DJ Ivey trägt heute das Trikot mit der Nummer 38 bei den Cincinnati Bengals. Er steht als Cornerback im Kader – nicht als Star, aber als Kämpfer, der nach einer schweren Knieverletzung wieder auf dem Platz steht. Ivey ist kein Name, der auf den Titelseiten landet. Doch gerade das macht seine Geschichte so besonders: ein Spätpick, der sich in der NFL behaupten will und nach Rückschlägen nicht aufgibt. Sein Weg ist ein Musterbeispiel für Geduld, Arbeit und den Glauben an die eigene Chance.
Nach einer Kreuzbandverletzung in seinem ersten NFL-Jahr stand für Ivey alles auf der Kippe. Viele Spieler verschwinden nach solchen Rückschlägen im Niemandsland der Practice Squads. Ivey aber kämpfte sich zurück, wurde nach seiner Reha reaktiviert und kam in seiner zweiten Saison auf elf Einsätze. Seine Rolle im Team ist noch nicht groß. Doch sie wächst – mit jedem Spiel, jedem Snap, den er gesund bleibt. Und genau darin liegt die Kraft seiner Geschichte.
Diese Entwicklung hat einen langen Anlauf gebraucht. Wer DJ Ivey heute sieht, sieht einen Spieler, der immer wieder beweisen musste, dass er dazugehört. Um zu verstehen, wie aus einem späten Draftpick ein Hoffnungsträger werden kann, lohnt sich der Blick auf seinen Weg. Denn die Wurzeln für Iveys Comeback liegen nicht erst in seiner Verletzung, sondern viel früher – in Florida, zwischen High-School-Feldern und College-Stadien.
Ein langer Weg: Von Florida in die NFL
DJ Ivey wächst in Miami Beach auf, die Jugend geprägt von Sonne, Football und dem Traum, es einmal in die NFL zu schaffen. Schon früh ist klar, dass Football mehr als nur ein Hobby ist. Nach Stationen an zwei High Schools – zunächst in Homestead, später bei South Dade – macht er als Senior mit sechs Interceptions auf sich aufmerksam. Die Scouts werden hellhörig, der Weg ans College ist frei. Ivey gilt als Vier-Sterne-Rekrut, einer der besten Defensivspieler seiner Region.
Doch auch am College läuft nicht alles von selbst. Die University of Miami erwartet viel, und Ivey startet seine Karriere vor allem in den Special Teams. Erst im zweiten Jahr kommt er in die Defensive Rotation – und nutzt seine Chancen. Drei Interceptions, dazu solide Tackling-Zahlen, verschaffen ihm mehr Spielzeit. Ivey bleibt nie der große Name im Roster, doch er wird zum verlässlichen Baustein der Defense. Über fünf Jahre hinweg sammelt er 127 Tackles, sechs Interceptions und siebzehn Pass-Breakups. Kein Glamour, aber viel Substanz.
Station | Spiele (Starts) | Tackles | Interceptions | Pass-Breakups |
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Miami (College) | 58 | 127 | 6 | 17 |
Bengals (NFL, 1. Jahr) | 8 | 3 | 0 | 1 |
Bengals (NFL, 2. Jahr) | 11 | 4 | 0 | 2 |
Die Zahlen zeigen einen Spieler, der sich Stück für Stück nach oben arbeitet. Das College legt den Grundstein, doch erst im Draft zeigt sich, wie hart der Weg wirklich wird. Ivey wird erst spät aufgerufen – in der siebten Runde, Pick 246. Für viele ein Zeichen: Hier kommt kein künftiger Star, sondern ein Außenseiter, der um jeden Kaderplatz kämpfen muss.
Der Härtetest: Verletzung und Rückkehr
Im ersten Jahr bei den Bengals bekommt Ivey früh Einsatzzeit. Er ist Teil der Special Teams, kommt in acht Spielen aufs Feld, sichert sogar einen Fumble. Doch dann der Schock: Kreuzbandriss gegen Ende der Saison. Für einen Spätpick ist so eine Verletzung oft das Karriereauss. Viele bekommen nach so einem Rückschlag keine zweite Chance.
Doch bei Ivey läuft es anders. Die Bengals halten an ihm fest, geben ihm Zeit für die Reha. Das medizinische Team, die Coaches und nicht zuletzt seine Familie unterstützen ihn – mental und körperlich. Die Monate abseits des Spielfelds zerren an den Nerven. Die Zweifel, ob das Knie wieder hält, sind ständige Begleiter. Doch Ivey nutzt die Zeit, arbeitet an sich, bleibt dran. Für ihn ist klar: Noch einmal will er zeigen, was in ihm steckt.
Nach der langen Pause kommt die Rückkehr. Mitten in seiner zweiten NFL-Saison steht er wieder auf dem Feld, diesmal in elf Spielen. Die Rolle ist klein, aber sie ist da. Ivey verteidigt Pässe, bringt sich ein, bleibt verletzungsfrei. Für ihn ist das mehr als nur Statistik – es ist der Beweis, dass er nach dem Rückschlag wieder konkurrenzfähig ist. Die Bengals setzen ihn als Rotationsspieler ein, besonders in Situationen, in denen sichere Tackles und Disziplin gefragt sind.
Karriere-Meilensteine |
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Vier-Sterne-Rekrut an der High School |
Starter bei Miami, 127 Tackles in 5 Jahren |
Draft Pick #246 in Runde 7 |
Knieverletzung im Rookie-Jahr |
Comeback mit 11 Einsätzen in Saison 2 |
Die Meilensteine zeigen, wie jeder Schritt nach vorne hart erarbeitet werden musste. Nichts wurde Ivey geschenkt – und das prägt seinen Stil bis heute. Er spielt nicht spektakulär, aber zuverlässig. Genau das braucht ein NFL-Team von seinen Backups: Fehler vermeiden, Chancen nutzen, wenn sie kommen.
Die nächste Stufe: Bengals, Chancen und Ziele
Nach seiner Rückkehr ist Ivey fester Bestandteil der Rotation im Bengals-Backfield. Seine Rolle ist klar: Er soll Tiefe bieten, Druck auf die Starter machen und in den Special Teams Akzente setzen. Die Konkurrenz im Team ist groß, doch für Ivey ist das nichts Neues. Schon am College und im Draft musste er sich immer wieder beweisen. Heute profitiert er von diesen Erfahrungen – und weiß, dass jeder Snap zählt.
Die Bengals setzen auf junge, hungrige Verteidiger, die sich im Training anbieten und im Spiel ihre Aufgaben erfüllen. Ivey passt genau in dieses Profil. Seine Statistiken sind nicht spektakulär, aber sie zeigen: Er ist bereit, wenn er gebraucht wird. Vier Solo-Tackles und zwei Pass-Breakups in seiner zweiten Saison sind keine Zahlen für die Schlagzeilen, aber sie belegen, dass er seinen Platz gefunden hat. Noch fehlt der große Durchbruch, doch die Richtung stimmt.
Fakten | Wert |
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Größe | 1,85 m |
Gewicht | 87 kg |
Trikotnummer | 38 |
Draft | Runde 7, Pick 246 |
Auch vertraglich ist die Zukunft offen. Die Details für die kommende Saison sind nicht bekannt – ein zusätzlicher Anreiz, sich zu beweisen. Wer in der NFL als Spätpick überlebt, weiß: Jeder Tag im Kader zählt. Mit seiner Geschichte, der Rückkehr nach schwerer Verletzung und dem Willen, sich durchzubeißen, steht Ivey heute sinnbildlich für all jene Spieler, die im Schatten der Stars ihren Weg suchen.
Der Blick nach vorne ist geprägt von Hoffnung und Ehrgeiz. Ivey will mehr Spielzeit, will sich als Spezialist für bestimmte Pass-Situationen empfehlen. Die Bengals bieten ihm die Plattform – jetzt liegt es an ihm, die nächste Stufe zu nehmen. Seine Reise ist noch nicht zu Ende. Sie steht für den langen Atem, den man in der NFL braucht. Aus einem Spätpick ist ein Kämpfer geworden, der nach jedem Rückschlag wieder aufsteht.