Griffin Hebert ist derzeit Free Agent – und doch kennt ihn jeder NFL-Scout, der auf der Suche nach einem Spieler mit Biss, Vielseitigkeit und Kampfgeist ist. Noch vor Kurzem stand er mehrfach im Practice Squad der Philadelphia Eagles, immer wieder zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Was ihn von vielen anderen unterscheidet: Hebert scheut keinen Neuanfang. Seine Geschichte ist die eines Footballers, der sich nicht mit Rückschlägen abfindet, sondern daraus neue Energie zieht. Wer einen klassischen NFL-Werdegang sucht, wird bei ihm nicht fündig. Doch genau das macht ihn so spannend.
Der Weg in die Liga war für Hebert kein Selbstläufer. Nach einer erfolgreichen Zeit als Tight End am College wagte er in der NFL den Positionswechsel zum Wide Receiver – ein Schritt, der Mut und viel Arbeit verlangt. In einer Liga, in der jeder Fehler das Aus bedeuten kann, hat Hebert immer wieder gezeigt, dass er bereit ist, sich neu zu erfinden. Doch wie kam es dazu, dass ein Spieler aus Lafayette, Louisiana, an dieser Schwelle zwischen Durchbruch und Entlassung immer wieder zurückkehrt? Und welche Chancen hat er noch?
Neuanfang als Prinzip: Heberts ständiger Kampf um die NFL
Kaum ein Spieler muss so oft von vorne anfangen wie Griffin Hebert. Nach seiner Zeit an der Louisiana Tech University, in der er als verlässlicher Tight End auffiel, stand er nach dem College ohne Draft-Status da. Doch das hielt ihn nicht auf. Stattdessen unterschrieb er als Undrafted Free Agent und nahm die Herausforderung an, sich in der NFL zu beweisen. Schon früh wurde klar: Wer in seinem Lebenslauf mehrfach „entlassen“ stehen hat, braucht mehr als nur Talent. Hebert bringt genau das mit – gepaart mit einer Bereitschaft, an sich zu arbeiten, die selten geworden ist.
In seiner Zeit bei den Philadelphia Eagles, die ihn gleich mehrfach für den Practice Squad verpflichteten und wieder entließen, zeigte sich Heberts größte Stärke: Er gibt nie auf. Nach jeder Enttäuschung kämpfte er sich zurück, lernte dazu und suchte das Gespräch mit Coaches. Seine Entwicklung ist ein Lehrstück dafür, wie man sich in einer der härtesten Ligen der Welt behaupten kann – auch wenn der Durchbruch immer wieder vertagt wird.
Doch diese Hartnäckigkeit kommt nicht von ungefähr. Wer Heberts Karriere verfolgt, erkennt schnell, dass er schon in jungen Jahren gelernt hat, für seine Ziele zu arbeiten. Der Grundstein dafür wurde in Lafayette gelegt, wo er als High-School-Spieler erste Erfolge feierte und sich mit Bestleistungen in die Notizbücher der College-Coaches spielte.
Von Lafayette in die NFL: Die Anfänge eines Kämpfers
Geboren und aufgewachsen in Lafayette, Louisiana, war Football für Hebert von Beginn an mehr als nur ein Hobby. An der St. Thomas More Catholic High School sammelte er über 1.000 Receiving Yards und erzielte 24 Touchdowns – Werte, die für Aufmerksamkeit sorgten. In seinem Abschlussjahr führte er sein Team zum ersten State Title der Schulgeschichte. Schon damals fiel auf: Hebert übernimmt Verantwortung, wenn es darauf ankommt.
Mit diesen Erfahrungen wechselte er an die Louisiana Tech University. Dort wurde er zum Leistungsträger auf der Tight-End-Position. Über fünf Jahre kam er auf 99 Receptions, 1.532 Yards und 14 Touchdowns – solide Zahlen, die ihn als Allrounder mit sicheren Händen auszeichneten. Doch die NFL ist nicht das College. Die Anforderungen sind höher, die Konkurrenz ist größer, und selbst gestandene College-Stars müssen sich oft hinten anstellen. Für Hebert bedeutete das: Noch einmal ganz von vorne beginnen.
Die Einladung als Undrafted Free Agent war der nächste Schritt. Doch statt sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, stellte er sich einer neuen Herausforderung. Die NFL-Teams sahen in ihm weniger den klassischen Tight End, sondern einen Spieler, der auf der Wide-Receiver-Position seine Athletik und Technik ausspielen könnte. Hebert nahm die Herausforderung an – und begann, an seinem Spielstil zu feilen.
Positionswechsel und ständiger Konkurrenzkampf: Der Alltag in der NFL
Der Wechsel vom Tight End zum Wide Receiver ist kein bloßer Positionswechsel. Er bedeutet eine komplette Umstellung: neue Laufwege, anderes Blocking, mehr Tempo, andere Anforderungen im Route Running. Für Hebert war das kein Grund zur Resignation. Im Gegenteil: Er arbeitete an seiner Schnelligkeit, feilte an seinen Händen und suchte gezielt das Duell mit erfahrenen Receivern im Training.
Seine erste Station waren die Seattle Seahawks. Dort bekam er in der Preseason einige Snaps, fing drei Pässe für 21 Yards und zeigte, dass er auch gegen NFL-Defenses bestehen kann. Doch der Kaderplatz blieb ihm verwehrt. Nach der Entlassung folgte der nächste Anlauf – diesmal bei den Philadelphia Eagles. Dort bot sich ihm die Chance, im Practice Squad weiter an sich zu arbeiten. Immer wieder wurde er verpflichtet, wieder entlassen, erneut geholt. Für viele wäre das ein Grund, den Traum aufzugeben. Für Hebert war es Ansporn.
Gerade bei den Eagles wurde deutlich, wie eng der Konkurrenzkampf auf den hinteren Kaderplätzen ist. Jeder Trainingstag entscheidet über die Zukunft. Hebert zeigte in den Preseason-Spielen, dass er auch als Receiver Akzente setzen kann – drei Receptions für 48 Yards sprechen eine klare Sprache. Doch der letzte Schritt in den aktiven Kader blieb ihm verwehrt. Immer wieder mussten Coaches harte Entscheidungen treffen, und Hebert gehörte oft zu den Spielern, die gehen mussten – nur um kurz darauf erneut eine Chance zu bekommen.
Team | Rolle | Leistung (Preseason) | Status |
---|---|---|---|
Seattle Seahawks | Wide Receiver | 3 Receptions, 21 Yards | Entlassen nach Preseason |
Philadelphia Eagles | Practice Squad / Wide Receiver | 3 Receptions, 48 Yards | Mehrfach entlassen und erneut verpflichtet |
Die Tabelle zeigt: Heberts Weg in der NFL ist geprägt von kurzen Chancen und ständigen Wechseln. Doch genau diese Erfahrungen haben ihn zu dem gemacht, was er heute ist – ein Spieler, der sich immer wieder auf neue Situationen einstellt und nie den Glauben an sich verliert.
Zwischen Hoffnung und Realität: Wie geht es weiter für Hebert?
Aktuell steht Griffin Hebert bei keinem NFL-Team unter Vertrag. Sein Name taucht dennoch immer wieder auf, wenn es um mögliche Verstärkungen für Practice Squads oder flexible Receiver-Typen geht. Was spricht für ein Comeback? Zum einen seine Vielseitigkeit: Wer es schafft, vom College-Tight End in die NFL zu kommen und dort auf einer völlig neuen Position zu bestehen, bringt mehr mit als nur Talent. Zum anderen sein Charakter: Coaches loben seine Einstellung, seine Bereitschaft, sich in den Dienst des Teams zu stellen und an sich zu arbeiten.
Auch im Training gilt Hebert als jemand, der sich nicht zu schade ist, Extra-Einheiten zu schieben oder jüngeren Spielern Tipps zu geben. In einer Liga, in der selbst gestandene Profis von Jahr zu Jahr um ihre Jobs bangen müssen, ist das ein echtes Plus. Wer weiß, vielleicht öffnet sich für ihn noch einmal die Tür – sei es im Practice Squad eines NFL-Teams oder in einer alternativen Liga, in der er seine Fähigkeiten weiter unter Beweis stellen kann.
Hebert hat seinen Abschluss an der Louisiana Tech University in der Tasche, seine Wurzeln in Lafayette sind geblieben. Doch sein Traum von der NFL lebt weiter. Solange Teams auf der Suche nach Spielern sind, die sich nicht unterkriegen lassen, wird sein Name im Gespräch bleiben. Hebert ist ein Beispiel dafür, dass der Weg in die NFL nicht immer gerade verläuft – und dass sich Beharrlichkeit am Ende oft auszahlt.
- Körpermaße: 6'1'' (1,85 m), 231 lbs (105 kg)
- College-Statistiken: 99 Receptions, 1.532 Yards, 14 Touchdowns
- NFL-Preseason: 6 Receptions, 69 Yards (Seattle & Eagles)
- Vertragsstatus: Aktuell Free Agent
- Ausbildung: Abschluss an der Louisiana Tech University
- Herkunft: Lafayette, Louisiana
Ob als Receiver, Special Teamer oder vielleicht sogar auf einer neuen Position: Griffin Hebert bleibt ein Spieler, der sich von Rückschlägen nicht aufhalten lässt. Seine Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben – und wer weiß, vielleicht wartet das nächste Kapitel schon in der kommenden Saison.