Kenny Pickett

Position
Quarterback
Aktuelles Team
Gewicht
220 lbs
Größe
6' 3"
Age
26
College
Pittsburgh
Experience
3

Kenny Pickett steht heute an einem entscheidenden Punkt seiner NFL-Karriere. Nach Jahren voller Hoffnung, Rückschlägen und Teamwechseln trägt er das Trikot der Cleveland Browns – und kämpft um mehr als nur einen Platz auf dem Spielfeld. Für Pickett geht es darum, sich endlich als Starter zu behaupten und das Versprechen einzulösen, das seine College-Zeit einst gegeben hat. Der Weg hierhin war alles andere als gerade. Aber genau das macht seine Geschichte so besonders.

Wer Pickett beobachtet, sieht keinen typischen NFL-Star, der von Anfang an durchstartete. Vielmehr ist er das Gesicht eines Spielers, der immer wieder neue Anläufe nehmen musste. Vom gefeierten College-Held zum Quarterback, der sich in der NFL erst durchbeißen musste – und heute vor seiner vielleicht letzten großen Chance steht. Wie kam es dazu? Was macht ihn aus? Und warum lohnt sich der Blick auf diesen besonderen Karriereweg?

Vom Hoffnungsträger zum NFL-Kämpfer: Der steinige Start

Als die Pittsburgh Steelers 2022 erstmals seit fast zwei Jahrzehnten einen Quarterback in der ersten Runde auswählten, war die Erwartungshaltung klar: Kenny Pickett sollte die Lücke nach Ben Roethlisberger schließen. Doch der Sprung vom College-Football zur NFL erwies sich als gewaltig. Die Diskussion um seine Handgröße begleitete ihn vom ersten Tag an – ein Detail, das in Draft-Kreisen fast schon zum Running Gag wurde, aber zugleich den enormen Druck spiegelte, der auf ihm lastete.

In seinen ersten beiden Jahren bei den Steelers startete Pickett in 24 Spielen. Die Bilanz: 4.474 Passing Yards, 13 Touchdowns, 13 Interceptions. Keine Zahlen, die für Furore sorgten, aber auch kein Debakel. Pickett spielte solide, aber ohne das große Ausrufezeichen. Die Steelers-Fans hofften auf mehr, die Medien forderten Geduld. Doch in der NFL zählt am Ende nur, wer Spiele gewinnt und Teams nach vorne bringt. Für Pickett bedeutete das: Der nächste Karriereschritt ließ auf sich warten.

Nach zwei Saisons in Pittsburgh folgte der Wechsel zu den Philadelphia Eagles. Dort wartete mit Jalen Hurts ein unumstrittener Starter, Pickett musste sich mit der Rolle als Backup begnügen. In fünf Einsätzen, davon ein Start, kam er auf 291 Yards, zwei Touchdowns und eine Interception. Das Highlight: Der Super-Bowl-Sieg mit den Eagles – auch wenn seine Rolle im Team eher im Hintergrund blieb. Pickett hatte endlich einen Ring, aber keinen festen Platz in der NFL.

Diese Erfahrungen prägten ihn. Jeder Teamwechsel brachte neue Hoffnungen, aber auch neue Hürden. Doch Pickett blieb dran. Er wusste, dass sich Chancen in der NFL oft unerwartet ergeben. Und für ihn sollte die nächste Gelegenheit nicht lange auf sich warten lassen.

Der Weg nach oben: Vom Jersey-Kid zum College-Star

Wer verstehen will, warum Pickett trotz aller Rückschläge nie aufgegeben hat, muss einen Blick auf seine Wurzeln werfen. Geboren in Oakhurst, New Jersey, lernte er früh, dass im Football nichts geschenkt wird. An der Ocean Township High School zeigte er schon als Teenager Leadership-Qualitäten und ein Gespür für das Spiel, das ihn später auszeichnen sollte.

Der Durchbruch kam an der University of Pittsburgh. Dort entwickelte sich Pickett vom talentierten Highschool-Spieler zum absoluten Leistungsträger. Seine College-Statistiken sprechen eine klare Sprache: 12.303 Passing Yards, 81 Touchdowns, 32 Interceptions und eine Completion Rate von über 62 Prozent. 2021 wurde Pickett mit dem Johnny Unitas Golden Arm Award ausgezeichnet, war ACC Player of the Year und wurde ins First-team All-American gewählt. In dieser Zeit galt er als einer der besten Quarterbacks des Landes – und als sicherer Kandidat für den NFL-Draft.

Die Steelers machten ernst und holten ihn in der ersten Runde. Für Pickett begann damit ein neues Kapitel. Das Erbe von Roethlisberger wog schwer, der Druck war enorm. Doch Pickett hatte schon im College gelernt, dass Rückschläge dazugehören. Was in Pittsburgh begann, war nur der Auftakt zu einer Karriere, die immer wieder neue Wendungen nehmen sollte.

Neustart in Cleveland: Die Chance, auf die alles hinausläuft

Nach dem Super-Bowl-Triumph mit den Eagles wechselte Pickett zu den Browns. Hier bietet sich ihm eine neue Gelegenheit, sein Können als Starter unter Beweis zu stellen. Die Konkurrenz ist groß: Mit Joe Flacco steht ein erfahrener Veteran im Kader, dazu drängen junge Talente wie Shedeur Sanders und Dillon Gabriel auf Spielzeit. Doch eine schwere Verletzung von Deshaun Watson hat das Quarterback-Rennen neu eröffnet – und Pickett ist mittendrin.

Für die Browns ist Pickett kein risikofreier Griff, sondern eine Wette auf das Potenzial eines Spielers, der im College alles gewonnen hat und in der NFL immer wieder aufstehen musste. Das Team verzichtete darauf, die Option für ein weiteres Vertragsjahr zu ziehen. Pickett steht also vor dem letzten Jahr seines Rookie-Vertrags – ein klassischer Showdown. Wer jetzt überzeugt, kann sich einen neuen Vertrag sichern. Wer scheitert, muss den nächsten Neustart wagen.

Station Spiele (Starts) Passing Yards Touchdowns Interceptions Completion Rate Gehalt
Steelers 24 4.474 13 13 62,4% Rookie-Vertrag
Eagles 5 291 2 1 62,4% Rookie-Vertrag
Browns noch keine Starts --- --- --- --- 2,623 Mio. US-Dollar

Die Zahlen zeigen: Pickett ist kein Spieler, der mit Einzelstatistiken glänzt. Aber er bringt Erfahrung aus verschiedenen Teams mit, kennt den Konkurrenzkampf und weiß, wie man mit Druck umgeht. Für die Browns zählt jetzt nur, wer auf dem Feld überzeugt – und Pickett hat alle Chancen, sich zu beweisen.

Was Pickett ausmacht: Fakten, Persönlichkeit und Perspektive

Mit 1,90 Meter und 99 Kilogramm bringt Pickett die physischen Voraussetzungen für einen NFL-Quarterback mit. Seine College-Auszeichnungen belegen, dass er auf höchstem Niveau abliefern kann. In der NFL musste er sich dagegen immer wieder neu beweisen. Neben dem reinen Talent ist es vor allem sein Beharren, das ihn auszeichnet. Wer so oft zwischen Hoffnung und Zweifel pendelt, braucht mehr als nur einen starken Arm – er braucht Geduld, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, immer wieder neu anzugreifen.

Privat hält Pickett sich eher im Hintergrund. Über seine Familie ist wenig bekannt. Er hat an der University of Pittsburgh seinen Abschluss gemacht und ist seiner Heimat New Jersey bis heute verbunden. Auffällig ist, wie ruhig und fokussiert er mit Rückschlägen umgeht – ein Charakterzug, den auch seine Coaches immer wieder betonen.

Ein O-Ton aus dem Umfeld der Browns bringt es auf den Punkt: „Kenny ist jemand, der nie aufgibt. Egal, wie oft er zurückgeworfen wurde – er bleibt dran und sucht seine Chance.“ Genau diese Haltung macht ihn für ein Team interessant, das in der Vergangenheit oft auf Routiniers gesetzt hat, jetzt aber frischen Wind braucht.

Die nächste Chance: Durchbruch oder nächster Anlauf?

Für Pickett beginnt jetzt die vielleicht wichtigste Phase seiner Karriere. Sein Vertrag läuft aus, das Rennen um den Stammplatz ist offen. Wer sich jetzt durchsetzt, kann sich als Starter für die Zukunft empfehlen – bei den Browns oder anderswo. Scheitert Pickett, droht die Rolle als ewiger Backup oder ein erneuter Teamwechsel. Doch wer ihn kennt, weiß: Aufgeben ist keine Option.

Ein Durchbruch würde nicht nur seinen Marktwert steigern, sondern auch das Bild von Pickett in der NFL verändern. Aus dem ewigen Hoffnungsträger würde ein Quarterback, der seinen Weg gefunden hat. Die Teams, die auf der Suche nach einem erfahrenen, hungrigen Quarterback sind, werden genau hinschauen. Für Pickett ist das die Chance, endlich das zu werden, was viele in ihm gesehen haben – ein Starter, der mehr kann als nur Lücken zu füllen.

Am Ende steht Kenny Pickett für all jene NFL-Spieler, die nicht sofort durchstarten, sondern sich ihren Platz erkämpfen müssen. Sein Weg zeigt, dass Beharrlichkeit und Lernbereitschaft manchmal wichtiger sind als pure Begabung. Ob er die nächste Hürde nimmt, entscheidet sich auf dem Feld. Aber eins steht fest: Wer Pickett abschreibt, unterschätzt einen Spieler, der immer wieder aufsteht – und vielleicht gerade deshalb zu mehr bestimmt ist, als viele glauben.

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