Greg Zuerlein

Position
Placekicker
Aktuelles Team
Gewicht
195 lbs
Größe
6' 0"
Age
37
College
Missouri Western
Experience
13

Greg Zuerlein steht vor einer ungewissen Zukunft. Der Kicker mit dem berühmten Bein, der für seine weiten Field Goals und spektakulären NFL-Rekorde bekannt wurde, ist nach seiner Entlassung bei den New York Jets aktuell ohne Team. Gesundheitliche Probleme haben ihn ausgebremst, sein letzter Vertrag wurde nach einem nicht bestandenen Medizincheck vorzeitig beendet. Die Liga fragt sich: Ist das der Schlusspunkt einer außergewöhnlichen Kicker-Karriere oder kommt noch einmal ein Comeback?

Was Zuerlein von anderen Kickern unterscheidet, ist kein Zufall. Seine Schusskraft und Präzision aus großer Distanz machten ihn zu einem der gefürchtetsten Spezialisten der Liga. Seine Karriere ist geprägt von langen Wegen, Rückschlägen und immer wieder neuen Chancen. Jetzt, an einem entscheidenden Punkt, lohnt sich der Blick zurück – und nach vorn auf das, was noch kommen könnte.

Weite Wege: Vom Nebraska-Talent zum NFL-Kicker

Der Weg in die NFL war für Greg Zuerlein alles andere als vorgezeichnet. Aufgewachsen in Lincoln, Nebraska, sammelte er an der Pius X High School erste Erfahrungen als Kicker. Schon damals fiel seine Schusskraft auf, doch der Weg zum Profi führte über viele Hürden. Nach dem Abschluss wechselte Zuerlein an die University of Nebraska Omaha. Dort zeigte er schnell, dass er das Zeug zum College-Kicker hatte – bis ihn eine schwere Hüftverletzung stoppte. Die Saison war für ihn gelaufen, und kurz darauf stellte die Universität ihr Football-Programm ein.

Doch Zuerlein ließ sich nicht entmutigen. Er suchte sich eine neue Chance an der Missouri Western State University. In dieser Division-II-Schule schrieb er Geschichte: 21 verwandelte Field Goals in Serie – ein Rekord, der landesweit für Aufsehen sorgte. Plötzlich war der Junge aus Nebraska wieder auf dem Radar der Scouts. Seine Mentalität, nach Rückschlägen nicht aufzugeben, sollte ihn noch oft begleiten.

Beim NFL Draft wurde Zuerlein schließlich in der sechsten Runde ausgewählt. Viele Teams hatten Zweifel, ob ein Kicker von einer kleinen Schule den Sprung in die Liga schaffen kann. Doch die Rams setzten auf sein Talent – und damit begann die nächste Etappe seines Weges.

Mr. Leg: Zuerleins Aufstieg und Höhepunkte in der NFL

Mit seinem Wechsel zu den Rams startete Zuerlein in eine neue Welt. Schon in seiner Rookie-Saison machte er mit langen Field Goals auf sich aufmerksam. Schnell bekam er den Spitznamen "Legatron" – ein Hinweis auf seine außergewöhnliche Beinkraft. Der Durchbruch gelang ihm endgültig in seiner sechsten NFL-Saison: Mit einer Erfolgsquote von 95 Prozent bei Field Goals, mehreren Treffern aus über 50 Yards und einem 61-Yard-Field-Goal setzte er neue Maßstäbe. Die Liga ehrte ihn mit einer Pro Bowl-Nominierung und der Wahl ins First-Team All-Pro.

Diese Leistungen kamen nicht von ungefähr. Zuerlein arbeitete hart an seiner Technik, perfektionierte den Anlauf und den Ballkontakt. Die Rams profitierten von seiner Zuverlässigkeit, vor allem bei langen Versuchen – ein Bereich, in dem viele Kicker schwächeln. Seine Rekorde sprechen für sich: Er war der erste NFL-Spieler, der in einer Partie sowohl ein 60-Yard- als auch ein 50+-Yard-Field Goal erzielte. Zudem gelangen ihm als erstem Kicker zwei Field Goals aus über 58 Yards in einem Spiel. Für die Rams stellte er Franchise-Bestmarken auf, darunter das längste Field Goal und die meisten verwandelten Kicks in einer Begegnung.

Nach sieben Jahren mit den Rams wechselte Zuerlein zu den Dallas Cowboys. Auch dort war er auf Anhieb der gesetzte Kicker. In seinem ersten Jahr in Dallas verwandelte er 34 von 41 Field-Goal-Versuchen – solide Werte, die ihm den Respekt der Coaches und Mitspieler sicherten. Die Cowboys vertrauten auf seine Nervenstärke, auch wenn die ganz großen Highlights ausblieben.

Nach zwei Jahren in Texas zog es Zuerlein in den Nordosten zu den New York Jets. Dort zeigte er noch einmal, was ihn ausmacht. In seiner zweiten Saison bei den Jets traf er 35 von 38 Field Goals – eine Quote von über 92 Prozent. Gerade in engen Spielen war auf ihn Verlass. Doch die körperlichen Probleme machten sich immer stärker bemerkbar. Knieverletzungen führten dazu, dass er in der folgenden Saison nur noch neun Spiele absolvieren konnte. Die Trefferquote sackte spürbar ab – das erste Mal in seiner Karriere kam er unter 70 Prozent. Für einen Kicker dieses Formats ein Warnsignal.

Schwierige Kicks: Verletzungen und Wendepunkte

Zuerleins Karriere ist ein Lehrstück über den Umgang mit Rückschlägen. Schon im College musste er sich nach einer Hüftverletzung zurückkämpfen, ehe er bei Missouri Western die Chance zum Neustart nutzte. Auch in der NFL blieben Verletzungen ein ständiger Begleiter. Besonders die Knieprobleme in seinen letzten Jahren machten ihm zu schaffen – und letztlich kosteten sie ihn den Platz bei den Jets.

Die Entlassung nach einem nicht bestandenen Medizincheck war ein tiefer Einschnitt. Plötzlich war Zuerlein nicht mehr Teil eines NFL-Kaders. Der finanzielle Aspekt spielt dabei auch eine Rolle: Sein letzter Vertrag bei den Jets lief eigentlich noch weiter, doch das Team sparte durch die Entlassung mehrere Millionen Dollar ein. Für Zuerlein bedeutet das, dass er sich neu orientieren muss – sowohl sportlich als auch privat.

Der Blick auf die vergangenen Stationen zeigt: Immer wieder hat er sich aus schwierigen Situationen befreit. Nach dem College-Neustart folgte die NFL, nach Verletzungen kamen Comebacks. Doch diesmal ist die Herausforderung größer als je zuvor. Das Alter, die körperlichen Verschleißerscheinungen und die Konkurrenz durch jüngere Kicker machen einen weiteren Vertrag alles andere als selbstverständlich.

Karriere-Statistik Wert
Field Goals 338 von 411 (82,2 %)
Extrapunkte 395 von 413 (95,6 %)
Längstes Field Goal 61 Yards
Pro Bowl-Nominierungen 1
First-Team All-Pro 1
NFL-Rekorde 2 (60+ und 50+ Yards in einem Spiel, zwei 58+ Yards in einem Spiel)
Franchise-Rekorde (Rams) Längstes Field Goal, meisten Field Goals in einem Spiel

Die Zahlen zeigen: Zuerlein hat nicht nur Rekorde gesetzt, sondern auch über Jahre hinweg solide abgeliefert. Doch Statistiken allein entscheiden nicht über die Zukunft eines NFL-Kickers. Gesundheit und Form sind mindestens genauso wichtig.

Zahlen, Rekorde, Vermächtnis

Greg Zuerlein ist mehr als nur ein Kicker mit einem starken Bein. Seine Karriere steht für das Streben nach Perfektion auf einer Position, die oft unterschätzt wird. Die wichtigsten Zahlen sprechen für sich: Über 82 Prozent seiner Field Goals verwandelte er, fast 96 Prozent seiner Extrapunkte fanden ihr Ziel. Besonders auffällig bleiben die weiten Distanzen – 61 Yards als Bestwert, dazu mehrere Treffer aus über 50 Yards. Damit gehört er zu den wenigen Kickern, die regelmäßig aus diesen Entfernungen scoren konnten.

Sein Einfluss auf die Teams war spürbar. Die Rams setzten jahrelang auf seine Zuverlässigkeit, gerade bei langen Versuchen. In Dallas und New York vertrauten die Coaches auf seine Nervenstärke – und oft zahlte es sich aus. In engen Spielen, wenn der Druck am größten war, konnte sich das Team auf ihn verlassen.

Auch abseits des Spielfelds blieb Zuerlein bodenständig. Seine Wurzeln in Nebraska, die Ausbildung an einer kleinen Universität, das Fehlen von Starallüren – all das machte ihn im Locker Room beliebt. Über seine Familie ist wenig bekannt, doch seine Heimatverbundenheit und sein Weg über kleinere Programme zeigen, dass er nie den Bezug zur Basis verloren hat.

Ausblick: Karriere-Ende oder letzte Chance?

Die aktuelle Situation ist offen. Als Free Agent mit gesundheitlichen Fragezeichen muss Zuerlein abwarten, ob sich noch einmal eine Tür in der NFL öffnet. Die Konkurrenz ist groß, viele Teams setzen auf jüngere, günstigere Kicker. Doch Erfahrung und Nervenstärke sind in der Liga immer gefragt – gerade wenn es um entscheidende Spiele geht. Sollte sich ein Team für einen erfahrenen Spezialisten interessieren, könnte Greg Zuerlein noch einmal ins Rampenlicht zurückkehren.

Was bleibt, ist das Vermächtnis eines Kickers, der nie den leichten Weg gewählt hat. Vom College-Neustart über NFL-Rekorde bis hin zu Comebacks nach Verletzungen: Zuerlein hat gezeigt, dass es sich lohnt, für seine Chance zu kämpfen. Ob als Spieler, Coach oder vielleicht sogar im Medienbereich – seine Erfahrungen sind gefragt, sein Name wird in der NFL noch lange mit starken Nerven und weiten Schüssen verbunden bleiben.

Das Kapitel Greg Zuerlein ist noch nicht ganz geschlossen. Vielleicht kommt die letzte große Chance – vielleicht beginnt ein neues Kapitel abseits des Spielfelds. Sicher ist: Die NFL wird seinen Namen nicht so schnell vergessen.

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