Dane Cruikshank steht im Kader der Atlanta Falcons. Seine Rolle ist klar: Backup-Safety, Special Teams-Spezialist, verlässlicher Teamplayer im Hintergrund. Wer auf die Karriere dieses Defensivspielers blickt, sieht keine spektakulären Interceptions, keine Pro Bowl-Nominierungen und keine großen Schlagzeilen. Doch gerade darin liegt das Besondere: Cruikshank ist der Mann, der nie aufgibt – egal wie oft er auf die Ersatzbank oder das Waiver Wire gesetzt wurde. In einer Liga, in der Stars gefeiert und Namen schnell vergessen werden, hat er sich mit Kampfgeist und Vielseitigkeit einen festen Platz in den Kadern verschiedener Teams gesichert.
Was macht Cruikshank so wertvoll? Er ist kein klassischer Starter, aber kaum jemand füllt die Lücken in den Special Teams so zuverlässig wie er. Seine Karriere ist ein Lehrstück darüber, wie man sich in der NFL behauptet, auch wenn man selten im Rampenlicht steht. Doch wie wurde aus dem unscheinbaren Draft-Pick ein Spieler, auf den Coaches immer wieder setzen?
Chino Hills bis Arizona: Die ersten Schritte eines Kämpfers
Der Grundstein für Cruikshanks Karriere wurde in Chino Hills gelegt. Dort, in Kalifornien, wuchs er als Sohn von Dana Cruikshank und Beverley Jackson auf. In der Ayala High School machte er erstmals als vielseitiger Athlet auf sich aufmerksam. Football war für ihn mehr als nur ein Sport – es war die Bühne, auf der er seine Entschlossenheit und sein Teamdenken ausleben konnte. Schon damals fiel auf: Cruikshank war kein Lautsprecher, aber einer, der im Training nie nachließ.
Der nächste Schritt führte ihn an die University of Arizona. Dort entwickelte er sich vom talentierten High School-Spieler zum Führungsspieler. Während seiner College-Zeit stand er in 25 Spielen auf dem Platz, sammelte 134 Tackles, verteidigte 12 Pässe und fing 5 Interceptions. 2017 übernahmen die Coaches ihn sogar als Teamkapitän – ein Ritterschlag für einen, der selten im Mittelpunkt stand, aber immer da war, wenn es zählte. Neben dem Platz zeigte er Verantwortung und schloss sein Studium in Allgemeinbildung ab. Die Werte aus der Heimat und das Durchhaltevermögen aus dem College begleiten ihn bis heute.
Mit dieser Basis im Rücken wagte Cruikshank den Schritt in die NFL. Doch der Weg dorthin sollte alles andere als einfach werden.
Der Sprung in die NFL: Vom Draft-Pick zum Spezialisten
Im Draft wurde Cruikshank nicht an den vorderen Positionen ausgewählt. Erst in der fünften Runde griffen die Tennessee Titans zu. Für viele Spieler bedeutet das: wenig Vorschusslorbeeren, viel Arbeit. Für Cruikshank war es genau die richtige Ausgangslage. Er kannte es, sich zu beweisen – und genau das tat er vom ersten Tag an.
Seine ersten Jahre in Tennessee waren geprägt von harter Arbeit in den Special Teams. Während andere um Starting-Plätze kämpften, übernahm Cruikshank die Aufgaben, für die es wenig Ruhm, aber viel Vertrauen braucht: Kickoff-Coverage, Punt-Unit, Blocken, Tacklen, immer da sein, wenn der Gegner Fehler macht. In vier Jahren bei den Titans kam er auf 44 Einsätze. Die meisten davon in den Special Teams – und genau dort schätzten ihn die Coaches besonders.
Doch Cruikshank wollte mehr. In seiner vierten Saison bekam er erstmals längere Einsätze in der Defense. 43 Tackles und ein erzwungener Fumble sind der Beweis: Wenn es drauf ankommt, kann er auch als Safety wichtige Akzente setzen. Dieser Durchbruch war kein Zufall. Er war die Folge jahrelanger Arbeit – und der Lohn für einen Spieler, der nie locker lässt.
Doch in der NFL gibt es selten Garantien. Nach seiner stärksten Saison musste Cruikshank erleben, wie schnell sich alles ändern kann.
Rückschläge und Neustarts: Immer wieder zurück ins Spiel
Nach den Jahren bei den Titans suchte Cruikshank eine neue Herausforderung und unterschrieb bei den Chicago Bears. Dort sollte er wieder in den Special Teams und als Backup-Safety eine Rolle spielen. Doch dann der nächste Dämpfer: Eine Oberschenkelverletzung warf ihn aus der Bahn. Statt auf dem Feld zu stehen, musste er auf der Injured Reserve zusehen, wie andere seine Rolle übernahmen. Für viele wäre das das Ende gewesen. Nicht für Cruikshank.
Kaum wieder fit, suchte er nach einer neuen Chance. Die New York Jets gaben ihm einen Vertrag – aber schon in der Vorbereitung musste er wieder gehen. Es folgte eine Rückkehr zu den Titans, doch auch dort blieb es bei wenigen Einsätzen. Jedes Mal dieselbe Situation: neue Umgebung, neue Playbooks, neue Coaches – und immer wieder die Frage, ob es diesmal reicht.
Doch genau in diesen Momenten zeigte Cruikshank, was ihn ausmacht. Während viele aufgeben, bleibt er dran. Er weiß, wie schnell sich in der NFL alles drehen kann. Wer bereit ist, jede Aufgabe anzunehmen, bekommt irgendwann wieder eine Chance.
Atlanta: Neue Rolle, neues Vertrauen
Mit dem Wechsel zu den Atlanta Falcons kam für Cruikshank die nächste Gelegenheit. Die Falcons suchten Erfahrung, Zuverlässigkeit und einen Mann, der die Special Teams zusammenhält. Genau dieses Profil bringt Cruikshank mit. Seitdem ist er als Backup-Safety und in den Special Teams gefragt.
Seine Rolle ist klar: Er soll die jungen Spieler anleiten, in den Special Teams für Ordnung sorgen und bereit sein, falls er in der Defense gebraucht wird. Verletzungsfrei und fit, bringt er all das ein, was ihn schon in Tennessee auszeichnete: Übersicht, Arbeitseinstellung und Teamgeist. Die Falcons wissen, was sie an ihm haben – und setzen auf seine Vielseitigkeit.
Station | Spiele | Tackles | Passverteidigungen | Interceptions | Special Teams |
---|---|---|---|---|---|
Tennessee Titans (1. Stint) | 44 | 53 | 2 | 1 | Hauptsächlich |
Chicago Bears | 8 | 1 | 0 | 0 | Hauptsächlich |
New York Jets | 0 | 0 | 0 | 0 | - |
Tennessee Titans (2. Stint) | 2 | 0 | 0 | 0 | Hauptsächlich |
Atlanta Falcons | 1* | 0* | 0* | 0* | Hauptsächlich |
*Aktueller Stand, weitere Einsätze möglich
Die Zahlen zeigen: Cruikshank ist kein Spieler für die großen Statistiken. Er ist da, wenn das Team ihn braucht – und das oft in Situationen, die auf keinem Highlight-Video landen. Seine beste Saison hatte er als Safety bei den Titans, doch der Großteil seines Werts entfaltet sich in den Special Teams. Genau das hat ihn in der NFL gehalten, während viele andere längst verschwunden sind.
Was bleibt – und was kommt: Cruikshank als Vorbild im Hintergrund
Wie geht es weiter für Dane Cruikshank? Seine Vertragssituation ist offen, doch eines ist sicher: Teams, die auf erfahrene, zuverlässige Spezialisten setzen, werden auch künftig nach Spielern wie ihm suchen. Seine körperlichen Voraussetzungen – 1,85 Meter groß, 95 Kilo schwer – passen ins Anforderungsprofil für moderne Safeties. Doch wichtiger als Maße oder Statistiken ist das, was ihn ausmacht: Einsatzwille, Lernbereitschaft und Teamgeist.
Privat bleibt Cruikshank bodenständig. Die Werte aus seiner Familie und die Erfahrungen aus Arizona prägen ihn bis heute. Er weiß, wie schnell sich eine NFL-Karriere ändern kann – und dass jeder Tag im Kader ein Geschenk ist. Für junge Spieler ist er damit ein Vorbild: Nicht jeder wird zum Star, aber jeder kann mit harter Arbeit und der Bereitschaft, jede Rolle anzunehmen, lange in der Liga bleiben.
Vielleicht wird Cruikshank nie in einer NFL-Doku zum Helden erklärt. Aber genau solche Spieler sorgen dafür, dass Teams funktionieren – und dass der Traum von der NFL nicht nur für Superstars, sondern auch für die leisen Arbeiter wahr werden kann. Sein Weg ist der Beweis: Wer nie aufgibt, bekommt immer wieder eine neue Chance.