdem nicht aufgegeben haben. Seine Geschichte ist kein Märchen, sondern das Ergebnis harter Arbeit und unbändiger Willenskraft. Vom verletzten Highschool-Star über den undankbaren Weg als Undrafted Free Agent bis hin zum festen Bestandteil der Jets-Defense: McGregor hat sich seinen Platz in der NFL verdient.
Ob er den Sprung zum Starter schafft oder weiterhin als Rotationsspieler überzeugt – sein Weg ist noch offen. Doch eins ist klar: McGregor hat schon mehr Rückschläge überstanden als viele andere NFL-Profis. Seine Karriere zeigt, dass Durchhaltevermögen und Leidenschaft manchmal wichtiger sind als Talent und Draft-Status. Für die New York Jets ist er ein Kämpfer, auf den sie sich verlassen können. Für alle Football-Fans ist er das beste Beispiel dafür, dass der Traum von der NFL auch nach vielen Hindernissen noch Realität werden kann.