Kahlef Hailassie trägt das Trikot der Minnesota Vikings und will sich als Cornerback in der NFL behaupten. Nach mehreren Stationen und Rückschlägen steht er erneut vor der Herausforderung, sich gegen erfahrene Konkurrenten durchzusetzen. Es ist sein drittes NFL-Jahr – und wieder einmal geht es für ihn um alles. Hailassie ist kein Star, kein Erstrundenpick. Aber genau das macht seine Geschichte besonders: Er gibt nicht auf.
Der Kalifornier aus Elk Grove beweist seit Jahren, dass Durchhaltevermögen und Lernbereitschaft im Profigeschäft genauso wichtig sind wie Talent. Wer ihn beobachtet, erkennt schnell: Hailassie steht für all jene Spieler, die nie die großen Schlagzeilen bekommen, aber Woche für Woche alles investieren, um ihren Traum am Leben zu halten. Sein Weg nach Minnesota ist geprägt von Enttäuschungen, Chancen und dem festen Glauben an sich selbst.
Diese Geschichte beginnt nicht mit einem NFL-Draft-Glanzmoment, sondern mit dem harten Kampf eines Underdogs. Hailassies Karriere ist ein ständiges Ringen – gegen Zweifel, gegen das Vergessenwerden und gegen die Schattenseite des Geschäfts. Doch genau diese Erfahrungen machen ihn heute zu einem echten Hoffnungsträger im Vikings-Kader.
Der Kampf beginnt: Vom Underdog zum NFL-Profi
Kahlef Hailassie weiß, wie es ist, übersehen zu werden. Im Draftjahr blieb sein Name ungerufen. Für viele Spieler ist das das Ende des Traums, für Hailassie war es erst der Anfang. Er unterschrieb als Undrafted Free Agent bei den Kansas City Chiefs und stand plötzlich im Kader eines der besten Teams der Liga. Die Euphorie hielt nicht lange – nach wenigen Monaten kam die Entlassung. Ein Rückschlag, wie er härter kaum sein könnte.
Doch Hailassie ließ sich nicht entmutigen. Die Cleveland Browns griffen zu, als er auf dem Waiver-Markt verfügbar war. Im Kader der Browns bekam er endlich die Chance, NFL-Luft zu schnuppern. In zehn Spielen stand er auf dem Platz, sammelte Tackles, verteidigte Pässe und zeigte, dass er auf diesem Niveau mithalten kann. Trotzdem blieb der große Durchbruch aus. Nach einer Entlassung fand er sich im Practice Squad wieder – eine Situation, die viele junge Spieler kennen. Doch Hailassie blieb dran, arbeitete weiter an sich und wartete auf die nächste Möglichkeit.
Genau diese Hartnäckigkeit macht ihn aus. Jeder Rückschlag wurde zum Antrieb, jede Enttäuschung zur Motivation. Immer wieder kämpfte er sich zurück, immer wieder stellte er sich der Konkurrenz. Das Ziel blieb dabei stets dasselbe: einen festen Platz in der NFL zu erobern.
Die Basis: Jugend & College – Fundament der Ausdauer
Hailassies Beharrlichkeit kommt nicht von ungefähr. Schon in seiner Jugend in Elk Grove, Kalifornien, lernte er, dass im Football nichts geschenkt wird. An der Cosumnes Oaks High School entwickelte er sich zum vielseitigen Defensivspieler. Talent war da, aber der Weg in die Spitzenklasse war steinig.
Nach der High School folgte der Wechsel zu den Oregon Ducks. Zwei Jahre lang kämpfte er dort um Spielzeit, kam aber nie richtig zum Zug. Für viele wäre das das Signal zum Aufgeben gewesen. Hailassie entschied sich für einen Neustart bei den Western Kentucky Hilltoppers. Dort platzte endlich der Knoten: In zwei Jahren sammelte er 108 Tackles, 11 Tackles for Loss, 3 Sacks, 3 Interceptions und 16 Pass-Breakups. Seine Leistungen brachten ihm eine Auszeichnung ins Second-Team All-Conference USA ein – eine Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz.
Der Sprung in die NFL blieb trotzdem ein Wagnis. Ohne große Vorschusslorbeeren, ohne die Aufmerksamkeit der Scouts. Doch Hailassie war bereit, das Risiko einzugehen. Seine Zeit bei Western Kentucky hatte ihm gezeigt, dass es im Football auf mehr ankommt als auf Talent allein. Wer sich durchbeißen will, braucht Willen und die Bereitschaft, immer wieder neu anzufangen. Genau das hatte er im College gelernt – und genau das sollte ihn in der NFL weiterbringen.
Wendepunkte: Enttäuschung, Chancen und neue Anläufe
Der Draft ging ohne seinen Namen zu Ende. Für Hailassie war das der nächste Test. Die Chiefs gaben ihm eine Chance – ein Dreijahresvertrag, ein kleiner Signing Bonus, aber keine Jobgarantie. Im Sommer stand er im Kader, doch die Konkurrenz war groß. Nach kurzer Zeit folgte die Trennung. Ein Moment, der viele junge Spieler aus der Bahn wirft.
Doch Hailassie blieb im Fokus. Die Browns holten ihn sofort auf die Waiver-Liste. Dort bekam er die ersten echten NFL-Snaps. In zehn Spielen sammelte er acht Tackles und verteidigte einen Pass. Für einen Undrafted Rookie ein Achtungserfolg – aber auch ein Beleg dafür, wie hart die NFL ist. Nach dem Ende der Saison fand er sich im Practice Squad wieder. Viele Spieler verschwinden an diesem Punkt aus dem Rampenlicht. Hailassie hingegen blieb im Gespräch. Er arbeitete weiter, wartete auf die nächste Gelegenheit und nutzte jede Trainingseinheit, um sich zu verbessern.
Der nächste Schritt kam mit dem Wechsel zu den Minnesota Vikings. Mit einem Reserve/Future-Vertrag sicherte er sich die Chance auf einen Platz im Kader. Wieder musste er sich beweisen, wieder hieß es: Alles auf Anfang. Doch die Erfahrungen aus Cleveland und Kansas City hatten ihn abgehärtet. Hailassie weiß, wie man mit Druck umgeht. Er weiß, dass jede Gelegenheit zählen kann. Diese Mentalität macht ihn für die Vikings wertvoll – auch wenn die Konkurrenz im Kader groß ist.
Kämpfer im Vikings-Kader: Neue Chance, neues Ziel
Im Kader der Vikings zählt Hailassie zu den Spielern, die sich ihre Rolle hart erarbeiten müssen. Er ist körperlich fit, frei von Verletzungen und bereit, jede Herausforderung anzunehmen. Auch im dritten NFL-Jahr bleibt er der Underdog, der sich gegen etablierte Profis durchsetzen will. Im Training überzeugt er mit Einsatzbereitschaft, Lernfähigkeit und dem Mut, immer wieder anzupacken.
Die Konkurrenz um die Positionen ist hart. Doch Hailassie bringt etwas mit, das nicht jeder hat: die Erfahrung, sich nach Rückschlägen immer wieder zurückzukämpfen. Seine Zeit bei den Browns hat ihm gezeigt, wie schnell sich im Football alles ändern kann. Wer im Practice Squad arbeitet, muss auf den nächsten Anruf warten – und dann bereit sein. Genau das hat Hailassie verinnerlicht. Bei den Vikings kann er davon profitieren. Sein Ziel ist klar: den Sprung in den aktiven Kader schaffen und sich als zuverlässige Option in der Defensive etablieren.
Wie groß die Chance auf einen Stammplatz ist, hängt nicht nur vom eigenen Können ab, sondern auch von Verletzungen, Team-Bedarf und der Entwicklung der Konkurrenz. Doch Hailassie weiß, dass er mit jedem Training, jedem Special-Teams-Einsatz und jeder guten Aktion im Scrimmage seine Chancen erhöht. Sein Beispiel zeigt: Wer nicht aufgibt, bekommt immer wieder neue Möglichkeiten.
Zahlen, Fakten, Persönlichkeit
Station | Jahre | Leistungen / Rolle |
---|---|---|
Oregon Ducks (College) | 2 | Defensive Back, wenig Spielzeit |
Western Kentucky (College) | 2 | 108 Tackles, 11 TFL, 3 Sacks, 3 INT, 16 PBUs, Second-Team All-Conference USA |
Kansas City Chiefs | 1 Offseason | Undrafted Free Agent, vor Saisonstart entlassen |
Cleveland Browns | 1 Saison | 10 Spiele, 8 Tackles, 1 Pass-Breakup, Practice Squad |
Minnesota Vikings | seit 2025 | Reserve/Future-Vertrag, kämpft um Kaderplatz |
Größe | Gewicht | Geburtstag | Herkunft | Ausbildung |
---|---|---|---|---|
1,85 m | 88 kg | 9. November 2000 | Elk Grove, Kalifornien | Western Kentucky University |
Team | Vertragsart | Details |
---|---|---|
Kansas City Chiefs | Undrafted Free Agent | 3 Jahre, 2,705 Mio. US-Dollar, 10.000 US-Dollar Signing Bonus, 100.000 US-Dollar garantiert |
Minnesota Vikings | Reserve/Future-Vertrag | Details nicht veröffentlicht |
Die Tabellen zeigen: Hailassie hat sich seinen Weg über verschiedene Stationen hart erarbeitet. Ob als Starter im College, Reserve bei den Browns oder Kämpfer im Vikings-Kader – er bleibt immer dran. Seine Größe und Athletik passen ins moderne NFL-Profil. Noch wichtiger ist seine Einstellung: Wer nach mehreren Entlassungen immer wieder zurückkommt, bringt genau das mit, was Coaches suchen.
Abseits des Feldes ist Hailassie bodenständig geblieben. Er hat einen College-Abschluss in der Tasche, hält Kontakt zu seiner Heimat Elk Grove und weiß, woher er kommt. Sein Werdegang steht für die vielen unbekannten Gesichter im Profi-Football – Spieler, die nicht als Stars geboren werden, sondern sich ihren Weg mit harter Arbeit erkämpfen.
Der Weg ist das Ziel: Hailassie und der Traum von der NFL
Kahlef Hailassie ist kein Spieler, dessen Name in den Schlagzeilen steht. Aber genau darin liegt seine Stärke. Sein Weg vom Undrafted Free Agent über mehrere Practice Squads bis zu den Minnesota Vikings ist ein Sinnbild für den langen Atem, den die NFL verlangt. Er steht für all jene Athleten, die sich nicht mit Rückschlägen abfinden, sondern daraus neue Kraft ziehen.
Ob er den Sprung in den endgültigen Kader der Vikings schafft, ist offen. Doch sein Weg zeigt: Im Profi-Football zählt nicht nur das Talent, sondern auch der Wille, immer weiterzumachen. Hailassie hat längst bewiesen, dass er zu den Spielern gehört, die nicht aufgeben – und genau deshalb bleibt sein Traum von der NFL lebendig. Für viele junge Footballer ist er damit ein echtes Vorbild: Der Weg ist das Ziel, und jeder Tag auf dem Feld ein neuer Beweis dafür, was mit Beharrlichkeit möglich ist.