Chris Boswell

Position
Placekicker
Aktuelles Team
Gewicht
185 lbs
Größe
6' 2"
Age
33
College
Rice
Experience
10

Chris Boswell ist der Mann für die ruhigen Momente – und für die ganz großen. Als Kicker der Pittsburgh Steelers steht er seit Jahren zuverlässig auf dem Feld, wenn das Spiel auf der Kippe steht. Inzwischen zählt er zu den besten Spezialisten der NFL. Seine Entwicklung ist alles andere als selbstverständlich: Boswell kam ohne großen Namen in die Liga, kämpfte sich über Umwege nach Pittsburgh – und jagt inzwischen Rekorde für eines der traditionsreichsten Teams der Liga. Wer heute nach einem Gesicht für Willensstärke und Beständigkeit in der NFL sucht, landet unweigerlich bei Chris Boswell.

Der 1,88 Meter große Kicker hat längst seinen Platz gefunden. Er ist Stammkraft, verlässlich und gesund, im dritten Jahr eines langfristigen Vertrags. Seine Rolle bei den Steelers ist klar: Wenn Punkte gebraucht werden, ist auf Boswell Verlass. Doch bis hierhin war es ein weiter Weg – geprägt von Rückschlägen, Kritik und der ständigen Frage, ob er überhaupt eine Zukunft in der NFL hat. Genau darin liegt die Kraft seiner Geschichte: Boswell zeigt, was möglich ist, wenn man nicht aufgibt.

Diese Entwicklung kam nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis harter Arbeit und eines Weges, der alles andere als geradlinig verlief. Der Durchbruch kam spät, aber dafür umso eindrucksvoller – mit Rekorden, die ihn in die Steelers-Geschichtsbücher gebracht haben.

Vom Underdog zum Leistungsträger – Die Story eines späten Durchbruchs

Chris Boswell steht heute an einem Punkt, von dem viele Kicker nur träumen. In seiner neunten Saison bei den Steelers sorgt er regelmäßig für die entscheidenden Punkte. Der Wandel vom Underdog zum Schlüsselspieler begann spätestens mit seiner Rekordsaison. In dieser Phase setzte Boswell Maßstäbe: Mit 41 von 44 verwandelten Field Goals und einer Trefferquote von über 93 Prozent war er einer der präzisesten Kicker der Liga. Dazu kamen 35 fehlerlose Extrapunkte und ein Karriere-Bestwert von 57 Yards für das längste Field Goal. Kein anderer Kicker in der Teamgeschichte erzielte mehr Field Goals in einer Saison.

Diese Leistungen haben Boswell endgültig in den Kreis der Elite-Kicker gebracht. In Playoff-Spielen, wenn der Druck am größten ist, zeigte er immer wieder Nervenstärke – etwa mit sechs verwandelten Field Goals in einer Partie, ein Wert, den zuvor kein anderer Steelers-Kicker erreicht hatte. Was Boswell auszeichnet, ist nicht nur seine Präzision, sondern auch die Fähigkeit, nach Fehlern zurückzukommen. In einer Position, in der ein einziger Fehlschuss den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen kann, hat Boswell gezeigt, dass er mit dem Druck umgehen kann. Heute ist er für die Steelers mehr als nur ein Spezialist – er ist das Rückgrat der Special Teams.

Doch diese Sicherheit auf dem Feld hat eine Vorgeschichte. Der Grundstein für Boswells Erfolge wurde schon früh gelegt, weit weg von NFL-Stadien und Millionenverträgen.

Der lange Weg nach oben – Boswells frühe Jahre

Chris Boswell stammt aus Fort Worth, Texas. Schon in der Fossil Ridge High School war er bekannt für seinen starken Fuß. An der Rice University entwickelte er sich zum Leistungsträger, sammelte Auszeichnungen und überzeugte mit seiner Präzision. Zweimal wurde er ins Second-Team All-Conference USA gewählt – ein erster Fingerzeig, dass mehr möglich ist.

Doch der Sprung in die NFL blieb ihm zunächst verwehrt. Im Draft wurde Boswell übergangen. Es folgte ein Jahr zwischen Hoffnung und Zweifel: Practice Squad bei den Houston Texans, ein kurzer Abstecher zu den New York Giants. Für viele wäre das das Ende gewesen – für Boswell war es der Anfang. Nach einem Jahr ohne echte Perspektive öffnete sich bei den Pittsburgh Steelers eine Tür. Was folgte, war der Beginn einer langen Partnerschaft.

Der Weg nach Pittsburgh war steinig. Kein Team, das auf ihn gesetzt hätte, keine Garantie auf einen Kaderplatz. Doch Boswell nutzte seine Chance. Schon in seiner ersten Saison als Starter zeigte er, dass er mehr ist als nur eine Übergangslösung. Mit entscheidenden Treffern in engen Spielen verdiente er sich das Vertrauen seiner Mitspieler und Coaches. Diese ersten Erfahrungen im Profifußball sollten später noch wichtig werden – vor allem, als es nicht immer nach Plan lief.

Rückschläge, Zweifel und der entscheidende Durchbruch

Auch für Boswell gab es Tiefpunkte. Besonders eine Saison stellte alles in Frage. Plötzlich blieb der Ball zu oft neben den Stangen, die Trefferquote sackte auf 65 Prozent ab. Kritik von außen, Zweifel im eigenen Kopf – für einen Kicker kann so eine Phase das Karriereende bedeuten. Doch Boswell verschwand nicht von der Bildfläche. Im Gegenteil: Er arbeitete an seiner Technik, suchte das Gespräch mit Coaches, feilte an Details.

Diese schwierige Zeit war der Wendepunkt. Boswell kämpfte sich zurück, wurde wieder zum Leistungsträger und bekam das Vertrauen der Steelers mit einem neuen Vierjahresvertrag bestätigt. Der Klub signalisierte: Wir glauben an dich, auch nach einer Durststrecke. Für Boswell war das der Startschuss zu einer neuen Phase seiner Karriere. Die Jahre danach zeigten, dass sich Geduld und Fleiß auszahlen können.

Heute profitieren die Steelers von dieser Entwicklung. Boswell hat nicht nur seine Form zurückgefunden – er ist inzwischen ein Vorbild für jüngere Spieler. Seine Geschichte zeigt, wie man sich nach Rückschlägen wieder nach oben kämpft. In einer Liga, in der die Karriere eines Kickers oft schnell vorbei sein kann, hat Boswell sich festgebissen.

Saison Field Goals Trefferquote (%) Extra Points Längstes FG (Yards) Punkte
2022 29 / 33 87,9 31 / 32 56 118
2023 34 / 37 91,9 33 / 33 54 135
2024 41 / 44 93,2 35 / 35 57 158

Die Zahlen sprechen für sich: Boswell hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert und ist zu einem der zuverlässigsten Kicker der Liga geworden. Gerade die Saison mit 41 verwandelten Field Goals markiert einen neuen Standard für die Steelers.

Gegenwart: Rekordjäger und Schlüsselspieler der Steelers

Inzwischen ist Chris Boswell mehr als nur ein Spezialist für schwierige Situationen. Er ist Rekordhalter, Führungsspieler und eine feste Größe im Locker Room. Die jüngsten Jahre zeigen, wie wichtig ein sicherer Kicker für ein Team sein kann. Mit mehreren Franchise-Bestwerten – darunter die meisten Field Goals in einer Saison und die meisten in einem Playoff-Spiel – hat Boswell seinen Platz in der Steelers-Historie sicher.

Gesund, verlässlich und mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet, ist er für das Team Gold wert. Gerade die jungen Spieler profitieren von seiner Erfahrung. Wer als Rookie nach Pittsburgh kommt, sieht in Boswell einen, der nie aufgegeben hat – und der zeigt, wie man sich durchsetzen kann. Seine Rolle als Mentor ist inzwischen fast so wichtig wie seine Treffer auf dem Feld.

Auch in der Liga genießt Boswell großes Ansehen. Kaum ein Gegner unterschätzt ihn noch. Coaches und Mitspieler schätzen seine ruhige Art – und das Wissen, dass er auch in hitzigen Situationen die Nerven behält. Für die Steelers ist er ein Fels in der Brandung, gerade wenn es eng wird. Seine Entwicklung zum Rekordjäger passt ins Bild eines Spielers, der nie den leichten Weg gegangen ist.

Ausblick: Was bringt die Zukunft für Boswell und die Steelers?

Der Vertrag läuft noch über mehrere Jahre, und die sportlichen Ziele sind klar: Boswell will weiter ganz oben mitspielen. Die Rekordjagd ist noch nicht vorbei – sowohl auf Team- als auch auf Liga-Ebene gibt es noch Marken, die fallen könnten. Doch nicht nur Zahlen zählen für Boswell. Er sieht sich längst auch als Vorbild für die nächste Generation. Junge Kicker können von seinem Weg lernen: Gerade dann, wenn es schwierig wird, lohnt es sich, weiterzumachen.

Für die Steelers bleibt Boswell ein zentraler Baustein. In einer Zeit, in der viele Teams auf der Suche nach Stabilität auf der Kicker-Position sind, haben die Steelers ihren Mann längst gefunden. Seine Geschichte zeigt, dass Durchhaltewillen und harte Arbeit am Ende belohnt werden – und dass es sich lohnt, auf die eigene Chance zu warten.

Chris Boswell ist heute nicht mehr der Underdog. Er ist Rekordjäger, Führungsspieler und Vorbild – und einer, der den Steelers noch viele wichtige Punkte bescheren wird. Seine Geschichte ist mehr als die eines Kickers. Sie ist der Beweis, dass man auch in der NFL mit Beharrlichkeit und Mut zum Erfolg kommen kann.

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