Israel Abanikanda ist aktuell ohne NFL-Team. Nach seinem Wechsel von den New York Jets zu den San Francisco 49ers und der jüngsten Entlassung steht der Running Back vor einer ungewissen Zukunft. Was bleibt von einem Spieler, der im College als Ausnahmeathlet gefeiert wurde, in der NFL aber noch nach seinem Platz sucht?
Abanikandas Name steht für Tempo, Explosivität und einen historischen College-Rekord. Doch der Sprung vom gefeierten Pitt-Star zum festen NFL-Profi ist härter als gedacht. Wer den Weg des Brooklyn-Kids verfolgt, erkennt: Hier kämpft einer, der nie aufgegeben hat – und dessen Geschichte noch nicht zu Ende ist.
Wie konnte ein Spieler mit so viel Potenzial in der NFL bislang nicht durchstarten? Die Antwort liegt in seinem Werdegang, der von extremen Höhen im College und steinigen Abschnitten im Profigeschäft geprägt ist.
Von Brooklyn ins Rampenlicht: Die Anfänge eines Ausnahmetalents
Der Grundstein für Abanikandas Laufbahn wurde in Brooklyn gelegt. Aufgewachsen in einem der bekanntesten Stadtteile New Yorks, lernte er früh, sich durchzusetzen. Die Abraham Lincoln High School in Coney Island ist bekannt für ihre Football-Tradition – und Israel Abanikanda schrieb dort eigene Kapitel. Als Senior brachte er es auf 1.350 Rushing Yards und 20 Touchdowns. Die Auszeichnung als Gatorade Football Player of the Year für New York war die logische Folge.
Dieses Talent blieb nicht unentdeckt. Zahlreiche Colleges warben um den schnellen Running Back, doch Abanikanda entschied sich für die University of Pittsburgh. Schon hier zeigte sich, dass er nicht nur durch rohe Athletik, sondern auch durch Zielstrebigkeit auffiel. Die Pitt Panthers boten ihm eine Bühne, auf der er wachsen konnte – und das tat er eindrucksvoll.
Nach einer starken High-School-Karriere war der Sprung aufs College dennoch eine Herausforderung. Doch Abanikanda ließ sich nicht beirren. In Pittsburgh begann er als Freshman, erste Akzente zu setzen. Sein Weg führte ihn Schritt für Schritt an die Spitze des Teams – und schließlich zu nationaler Aufmerksamkeit.
Durchbruch bei den Panthers: Rekorde und Erwartungen
In Pittsburgh wurde Abanikanda zum Star. Seine Entwicklung spiegelte sich Jahr für Jahr in den Statistiken wider. Im ersten College-Jahr sammelte er noch Erfahrungen, im zweiten übernahm er mehr Verantwortung und zeigte, dass er mehr kann als nur Lücken zu finden. Doch es war die dritte Saison, die seinen Namen in die Geschichtsbücher brachte.
Mit 1.431 Rushing Yards und 20 Touchdowns in einer Saison setzte er Maßstäbe. Der Höhepunkt: 320 Rushing Yards in nur einem Spiel – ein neuer Schulrekord, der Fans und Scouts gleichermaßen staunen ließ. Sechs Touchdowns in einer Partie, geteilte Bestmarke bei Pitt. Für diese Leistungen wurde er zum First-Team All-American und First-Team All-ACC gewählt. Abanikanda war jetzt einer der besten Running Backs des Landes.
Seine College-Karriere war geprägt von Explosivität, Übersicht und einem unbändigen Willen, jedes Play zu gewinnen. Die NFL wurde auf ihn aufmerksam. Der nächste Schritt schien vorgezeichnet: Draft, Profi-Football, Durchbruch auf der großen Bühne.
College-Saison | Rushing Yards | Touchdowns | Receptions | Receiving Yards |
---|---|---|---|---|
2020 | 95 | 1 | 2 | 11 |
2021 | 651 | 7 | 24 | 197 |
2022 | 1.431 | 20 | 12 | 146 |
Diese Zahlen zeigen, wie rasant Abanikanda sich an der University of Pittsburgh entwickelt hat. Von einem talentierten Neuling zum unbestrittenen Motor der Offense. Doch mit dem Ende seiner College-Zeit begann ein neues Kapitel – und das brachte ganz andere Herausforderungen mit sich.
Harte Realität NFL: Der Kampf um Spielzeit und Anerkennung
Abanikanda wurde im NFL Draft in der fünften Runde ausgewählt – für viele ein später Pick, für ihn eine neue Chance. Die New York Jets holten ihn ins Team, in dem Wissen, dass sein Speed und seine Vision im Backfield für Überraschungen sorgen könnten. Doch der Sprung von der ACC in die NFL ist groß, und Abanikanda bekam das schnell zu spüren.
In seiner ersten Saison bei den Jets erhielt er nur wenige Gelegenheiten. 22 Carries für 70 Yards, dazu 7 Receptions für 43 Yards – solide, aber kein Durchbruch. Die Konkurrenz im Backfield war enorm, der Spielrhythmus ein anderer als im College. Abanikanda musste sich hinten anstellen, arbeiten, warten, hoffen. Doch wer ihn kennt, weiß: Er blieb dran.
Das zweite Jahr brachte nicht die erhoffte Wende. Die Jets setzten auf andere Optionen, Abanikanda rutschte im Depth Chart nach hinten. Die Folge: Nach knapp zwei Jahren bei den Jets kam das Aus. Die Entlassung war ein Rückschlag, aber auch eine neue Chance. Kurz darauf wurde er von den San Francisco 49ers aufgenommen. Doch auch dort blieb ihm der Sprung auf das Spielfeld verwehrt. Er war Teil des erweiterten Kaders, kam aber nicht zu Einsätzen. Die Konkurrenz war auch hier groß, die Erwartungen an einen jungen Running Back gewaltig.
NFL-Saison | Team | Spiele | Rushing Attempts | Rushing Yards | Receptions | Receiving Yards |
---|---|---|---|---|---|---|
2023 | New York Jets | 6 | 22 | 70 | 7 | 43 |
Die Zahlen aus seiner NFL-Zeit zeigen: Abanikanda ist noch nicht da, wo er hinwill. Nach Stationen bei zwei Teams steht er nun ohne Vertrag da – aber auch ohne Verletzung, bereit für den nächsten Anlauf. Wer ihn kennt, weiß: Er wird nicht aufgeben.
Ein Zwischenstopp – und die Hoffnung auf das nächste Kapitel
Abanikanda hat erlebt, wie schnell sich im Profigeschäft alles ändern kann. Heute ist er gesund und bereit, auf einen neuen Anruf zu warten. Noch vor wenigen Jahren war er der gefeierte Star in Pittsburgh, jetzt kämpft er um eine weitere Chance in der NFL. Sein Weg hat ihn von Brooklyn über Pitt zu den Jets und 49ers geführt – und immer wieder musste er sich beweisen. Familie und Heimat geben ihm Halt, auch wenn über sein privates Umfeld wenig bekannt ist. Der Rückhalt aus Brooklyn bleibt, genauso wie die Erinnerungen an College-Rekorde, die ihm niemand mehr nehmen kann.
Auch ohne Teamvertrag ist klar: Israel Abanikanda bleibt ein Spieler mit Potenzial. Schnelligkeit, Antritt, Scorer-Qualitäten – all das hat er im College gezeigt. Die Frage ist, welches NFL-Team ihm die nächste Gelegenheit gibt. Seine körperlichen Voraussetzungen sprechen für ihn: 1,78 Meter, 98 Kilogramm – ein Running Back, der Power und Speed vereint.
Fakten, Rekorde, Stationen – Das Profil von Israel Abanikanda
Geburtsjahr | 2002 |
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Geburtsort | Brooklyn, New York |
Größe | 1,78 m |
Gewicht | 98 kg |
College | University of Pittsburgh |
Pitt-Rekord | 320 Rushing Yards in einem Spiel |
College-TDs in einem Spiel | 6 (geteilter Schulrekord) |
Draft-Pick | Runde 5, Pick 143 |
NFL-Teams | New York Jets, San Francisco 49ers |
Das Profil zeigt: Abanikanda bringt alles mit, was ein moderner Running Back braucht. Seine College-Statistiken sind beeindruckend, seine NFL-Zeit bislang überschaubar. Doch Spieler wie er wissen, dass ein Anruf alles verändern kann.
Was bleibt – und was kommen könnte
Israel Abanikanda ist ein Beispiel für den schwierigen Weg vom gefeierten College-Star zum NFL-Spieler. Seine Geschichte ist geprägt von Rekorden und Hoffnung, aber auch von Rückschlägen und Enttäuschungen. Doch wer ihn beobachtet, erkennt: Dieser Running Back ist noch lange nicht am Ende.
Was braucht es für den Durchbruch? Vor allem die richtige Gelegenheit – ein Team, das auf seine Fähigkeiten setzt und ihm Vertrauen schenkt. Abanikanda weiß, dass er im Profigeschäft nichts geschenkt bekommt. Doch sein Weg von Brooklyn nach Pittsburgh und in die NFL zeigt: Er hat nie aufgegeben, immer weiter gemacht. Die NFL ist voller Geschichten von Spielern, die nach Rückschlägen wieder aufgestanden sind. Vielleicht wird Israel Abanikanda bald ein weiteres Kapitel zu dieser Liste hinzufügen.
Bis dahin bleibt er der Spieler, der mit 320 Yards in einem College-Spiel Geschichte schrieb – und der immer noch auf den Moment wartet, in dem auch die NFL zu seinem Spielfeld wird.