Isaiah Likely gilt heute als einer der spannendsten Tight Ends der NFL. Der gebürtige Massachusetts-Boy ist bei den Baltimore Ravens längst mehr als nur Backup. Nach drei Jahren in der zweiten Reihe steht Likely vor dem Sprung zum Schlüsselspieler – und zeigt, wie Geduld, Arbeit und der richtige Moment eine Karriere verändern können. Im letzten Jahr seines Rookie-Vertrags ist er nicht nur sportlich gefragt: Auch die Zukunft der Ravens auf der Tight-End-Position hängt an ihm. Wie kam es dazu, dass ein wenig beachteter Draft-Pick plötzlich als Hoffnungsträger gilt?
Die Antwort beginnt mit seiner Entwicklung im Schatten von Mark Andrews. Likely hat sich Stück für Stück in den Fokus gespielt, zuletzt mit einer Saison, die seine Rolle im Team neu definiert hat. Head Coach John Harbaugh spricht offen von All-Pro-Potenzial. Und im Trainingsbetrieb schwärmen selbst junge Verteidiger wie Malaki Starks von Likelys Explosivität und Vielseitigkeit. Alles deutet darauf hin: Die Ravens stehen an der Schwelle zu einer neuen Tight-End-Ära – und Likely ist mittendrin.
Doch diese Entwicklung kam nicht über Nacht. Wer Likelys Weg verstehen will, muss zurückblicken: auf Jahre zwischen Hoffnung und Warten, auf kleine Schritte und große Chancen. Nach seinem Durchbruch im letzten Jahr lohnt ein Blick auf die Zeit des Wartens – und auf das, was ihn heute so wertvoll macht.
Der späte Durchbruch – Likely im Rampenlicht
Jeder NFL-Spieler hofft auf diesen einen Moment: das Spiel, in dem aus einem Rollenspieler ein echter Difference Maker wird. Für Isaiah Likely kam dieser Moment in seiner dritten Saison. Nach soliden Jahren als Backup und Rotationsspieler lieferte er eine Saison ab, die ihn endgültig ins Rampenlicht katapultierte. 42 Receptions, 477 Yards, sechs Touchdowns – dazu ein Playoff-Auftritt gegen Buffalo, der selbst erfahrene Beobachter staunen ließ: Vier Catches, 73 Yards, ein Touchdown. Die Ravens verloren das Spiel, doch Likelys Leistung war ein Statement. Plötzlich war klar: Hier wächst mehr als nur ein solider Ersatzmann heran.
Die Gründe für diesen Aufschwung liegen auf der Hand. Mark Andrews bleibt zwar der Fixpunkt im Passspiel, doch Likelys Rolle wurde immer größer. Verletzungen im Kader, neue Offensivschemen und die Bereitschaft der Coaches, Likely mehr Verantwortung zu geben, öffneten die Tür. Die Coaches nutzten seine Vielseitigkeit: Mal als klassischer Tight End, mal im Slot, mal als Big Receiver. Jede Woche kamen neue Aufgaben – und Likely lieferte.
Im Team wurde das schnell registriert. Defensive-Neuzugang Malaki Starks nannte Likely den schwierigsten Spieler, den er im Training decken musste: „Er ist zu schnell für Linebacker und zu groß für Safetys.“ Auch Head Coach John Harbaugh fand deutliche Worte: „Isaiah hat das Zeug zum All-Pro. Er ist bereit, den nächsten Schritt zu gehen.“
Doch diese Leistung kam nicht von ungefähr. Der Grundstein wurde schon früh gelegt – in Jahren, in denen Likely auf seine Chance warten musste. Nach dem Durchbruch im dritten Jahr lohnt ein Blick zurück auf die Zeit, in der Geduld gefragt war.
Vier Jahre Anlauf – Der Weg zum NFL-Durchbruch
Isaiah Likely kennt das Gefühl, unterschätzt zu werden. Schon in seiner Jugend in Cambridge, Massachusetts, musste er sich beweisen. An der Everett High School spielte er als Wide Receiver, half seinem Team zu mehreren Staatsmeisterschaften – und blieb trotzdem ein Geheimtipp. Die großen Colleges riefen nicht an.
Stattdessen ging es für Likely an die Coastal Carolina University. Dort wechselte er auf die Tight-End-Position. Schnell zeigte sich: Seine Athletik und sein Spielverständnis machen ihn zu einem echten Weapon. 133 Receptions, 2.050 Yards, 27 Touchdowns in vier Jahren – Zahlen, die auch NFL-Scouts aufhorchen ließen. Trotzdem blieb er im Draft ein Risiko. Erst in der vierten Runde griffen die Ravens zu.
Der Start in der NFL war alles andere als glamourös. Likely musste sich hinter Mark Andrews und anderen Veteranen anstellen. In seiner ersten Saison kam er auf 36 Receptions, 373 Yards und drei Touchdowns – respektabel für einen Rookie, aber noch weit weg von der Startformation. Im zweiten Jahr folgten 30 Receptions für 411 Yards und fünf Touchdowns. Die Entwicklung war da, doch der große Durchbruch blieb aus.
Saison | Spiele | Starts | Receptions | Yards | Touchdowns |
---|---|---|---|---|---|
Rookie-Jahr | 16 | 2 | 36 | 373 | 3 |
Zweites Jahr | 17 | 8 | 30 | 411 | 5 |
Drittes Jahr | 17 | 10 | 42 | 477 | 6 |
Die Zahlen zeigen: Likelys Weg in die NFL war kein Sprint, sondern ein Marathon. Jahr für Jahr arbeitete er an Details, wurde besser im Blocking, sicherer in der Ballannahme, flexibler in den Routen. So legte er das Fundament für seinen Durchbruch – und die Grundlage für das Vertrauen der Coaches.
Nach drei Jahren Entwicklung war der Zeitpunkt gekommen – und Likely griff zu. Doch was machte das dritte Jahr so besonders? Die Antwort liegt in den Chancen, die sich plötzlich boten.
Der Moment zählt – Chancen nutzen, Geschichte schreiben
Im dritten NFL-Jahr bekam Likely die Chance, auf die er so lange gewartet hatte. Verletzungen im Kader und Anpassungen im Spielsystem gaben ihm mehr Einsatzzeit. Plötzlich stand er nicht mehr nur als Notlösung auf dem Feld, sondern als echte Option im Passspiel. Die Coaches setzten gezielt auf seine Stärken: Geschwindigkeit, Ballgefühl, Vielseitigkeit.
Gleich mehrere Spiele zeigte Likely, dass auf ihn Verlass ist. Besonders im Playoff-Duell gegen Buffalo glänzte er mit vier Receptions, 73 Yards und einem spektakulären Touchdown. In einer Phase, in der das Team unter Druck stand, war er zur Stelle. Für viele Fans und Experten war das der Moment, in dem aus einem Backup ein potenzieller Starter wurde.
Auch abseits des Feldes wurde der Wandel sichtbar. John Harbaugh sprach öffentlich vom All-Pro-Potenzial. Teamkollegen lobten seine Professionalität und seinen Ehrgeiz. Likely selbst zeigte sich bescheiden, aber entschlossen: „Ich will noch mehr, ich will hier langfristig meinen Platz finden.“
Mit diesen Leistungen setzte sich Likely nicht nur sportlich durch – er wurde für die Ravens auch zum Gesicht eines möglichen Generationswechsels auf Tight End. Nach dem Durchbruch im dritten Jahr war klar: Die Zukunft auf dieser Position ist offen wie lange nicht. Doch wie sieht diese Zukunft aus?
Gegenwart und Ausblick – Likelys Zukunft bei den Ravens
Heute ist Isaiah Likely nicht mehr bloß der Mann hinter Mark Andrews. Im aktuellen Kader ist er die klare Nummer zwei auf Tight End – und längst mehr als das. Im Training sorgt er regelmäßig für Aufsehen, junge Verteidiger wie Malaki Starks bezeichnen ihn als „schwierigste Aufgabe“ im Eins-gegen-eins. Die Coaches planen fest mit ihm, und auch die Fans fordern mehr Likely-Snaps.
Was die Zukunft angeht, stehen die Zeichen auf Veränderung. Likely befindet sich im letzten Jahr seines Rookie-Vertrags, verdient erstmals über drei Millionen Dollar. Er hat öffentlich signalisiert, dass er langfristig bei den Ravens bleiben will. Die Franchise wiederum weiß, was sie an ihm hat: Ein junger, vielseitiger Tight End, der sich bewiesen hat und bereit ist, noch mehr Verantwortung zu übernehmen.
Die große Frage: Kann Likely die Nachfolge von Mark Andrews antreten? Die Voraussetzungen stimmen. Körperlich bringt er mit 1,93 Metern und 109 Kilo alle Anlagen mit. Im Passspiel ist er variabel einsetzbar, sein Blocking hat sich verbessert. Auch charakterlich gilt er als Teamplayer, der sich jedem System anpasst und keine Starallüren zeigt. Für die Ravens ist das Gold wert – gerade in einer Liga, in der Tight Ends immer wichtiger werden.
Wie Likely mit diesem Druck umgeht, wird die kommenden Jahre zeigen. Klar ist: Seine Story inspiriert. Vom unterschätzten College-Spieler zum Hoffnungsträger eines der ambitioniertesten Teams der NFL – diesen Weg gehen nur wenige. Und Likely weiß, dass er noch lange nicht am Ziel ist.
Zahlen, Fakten und Persönliches
Kategorie | Details |
---|---|
Geburtsjahr/-ort | 2000, Cambridge, Massachusetts |
Körpermaße | 1,93 m, 109 kg |
College | Coastal Carolina University |
Draft | Vierte Runde, Pick 139 (Baltimore Ravens) |
Rookie-Vertrag | Letztes Jahr, über 3,5 Mio. Dollar |
Bisherige NFL-Stats | 108 Receptions, 1.261 Yards, 14 Touchdowns |
Playoff-Highlight | 4 Catches, 73 Yards, 1 TD gegen Buffalo |
Diese Zahlen machen deutlich, wie rasant Likelys Entwicklung verlief. Seine College-Zeit an der Coastal Carolina University war geprägt von Effizienz und Scoring-Gefahr. In der NFL hat er sich Jahr für Jahr gesteigert, gerade in der Endzone wird er immer gefährlicher. Auch abseits des Feldes bleibt Likely bodenständig: Er schloss sein Studium erfolgreich ab, ist eng mit seiner Heimat Cambridge verbunden und gilt als echtes Vorbild für junge Spieler.
Vom „Nobody“ zum Hoffnungsträger
Isaiah Likelys Karriere ist ein Musterbeispiel für einen späten NFL-Durchbruch. Als Viertrundenpick gestartet, arbeitete er sich über Jahre in die Rotation, wartete auf seine Chance – und nutzte sie, als das Team ihn brauchte. Seine Entwicklung vom Backup zum Hoffnungsträger der Ravens zeigt, wie wichtig Geduld, Arbeit und Selbstvertrauen sind. Die Coaches setzen jetzt auf ihn, die Fans fordern mehr Spielzeit, und die Franchise steht vor einer wichtigen Entscheidung: Wird Likely der langfristige Starter auf Tight End?
Die Story ist noch nicht zu Ende erzählt. Likely hat gezeigt, dass er bereit ist für den nächsten Schritt. Für die Ravens ist er heute mehr als nur ein Versprechen – er ist die Zukunft auf einer Schlüsselposition. Wie weit er es bringt, hängt von vielen Faktoren ab. Doch eines ist klar: Isaiah Likely hat seine Chance genutzt – und ist gekommen, um zu bleiben.