Josh Tupou steht im Sommer 2025 ohne Team da – als Free Agent, bereit für den nächsten Schritt. Der 1,91 Meter große Nose Tackle hat in der NFL schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Nach seinem kurzen Engagement bei den Baltimore Ravens ist er aktuell auf der Suche nach einer neuen Chance. Gesund, erfahren, hungrig – so lässt sich seine Situation am besten beschreiben. Wer Tupou kennt, weiß: Dieser Mann gibt nicht auf, auch wenn der Weg steinig ist.
Was Tupou ausmacht? Er ist der klassische Spätstarter, einer, dem niemand etwas schenkte. Vom Undrafted Rookie zum Stammspieler, von Verletzungen und Enttäuschungen zurück auf den Platz – das ist seine Geschichte. Tupou ist kein Star, aber ein Spieler, auf den Coaches bauen können, wenn es darauf ankommt. Seine Karriere ist der beste Beweis dafür, dass Durchhaltewillen und harte Arbeit auch heute noch zählen. Wie wurde aus dem unbekannten Kalifornier ein gefragter NFL-Profi? Und warum ist seine Reise noch lange nicht vorbei?
Bevor Tupou zum zuverlässigen Run-Stopper in der NFL wurde, musste er sich alles hart erarbeiten. Sein Weg beginnt in Kalifornien – und führt ihn über viele Umwege dorthin, wo er heute steht.
Vom Nobody zum NFL-Profi: Der steinige Weg ins Rampenlicht
Geboren in Long Beach, aufgewachsen in Buena Park – Football war für Josh Tupou schon früh mehr als nur ein Hobby. Doch der große Hype blieb aus. In der Buena Park High School gehörte Tupou zwar zu den Leistungsträgern, aber die Scouts der großen Colleges schauten meist woanders hin. Für einen 158-Kilo-Mann mit beweglichen Füßen gab es zwar immer einen Platz in der Defensive Line, doch die ganz große Bühne schien unerreichbar.
Das änderte sich erst an der University of Colorado. Dort spielte Tupou vier Jahre lang für die Buffaloes, ackerte sich durch Trainingseinheiten und begegnete der Konkurrenz mit harter Arbeit. Im College wurde er zum Starter, sammelte wertvolle Erfahrung und zeigte, dass er gegen die besten O-Liner des Landes bestehen kann. Trotzdem blieb der ganz große Durchbruch aus. Im NFL-Scouting-Prozess tauchte sein Name nur selten auf. Die Experten waren sich einig: Tupou fehlt der letzte Punch für die NFL.
Nach seinem Abschluss in Colorado stand Tupou vor einer ungewissen Zukunft. Der College-Traum war vorbei, der nächste Schritt alles andere als sicher. Doch wer ihn kennt, weiß: Aufgeben war nie eine Option.
Der schwere Einstieg: Undrafted, aber unbeirrt
Der Draft kommt – und Tupou wird nicht ausgewählt. Kein Team ruft an, keine Einladung zu einem Rookie-Minicamp. Für viele wäre das das Ende gewesen. Nicht so für Tupou. Mit der Enttäuschung im Gepäck arbeitet er weiter an seiner Fitness, bleibt im Training und wartet auf seine Chance. Die Cincinnati Bengals geben ihm als Undrafted Free Agent einen Vertrag. Es ist der erste Schritt auf einem langen Weg.
Doch auch bei den Bengals läuft nicht alles glatt. Erst wird er wieder entlassen, dann landet er im Practice Squad. Woche für Woche muss er sich beweisen, jede Trainingseinheit kann die letzte sein. Doch Tupou bleibt dran, kämpft sich zurück in den aktiven Kader und bekommt schließlich seine ersten Snaps in der NFL. Mit jeder Saison wächst seine Rolle, auch wenn er nie sicher sein kann, wie es weitergeht. Die Defensive Line der Bengals braucht Typen wie ihn – Arbeiter, die sich nicht zu schade sind, die Drecksarbeit zu machen.
Immer wieder steht Tupou am Scheideweg. Die Konkurrenz ist groß, die Verträge kurz. Doch sein Name taucht immer wieder auf dem Spielberichtsbogen auf. Sein Markenzeichen: Er lässt sich nicht abschütteln – egal, wie eng der Kader ist. Doch der nächste große Rückschlag lässt nicht lange auf sich warten.
Herausforderungen und Durchbruch: Verletzungen, Pandemie, erster Sack
In seiner zweiten NFL-Saison trifft es Tupou besonders hart. Ein Brustmuskelriss beendet sein Jahr frühzeitig. Wochenlang steht er nur am Spielfeldrand, das Comeback ist ungewiss. Für einen Spieler ohne großen Vertrag kann so eine Verletzung das Karriereende bedeuten. Doch Tupou kämpft sich zurück, arbeitet mit den Physios, bleibt am Ball. Die Bengals geben ihm eine weitere Chance – und Tupou zahlt das Vertrauen zurück.
Dann kommt die Corona-Pandemie. Tupou entscheidet sich, die Saison auszusetzen. Für einen Spieler ohne Millionen-Gehalt ist das ein Risiko. Doch für ihn steht die Familie an erster Stelle. Es ist eine Entscheidung, die Respekt abverlangt – und die zeigt, dass Tupou weiß, was wirklich zählt. Nach seiner Rückkehr geht der Kampf um einen Kaderplatz wieder von vorn los.
2022 folgt endlich der Moment, auf den Tupou so lange gewartet hat. Gegen die Miami Dolphins gelingt ihm sein erster Sack in der NFL – ein Highlight, das seinen langen Weg auf den Punkt bringt. Jetzt ist klar: Tupou ist mehr als nur ein Kaderfüller. Er ist ein Spieler, auf den sich Coaches verlassen können, wenn es darum geht, das Laufspiel des Gegners zu stoppen. In der Defensive Line der Bengals ist er jetzt gesetzt – als Nose Tackle, der die Mitte dichtmacht und für seine Teamkollegen die Drecksarbeit übernimmt.
Nach mehreren Jahren in Cincinnati ist Tupou bereit für die nächste Herausforderung. Ein neues Team ruft – und mit den Ravens beginnt für ihn ein neues Kapitel.
Neustart und Gegenwart: Die Baltimore-Station und aktuelle Situation
Nach langer Zeit in Cincinnati unterschreibt Tupou einen Vertrag bei den Baltimore Ravens. Die Erwartungen sind klar: Er soll Tiefe und Erfahrung in die Defensive Line bringen. Doch auch in Baltimore ist der Konkurrenzkampf groß. Nach dem Trainingslager kommt die nächste Entlassung, Tupou muss sich erneut beweisen. Über den Practice Squad bleibt er im System, arbeitet weiter an sich – und bekommt noch einmal seine Chance auf dem Feld.
Bei den Ravens zeigt Tupou, dass er noch immer auf NFL-Niveau spielen kann. Drei Tackles, ein Sack – das sind keine Zahlen für die Schlagzeilen, aber sie zeigen, dass er bereit ist, wenn es darauf ankommt. Trotzdem reicht es am Ende nicht für einen festen Platz im Kader. Die Ravens setzen auf andere Spieler, Tupou ist wieder Free Agent. Doch wer seine Karriere verfolgt hat, weiß: Das war noch nie das Ende für ihn.
Jahr | Team | Spiele | Tackles | Sacks | Erzwungene Fumbles |
---|---|---|---|---|---|
1. Saison | Cincinnati Bengals | 10 | 12 | 0 | 0 |
2.–6. Saison | Cincinnati Bengals | 48 | 71 | 1 | 1 |
Jüngste Saison | Baltimore Ravens | 5 | 3 | 1 | 0 |
Gesamt | - | 63 | 86 | 2 | 1 |
Die Zahlen zeigen Tupous Rolle als verlässlicher Rotationsspieler. Er ist kein Star, aber ein Profi, der sich immer wieder ins Team spielt. Mit über 80 Tackles und zwei Sacks ist sein Beitrag klar messbar – und seine Körperlichkeit (1,91 Meter, 158 Kilo) macht ihn für jedes Team, das gegen starke Lauf-Offenses spielt, interessant. Seine Karriere-Stationen erzählen die Geschichte eines Spielers, der nie aufgegeben hat:
Station | Jahre |
---|---|
Buena Park High School | bis College-Abschluss |
University of Colorado | 4 Jahre |
Cincinnati Bengals | 6 Jahre |
Baltimore Ravens | 1 Jahr |
Von Kalifornien nach Colorado, von Cincinnati nach Baltimore – Tupous Karriere ist ein ständiges Ringen um Chancen und Vertrauen. Heute steht er ohne Vertrag da, aber mit der Erfahrung, dass es immer weitergeht.
Bilanz und Ausblick: Die Karriere eines Spätstarters
Was bleibt von Josh Tupous bisherigem Weg? In einer Liga, in der jedes Jahr neue Talente nachrücken, sind Spieler wie er selten geworden. Er bringt Erfahrung, Größe und eine Mentalität mit, die in jedem Locker Room gefragt ist. 86 Tackles, zwei Sacks, ein Forced Fumble – das ist die Bilanz eines Arbeiters, nicht eines Superstars. Aber gerade solche Spieler machen oft den Unterschied, wenn es um die Tiefe im Kader geht.
Mit seinem Profil als Nose Tackle ist Tupou vor allem für Teams interessant, die ihr Laufspiel stärken wollen. Seine Physis, seine Erfahrung in verschiedenen Schemes und seine Bereitschaft, für das Team zu arbeiten, machen ihn zu einem spannenden Kandidaten – egal, ob als Starter oder als Rotationsspieler. In einer NFL, die immer schneller und athletischer wird, sind Spieler wie Tupou gefragt, wenn es darum geht, das Zentrum der Defense zu stabilisieren.
Seine Geschichte ist noch nicht zu Ende. Wer so viele Rückschläge weggesteckt hat, weiß, dass sich immer wieder eine neue Tür öffnet. Tupou ist bereit für den nächsten Schritt – egal, ob bei einem Team, das auf Erfahrung setzt, oder als Mentor für junge Defensive Linemen. Aufgeben? Kommt für ihn nicht infrage. Er bleibt der Kämpfer, der er immer war.
Josh Tupou ist der Beweis, dass der NFL-Traum auch dann möglich ist, wenn niemand an dich glaubt. Seine Karriere ist die Story eines Spätstarters, der nie aufgegeben hat – und der immer bereit ist, es noch einmal zu versuchen.