Kehinde Oginni Hassan

Position
Defensive end
Aktuelles Team
Gewicht
232 lbs
Größe
6' 6"
Age
25
Experience
1

Kehinde Oginni Hassan ist aktuell ohne Team – keine NFL-Statistiken, keine Vertragsdetails, keine Schlagzeilen. Wer nur auf die nackten Zahlen blickt, übersieht die eigentliche Geschichte. Denn der Nigerianer steht für mehr als nur Football: Sein Weg in den US-Profisport ist eine Geschichte über Verlust, Neuanfang und den unerschütterlichen Glauben an den eigenen Traum. Während andere mit College-Stipendien und Combine-Einladungen glänzen, musste Oginni Hassan von Anfang an gegen Widerstände kämpfen, die weit über den Sport hinausgehen.

Seine Karriere ist keine klassische NFL-Erfolgsgeschichte. Doch genau das macht sie so besonders. Der Weg nach Amerika, die Aufnahme ins International Player Pathway Program, der Wechsel von Tight End zu Defensive End – all das wäre schon für sich eine Seltenheit. Für Oginni Hassan aber ist es vor allem die Fortsetzung eines Lebens, das von Anfang an geprägt war von Herausforderungen und Rückschlägen. Wie kommt ein junger Mann aus Abakaliki, Nigeria, überhaupt auf die Idee, Football-Profi in den USA zu werden? Und was treibt ihn immer wieder an, selbst wenn der nächste Rückschlag schon wartet?

Wurzeln in Nigeria: Zwischen Verlust und Aufbruch

Geboren und aufgewachsen in Abakaliki, einer Stadt im Südosten Nigerias, erlebt Oginni Hassan schon früh, was es heißt, mit wenig auszukommen. Football? In Nigeria kaum bekannt, geschweige denn organisiert. Wer sich für Sport interessiert, greift meist zum Fußball. Doch Oginni Hassan ist anders. Früh entdeckt er seine Begeisterung für den amerikanischen Sport – aber die Möglichkeiten sind begrenzt, das Training improvisiert, der Zugang zu Ausrüstung oft ein Problem.

Mitten in diesen schwierigen Bedingungen trifft ihn das Leben besonders hart: Bei einem Busunfall verliert er drei Freunde. Er selbst überlebt schwer verletzt. Für viele wäre das das Ende aller sportlichen Träume gewesen. Für Oginni Hassan aber wird dieser Schicksalsschlag zum Wendepunkt. Der Schmerz über den Verlust begleitet ihn, aber er lässt sich nicht unterkriegen. Im Gegenteil: Der Unfall wird zum Ansporn, es weiter zu versuchen – für sich selbst, aber auch für die Freunde, die diesen Weg nicht mehr gehen können.

Aus der Katastrophe wächst eine neue Motivation. Bildung und Sport werden für ihn zum Ausweg, zum Mittel, sich ein neues Ziel zu setzen. Die ersten Schritte führen ihn an die Ahmadu Bello University, eine der renommiertesten Hochschulen des Landes. Dort beginnt er, Football ernsthaft zu betreiben – auch wenn College-Football in Nigeria mit dem amerikanischen System nur wenig zu tun hat.

Der Traum nimmt Fahrt auf: College-Football in Nigeria

Was in den USA Normalität ist, bleibt für Oginni Hassan in Nigeria ein Abenteuer. Training ohne professionelle Coaches, Spiele ohne große Aufmerksamkeit, keine Scouts, keine TV-Kameras. Trotzdem setzt er alles auf eine Karte. Er wächst mit jeder Herausforderung, spielt sich an der Ahmadu Bello University in den Vordergrund und entwickelt sich zum Leistungsträger seines Teams.

Doch der Weg in die NFL ist für einen nigerianischen College-Spieler so gut wie versperrt. Wer hier auffällt, muss doppelt so viel leisten wie jeder US-Konkurrent. Oginni Hassan hält an seinem Traum fest. Über Kontakte zu internationalen Football-Organisationen erfährt er vom International Player Pathway Program – einer Initiative der NFL, die Talenten außerhalb Nordamerikas eine echte Chance auf die Liga geben will.

Für Oginni Hassan ist das die Eintrittskarte in eine neue Welt. Doch der Sprung von improvisierten Spielfeldern in Nigeria zu den professionellen Trainingszentren der NFL ist gewaltig. Er weiß: Ohne das Pathway-Programm hätte er kaum eine Chance, sich zu beweisen. Aber seine Geschichte ist geprägt vom Willen, immer wieder neue Wege zu suchen, wo andere längst aufgegeben hätten.

Das Sprungbrett: International Player Pathway Program

Mit der Einladung ins International Player Pathway Program beginnt Oginni Hassans amerikanisches Abenteuer. Das Programm ist für viele internationale Talente der einzige Weg, überhaupt auf sich aufmerksam zu machen. Hier werden Spieler aus aller Welt professionell auf die NFL vorbereitet – mit Training, Ernährungsplänen und der Chance, sich vor Scouts zu präsentieren.

Für Oginni Hassan bedeutet das auch einen Wechsel der Perspektive: Ursprünglich als Tight End gestartet, wird er im Rahmen des Programms zum Defensive End umgeschult. Die Umstellung ist hart, aber er nimmt sie an. Seine Größe – fast zwei Meter – und seine Athletik helfen ihm dabei. In den Trainingseinheiten zeigt er, dass er nicht nur mitspielt, sondern mithalten kann. Für einen Spieler, der noch vor wenigen Jahren auf staubigen Plätzen in Nigeria trainierte, ist das ein Quantensprung.

Das Pathway-Programm öffnet ihm die Tür zur NFL – zumindest theoretisch. Denn der Konkurrenzkampf ist gewaltig, und die wenigsten schaffen es tatsächlich in einen aktiven Kader. Doch Oginni Hassan hat gelernt, sich auf neue Situationen einzustellen. Nach dem Abschluss des Programms ist klar: Er bekommt die Chance, sich in den USA zu beweisen. Der Traum von der NFL ist zum Greifen nah.

Der Kampf um einen Platz: NFL-Stationen zwischen Hoffnung und Enttäuschung

Nach dem Sprung über das Pathway-Programm ist Oginni Hassan Teil der großen Football-Bühne. Er unterschreibt zunächst als Undrafted Free Agent in der NFL – ein beachtlicher Erfolg für jemanden, der nie an einem US-College gespielt hat. Doch die Realität ist hart: Die Konkurrenz um die letzten Plätze im Kader ist gnadenlos. Nach einer ersten Station in Kansas City folgt die Entlassung, noch bevor die Saison richtig beginnt.

Doch aufgeben ist keine Option. Oginni Hassan bleibt dran, trainiert weiter, hält sich bereit. Ein weiteres Team gibt ihm die nächste Chance. Wieder kämpft er um einen Platz im Kader, wieder reicht es am Ende nicht für den endgültigen Sprung in den aktiven Kader. Stattdessen folgt ein Platz im Practice Squad – ein Schritt zurück, aber noch lange nicht das Ende. Am Ende steht die erneute Trennung vom Team, wieder ist die Zukunft ungewiss.

Wer jetzt hinschmeißt, hat den eigentlichen Kern dieser Geschichte nicht verstanden. Oginni Hassan hat längst bewiesen, dass er mehr ist als ein Zwischenstopp auf irgendwelchen Practice Squads. Jeder Schritt, jede Entlassung, jedes neue Angebot ist für ihn ein weiterer Beweis, dass er nicht aufgibt. Die NFL ist ein Haifischbecken, vor allem für internationale Spieler. Aber genau das macht seinen Weg so besonders.

Größe, Positionswechsel und der besondere Weg

Größe 1,98 m (6 Fuß 6 Zoll)
Gewicht 105 kg (232 lbs)
Ursprüngliche Position Tight End
Neue Position Defensive End
NFL-Teams Kansas City, Atlanta
IPPP-Teilnahme Ja
Offizielle NFL-Stats Keine

Die Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Fast zwei Meter groß, athletisch, flexibel einsetzbar – das sind die Eigenschaften, mit denen Oginni Hassan auffällt. Der Wechsel von Tight End zu Defensive End ist in der NFL selten und zeigt, wie sehr er bereit ist, sich auf jede neue Situation einzulassen. Seine Teilnahme am International Player Pathway Program macht ihn zum Vorbild für viele junge Spieler aus Afrika. Offizielle NFL-Statistiken fehlen zwar, aber seine Geschichte steht für alle, die den Sprung aus dem Nichts versuchen.

Mehr als Football: Herkunft, Bildung und neue Perspektiven

Wer Oginni Hassan nur auf seine Football-Karriere reduziert, verpasst den eigentlichen Kern seiner Geschichte. Seine Herkunft, das Leben in Abakaliki, das Überstehen eines schweren Unfalls – all das prägt seinen Charakter. Die Ausbildung an der Ahmadu Bello University gibt ihm Rückhalt, auch wenn die sportlichen Möglichkeiten begrenzt sind. Für viele junge Menschen in Nigeria ist er längst ein Vorbild. Nicht, weil er in der NFL für Schlagzeilen sorgt, sondern weil er zeigt, dass Mut und Ausdauer neue Wege eröffnen können.

Was bringt die Zukunft? Noch ist offen, ob Oginni Hassan einen weiteren Versuch in der NFL wagt, ob er sich internationalen Ligen anschließt oder sich für den Football in Nigeria engagiert. Klar ist: Seine Geschichte endet nicht mit der letzten Entlassung. Im Gegenteil – sie beginnt vielleicht gerade erst, wenn es darum geht, anderen zu zeigen, dass der Traum vom Profisport auch ohne perfekte Voraussetzungen möglich ist. Seine Verbindung zu Nigeria bleibt dabei ein zentraler Antrieb: Wer einmal erlebt hat, was es heißt, alles zu verlieren, der weiß, wie viel es bedeutet, noch einmal neu anzufangen.

Die Kraft, nie aufzugeben

Kehinde Oginni Hassan steht für all die Spieler, deren Namen nicht auf den Rückseiten von Trikots prangen. Für die, die nie im Rampenlicht stehen, aber jeden Tag alles geben, um sich eine Chance zu erarbeiten. Sein Weg aus Abakaliki bis in die NFL-Camps ist geprägt von Rückschlägen, aber auch von einer Energie, die nicht nachlässt. Der schwere Unfall in seiner Jugend, die vielen Entlassungen, die ständige Unsicherheit – all das hätte ihn bremsen können. Doch Oginni Hassan hat sich nie unterkriegen lassen.

Seine Geschichte inspiriert nicht nur junge Athleten in Nigeria, sondern überall dort, wo der Weg in den Profisport steinig ist. Er hat gezeigt, dass es manchmal nicht auf Statistiken oder Trophäen ankommt, sondern auf die Bereitschaft, immer wieder aufzustehen. Der rote Faden seiner Karriere bleibt der unbedingte Wille, sich nicht von Hindernissen aufhalten zu lassen. Und genau das macht ihn zu einem Hoffnungsträger – für den Football, für Nigeria und für alle, die an ihren Träumen festhalten.

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