Joe Evans ist derzeit Free Agent. Nach seinem kurzen Engagement bei den Baltimore Ravens wartet der Defensive End auf die nächste Chance. Dabei steht seine Karriere sinnbildlich für den harten Weg vieler Underdogs in der NFL. Evans hat sich nie auf Talent verlassen. Sein Aufstieg begann als Walk-On an der University of Iowa – und führt jetzt an einen Scheideweg. Wie kam es dazu? Und was macht seine Geschichte so besonders?
Evans’ Reise ist geprägt von harter Arbeit, Rückschlägen und der ständigen Suche nach einem Platz im Profifootball. Wer heute auf seinen Namen stößt, sieht keinen NFL-Star mit Millionenvertrag, sondern einen Kämpfer, der sich immer wieder behaupten musste. Genau darin liegt die Faszination dieser Karriere: Vom unauffälligen Walk-On zum Leistungsträger im College, dann der Sprung in die NFL – und nun das Ringen um eine neue Chance. Diese Entwicklung kam nicht von ungefähr. Der Grundstein wurde schon früh gelegt.
Vom Walk-On zum Leistungsträger: Joe Evans’ steiniger Weg nach oben
Geboren und aufgewachsen in Ames, Iowa, war Evans nie der typische Top-Rekrut. In der High School zeigte er zwar Talent, aber die großen College-Programme rissen sich nicht gerade um ihn. Statt eines Stipendiums entschied er sich für den Weg als Walk-On an der University of Iowa – ein Platz im Team, aber ohne finanzielle Unterstützung und ohne Startplatz. Viele geben auf, bevor sie überhaupt eine Chance bekommen. Evans nicht.
Seine College-Karriere begann im Schatten der Etablierten. In seiner ersten Saison stand er nicht einmal auf dem Feld. Doch Evans ließ sich nicht entmutigen. Mit jeder Trainingseinheit, mit jedem Jahr wurde er stärker. Schon in seinem zweiten Jahr sammelte er erste Tackles und Sacks. Die Coaches merkten schnell: Hier ist jemand, der nicht nur mitspielt, sondern das Spiel versteht und sich immer weiterentwickelt.
Mit jeder Saison rückte Evans mehr ins Rampenlicht. Sein Durchbruch kam im dritten College-Jahr. Plötzlich stand er regelmäßig auf dem Feld, lieferte Sacks, Tackles für Raumverlust und wurde zu einem wichtigen Baustein der Defense. Die Zahlen sprechen für sich: Über 130 Tackles, 35 Tackles für Raumverlust und 28 Sacks in 56 Spielen – Werte, die in der Big Ten Conference Aufmerksamkeit erregten. 2022 wurde er sogar ins Second-Team All-Big Ten gewählt. Ein Walk-On, der zum Leistungsträger wird – das gibt es nicht oft in der College-Football-Welt.
College-Jahr | Spiele | Tackles | Tackles für Verlust | Sacks | Besondere Auszeichnungen |
---|---|---|---|---|---|
2018 | 0 | 0 | 0 | 0 | Redshirt |
2019 | ? | 7 | 4 | 4 | - |
2020 | ? | 7 | 2 | 1 | - |
2021 | ? | 33 | 7 | 7 | - |
2022 | ? | 41 | 9,5 | 9,5 | Second-Team All-Big Ten |
Gesamt | 56 | 135 | 35 | 28 | - |
Die Zahlen zeigen: Evans hat sich seinen Platz erarbeitet. Aus dem Walk-On wurde ein Führungsspieler, einer, auf den sich das Team verlassen konnte. Doch die College-Bühne ist nur der Anfang. Nach den starken Leistungen in Iowa rückte ein neues Ziel in den Fokus: die NFL. Und hier beginnt das nächste Kapitel seiner Geschichte.
Kampf um den NFL-Traum: Zwischen Hoffnung und Realität
Mit seinem Abschluss in der Tasche und einer beeindruckenden College-Bilanz meldete sich Evans für die NFL an. Doch der Draft ging ohne seinen Namen über die Bühne. Für viele wäre das das Ende gewesen – für Evans war es nur ein weiterer Härtetest. Die Baltimore Ravens luden ihn als Undrafted Free Agent ein. Ein kleiner Vertrag, wenig garantiertes Geld, aber die große Chance, sich zu beweisen.
Evans nutzte jede Gelegenheit, zeigte im Training Einsatz und Kampfgeist. Doch die Konkurrenz in der NFL ist unerbittlich. Im ersten Auswahlprozess musste er das Team wieder verlassen. Die Ravens boten ihm einen Platz im Practice Squad an – ein Zeichen, dass sie sein Potenzial sahen, aber auch, dass der Sprung ins aktive Roster noch nicht geschafft war. Kurz darauf folgte die nächste Entlassung. Ohne eine einzige reguläre Saison-Snap stand Evans wieder am Anfang: kein Team, kein Vertrag, aber auch keine Verletzung, die ihn zurückhielt.
Station | Status | Bemerkung |
---|---|---|
Baltimore Ravens | Undrafted Free Agent | Vertrag: 2,831 Mio. Dollar (nur 1.000 Dollar garantiert) |
Baltimore Ravens | Practice Squad | Kurzes Engagement, dann entlassen |
Free Agent | - | Keine neuen NFL-Einsätze |
Die NFL ist ein Geschäft, in dem jede Woche über Karrieren entschieden wird. Evans weiß das. Er hat den Sprung aus Iowa geschafft, aber die nächste Stufe blieb ihm bisher verwehrt. Trotzdem bleibt er bereit. Seine Stärken – Instinkt, Aggressivität, Football-IQ – sind gefragt, auch wenn der Traum von der NFL erst einmal auf Eis liegt. Genau hier zeigt sich, was Evans ausmacht: Er gibt nicht auf, nur weil es schwierig wird. Die Frage ist nicht, ob er weiterkämpft, sondern wie und wo.
Offener Weg: Warten auf die nächste Chance
Aktuell ist Evans gesund und bereit. Er trainiert, hält Kontakt zu Agenten und Teams, bleibt im Spiel. Der nächste Anruf könnte jederzeit kommen – sei es aus der NFL, einer alternativen Liga wie der XFL oder der CFL. Auch eine neue Rolle, etwa als Mentor oder Coach, ist denkbar. Seine Erfahrungen als Walk-On, Leistungsträger und NFL-Kämpfer machen ihn zum Vorbild – für junge Spieler in Iowa, aber auch für alle, die nicht den direkten Weg gehen.
Evans bleibt seiner Heimat verbunden. Geboren in Ames, geprägt von der lokalen Gemeinschaft, ist er ein Beispiel dafür, wie weit man mit Einsatz und Geduld kommen kann. Er hat einen Abschluss in der Tasche, eine College-Karriere, auf die er stolz sein kann, und den Mut, es immer wieder zu versuchen. Sein Weg ist offen. Vielleicht kehrt er noch einmal in die NFL zurück. Vielleicht startet er in einer anderen Liga durch. Oder er gibt sein Wissen weiter und hilft anderen, ihren Traum zu leben.
Was bleibt, ist die Geschichte eines Spielers, der nie aufgegeben hat. Evans steht für all die Underdogs, die nicht auf den ersten Blick auffallen, aber mit harter Arbeit und Leidenschaft Großes erreichen können. Sein Weg ist noch lange nicht zu Ende – und genau das macht ihn so interessant.