Harrison Mevis steht heute als Kicker bei den New York Jets im Rampenlicht. Der bullige Spezialist, bekannt als „The Thiccer Kicker“, hat sich in der NFL einen Platz erarbeitet, um den viele vor wenigen Jahren noch nicht einmal zu träumen wagten. Mevis’ außergewöhnliche Beinkraft und sein markantes Auftreten machen ihn zur auffälligen Figur im Special Teams-Rennen der Jets. Doch der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Was nach einem klassischen NFL-Märchen klingt, ist in Wahrheit die Geschichte eines Spielers, der sich nach Rückschlägen und Umwegen in einer Nische festgebissen hat – und jetzt endlich die Chance bekommt, sich zu beweisen.
Wer heute auf Mevis setzt, bekommt nicht nur einen Kicker mit College-Rekorden und UFL-Auszeichnungen. Man bekommt einen Spieler, der gelernt hat, mit Gegenwind umzugehen. Seine Karriere ist ein Beispiel dafür, wie sich Beharrlichkeit und Spezialistentum im Pro Football auszahlen können. Doch wie wurde aus dem Undrafted Free Agent der Hoffnungsträger der Jets?
Diese Frage führt direkt zum Anfang – und zu einer Karriere, die sich erst nach Umwegen und Rückschlägen richtig entfaltete.
Der steinige Weg ins Rampenlicht
Nach seiner College-Zeit an der University of Missouri startete Mevis seine Profi-Laufbahn als Undrafted Free Agent. Die Carolina Panthers gaben ihm seine erste Chance. Doch nach wenigen Monaten war der Traum vom NFL-Auftritt erst einmal geplatzt – die Entlassung folgte noch vor dem Start der regulären Saison. Für viele junge Kicker endet an diesem Punkt die Hoffnung auf eine große Karriere. Doch Mevis entschied sich für einen anderen Weg.
Statt abzuwarten, wechselte er in die United Football League (UFL) zu den Birmingham Stallions. Die UFL gilt für viele als letzte Chance oder Sprungbrett. Für Mevis wurde sie zum Ort seines Durchbruchs. Mit einer Trefferquote von 95,2 Prozent bei Field Goals und nur einem einzigen Fehlschuss (aus 63 Yards) bewies er, dass er nicht nur mit Druck umgehen kann, sondern auch auf höchstem Niveau abliefert. Ein 54-Yard-Field-Goal, mehrere spielentscheidende Kicks und die Auszeichnung als Special Teams Player of the Week machten ihn schnell zum Gesprächsthema – nicht nur in der UFL, sondern auch bei NFL-Scouts.
Die starken Leistungen in der UFL blieben nicht lange unbemerkt. NFL-Teams wurden aufmerksam, und schließlich gaben die New York Jets dem „Thiccer Kicker“ einen mehrjährigen Vertrag. Damit war Mevis zurück in der NFL – mit einer neuen Chance, die er sich ganz allein erarbeitet hatte. Doch wie kam es überhaupt so weit? Diese Leistung kam nicht von ungefähr.
Von Indiana nach Missouri: Die Basis für einen Spezialisten
Der Grundstein für Mevis’ Weg ins Profigeschäft wurde schon früh gelegt. Aufgewachsen in Warsaw, Indiana, stammt er aus einer sportlichen Familie. Sein älterer Bruder Andrew ist ebenfalls Kicker und hat sich in der Indoor Football League einen Namen gemacht. Schon an der Warsaw Community High School zeigte Harrison, dass er das Zeug zum Spezialisten hat – und vor allem, dass er mit Druck umgehen kann.
Seine College-Zeit an der University of Missouri war geprägt von Bestleistungen. Mit einer Trefferquote von 83,5 Prozent bei Field Goals und fast perfekten Extrapunkten zeigte Mevis, dass er zu den besten College-Kickern des Landes gehört. Er stellte einen SEC-Rekord für das längste Field Goal auf – 61 Yards gegen Kansas State. Solche Zahlen sprechen für sich. Mehrfach wurde er ins All-American-Team gewählt, erhielt Auszeichnungen als Freshman und etablierte sich als einer der zuverlässigsten Kicker der Conference. Der markante Spitzname „The Thiccer Kicker“ entstand in dieser Zeit und wurde zu seinem Markenzeichen – ein Kicker, der mit 243 Pfund deutlich massiger ist als seine Positionskollegen.
Doch trotz dieser Erfolge blieb Mevis der Sprung in die NFL zunächst verwehrt. Im Draft blieb er unberücksichtigt, und auch nach der ersten Chance bei den Panthers war der Weg in die Liga alles andere als sicher. Die Entlassung war ein herber Rückschlag – und stellte seine Karriere auf den Prüfstand. Was folgte, war der Schritt in die UFL. Hier zeigte sich, ob Mevis nur ein College-Phänomen war – oder ob er auch unter Profibedingungen bestehen kann.
Durchbruch in der UFL: Sprungbrett zurück in die NFL
Der Wechsel zu den Birmingham Stallions in die UFL war für Mevis mehr als nur eine Notlösung. Hier bekam er die Chance, seine Fähigkeiten gegen gestandene Profis zu beweisen – und er nutzte sie. 20 von 21 Field Goals fanden ihr Ziel, darunter mehrere Kicks aus über 50 Yards. Seine einzige verpasste Gelegenheit war ein waghalsiger 63-Yard-Versuch, der dennoch für Aufsehen sorgte.
Station | Field Goals | Trefferquote | Längstes FG | PATs |
---|---|---|---|---|
Missouri (College) | 86/103 | 83,5% | 61 Yards | 148/149 |
Birmingham Stallions (UFL) | 20/21 | 95,2% | 54 Yards | k.A. |
Die Tabelle zeigt: Mevis war nicht nur im College stark, sondern konnte seine Leistung auch auf Profiebene bestätigen. Seine Quoten und Reichweiten machten ihn schnell zum Gesprächsthema bei NFL-Teams. Für viele Kicker ist die UFL das Ende einer Profi-Laufbahn. Für Mevis wurde sie zum Sprungbrett. Die Jets entschieden sich, ihm eine neue Chance zu geben – und setzten damit auf einen Spieler, der gezeigt hat, dass er nach Rückschlägen noch stärker zurückkommen kann.
Neue Ziele bei den Jets: Konkurrenzkampf und Chancen
Seit seinem Wechsel zu den New York Jets ist Mevis im Rennen um die Kicker-Position. Die Konkurrenz ist groß, denn mit Rookie Caden Davis steht ein weiterer talentierter Spezialist im Kader. Doch Mevis bringt etwas mit, das man nicht trainieren kann: Erfahrung mit Drucksituationen und die Fähigkeit, auch nach Rückschlägen wieder voll anzugreifen. Seine außergewöhnliche Beinkraft und die Routine aus College und UFL könnten am Ende den Ausschlag geben – vor allem in einer Liga, in der Spiele oft durch Special Teams entschieden werden.
Mevis ist gesund, hochmotiviert und hat einen mehrjährigen Vertrag unterschrieben. Die Jets setzen auf seine Power und hoffen, dass er die lange gesuchte Konstanz auf der Kicker-Position bringt. Für Mevis ist es die Chance, sich dauerhaft in der NFL zu etablieren – und zu zeigen, dass sein Weg über die UFL kein Zufallstreffer war.
Zahlen, Fakten, Besonderheiten
Größe | 5 Fuß 11 Zoll (180 cm) |
---|---|
Gewicht | 243 Pfund (110 kg) |
Spitzname | The Thiccer Kicker |
SEC-Rekord | Längstes Field Goal: 61 Yards |
Familie | Bruder Andrew ist ebenfalls Kicker |
Herkunft | Warsaw, Indiana |
Diese Daten unterstreichen, warum Mevis auffällt – auf dem Feld und daneben. Seine Körpermaße, der markante Spitzname und die College-Rekorde machen ihn zu einer echten Ausnahmeerscheinung unter den NFL-Kickern.
Ein Spezialist findet seine Nische
Harrison Mevis steht exemplarisch für einen neuen Typ NFL-Kicker: kraftvoll, auffällig und bereit, auch ungewöhnliche Wege zu gehen. Sein Weg führte ihn von Indiana über Missouri, durch Rückschläge in der NFL, in die UFL – und jetzt zu den New York Jets. Jede Station hat ihn geformt und auf die nächste Herausforderung vorbereitet. Heute profitiert er von all diesen Erfahrungen. Die Jets setzen auf seine Beinkraft und seine Nervenstärke – und Mevis hat die große Chance, sich als langfristiger NFL-Kicker zu etablieren.
Seine Geschichte zeigt, dass es sich lohnt, für eine Nische zu kämpfen. Wer sich durchbeißt, kann auch als Underdog in der NFL eine Rolle spielen. Harrison Mevis ist mehr als nur „der kräftige Kicker“ – er ist ein Beispiel dafür, dass Spezialistentum, Geduld und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, im Profisport belohnt werden können. Sein Weg ist noch nicht zu Ende. Doch schon jetzt steht fest: Mevis hat seine Nische gefunden – und könnte sie in den kommenden Jahren zur festen Größe in der NFL machen.