Leonard Taylor III spielt heute als Defensive Tackle bei den New York Jets. Er ist kein gewöhnlicher NFL-Profi. Wer seine Karriere verfolgt, erkennt schnell: Taylor steht für einen Weg, der alles andere als geradlinig verlief. Vom gefeierten Talent an der University of Miami zum Undrafted Free Agent, der sich in einer der härtesten Ligen der Welt durchbeißt – Taylors Geschichte ist die eines Spielers, der Widerstände nicht nur akzeptiert, sondern sie als Antrieb nutzt. In seinem zweiten Jahr bei den Jets kämpft er um eine größere Rolle in der Defensive Line. Was ihn ausmacht? Die Fähigkeit, nach Rückschlägen nicht aufzugeben, sondern immer wieder anzugreifen.
Der Name Leonard Taylor war in der Football-Welt schon früh ein Begriff. In Miami aufgewachsen, als Fünf-Sterne-Rekrut gefeiert, schien sein Weg vorgezeichnet. Doch auf dem Sprung in die NFL blieb der große Moment aus. Kein Team wählte ihn im Draft. Für viele wäre das das Ende aller Träume gewesen. Für Taylor war es der Startschuss, sich seinen Platz auf anderem Weg zu erkämpfen. Heute ist klar: Er hat es geschafft. Doch wie kam es dazu?
Vom Undrafted zum NFL-Kämpfer: Taylors Durchbruch bei den Jets
Der Weg in die NFL ist für die meisten Spieler mit Hoffnungen auf einen Draft-Pick verbunden. Für Taylor lief es anders. Trotz starker College-Leistungen und Vorschusslorbeeren blieb er im Draft unberücksichtigt. Doch anstatt sich entmutigen zu lassen, unterschrieb er direkt danach bei den New York Jets. Die Erwartungen waren klar: Er musste sich seinen Platz auf dem 53er-Kader im Training und in den Preseason-Spielen hart verdienen. Die Konkurrenz war groß, die Chancen gering.
Doch Taylor überzeugte. Bereits in seiner ersten NFL-Saison sammelte er 24 Tackles, 1,5 Sacks und eine Pass Deflection in 14 Spielen. Für einen Undrafted Rookie sind das Werte, die Aufmerksamkeit wecken. Besonders sein erster Sack gegen Sam Darnold zeigte, dass er auch auf dem höchsten Level abliefern kann. Es war ein Moment, der seinen Durchbruch markierte und ihm das Vertrauen der Coaches einbrachte. Diese Leistung kam nicht von ungefähr. Der Grundstein wurde schon viel früher gelegt.
Vier Jahre Anlauf: Taylors Weg von Miami in die NFL
Schon in der High School in Miami fiel Taylor auf. Er dominierte an der Miami Palmetto Senior High School, sammelte als Senior 51 Tackles, fünf Sacks und eine Interception – und das in nur sieben Spielen. Seine Einladung zu den prestigeträchtigen All-American Bowls war die logische Folge. College-Scouts rissen sich um ihn, am Ende entschied er sich für die University of Miami. Dort galt er als einer der besten Defensive Linemen seines Jahrgangs.
Im College setzte er seine Entwicklung fort. Schon als Freshman kam er regelmäßig zum Einsatz, beendete seine erste Saison mit 21 Tackles und zwei Sacks. Im zweiten Jahr steigerte er sich auf 24 Tackles, drei Sacks und eine Interception. Seine Physis – 1,91 Meter, 138 Kilogramm – und seine Explosivität am Snap machten ihn zu einem Problem für jede Offensive Line. Trotz dieser Leistungen blieb der große Sprung in die NFL aus. Der Draft verlief ohne seinen Namen.
Station | Jahr | Spiele | Tackles | Sacks | Interceptions |
---|---|---|---|---|---|
High School (Senior) | 2020 | 7 | 51 | 5 | 1 |
Miami (Freshman) | 2021 | 12 | 21 | 2 | 0 |
Miami (Sophomore) | 2022 | 12 | 24 | 3 | 1 |
New York Jets (Rookie) | 2024 | 14 | 24 | 1,5 | 0 |
Die Tabelle zeigt: Taylors Produktion zog sich durch alle Stationen. Doch im Draft fiel er durchs Raster. Der nächste Schritt war nicht selbstverständlich. Wie hat er es trotzdem geschafft, sich bei den Jets durchzusetzen?
Die große Entscheidung: Zwischen NFL und UFL – Loyalität zu den Jets
Nach dem Draft stand Taylor vor einer schwierigen Wahl. Die Jets gaben ihm einen Vertrag als Undrafted Free Agent. Gleichzeitig meldete sich die UFL – die DC Defenders wählten ihn im Draft der alternativen Liga. Taylor hätte sich für den vermeintlich leichteren Weg entscheiden können, doch er blieb bei den Jets. Er wusste: Wer in der NFL bestehen will, darf keine Umwege nehmen. Also stellte er sich dem harten Konkurrenzkampf in New York.
Im Trainingsalltag zeigte sich schnell, warum Taylor schon in Miami auffiel. Seine Explosivität am Snap, sein bulliger Körperbau und die Fähigkeit, Lücken in der Offensive Line zu finden, verschafften ihm Respekt bei Coaches und Mitspielern. Er war nie der lauteste im Raum, aber auf dem Feld ließ er Taten sprechen. Sein erster NFL-Sack war nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern auch ein Statement an alle, die an ihm gezweifelt hatten.
Diese Entwicklung war kein Zufall. Taylor nutzt jeden Rückschlag als Motivation. Als Undrafted Free Agent muss er immer mehr leisten als andere. Doch genau das treibt ihn an. Heute steht er im Kader der Jets, konkurriert mit gestandenen Profis um Einsatzzeit und hat sich einen festen Platz in der Rotation erarbeitet. Seine Geschichte ist der Beweis, dass Talent allein nicht reicht – es braucht Willen, Geduld und den Mut, den schweren Weg zu gehen.
Blick nach vorne: Taylors Rolle bei den Jets und seine nächsten Schritte
In seinem zweiten Jahr bei den New York Jets ist Taylor mehr als nur ein Backup. Er ist Teil einer Defensive Line, die zu den stärksten im Team gehört. Mit seiner Größe und seinem Gewicht bringt er die physischen Voraussetzungen mit, um im Zentrum gegen den Lauf zu bestehen. Gleichzeitig hat er gezeigt, dass er auch als Pass Rusher Akzente setzen kann. Die Coaches schätzen seinen Einsatz und seine Lernbereitschaft.
Sein Rookie-Vertrag läuft noch zwei Jahre. Für Taylor bedeutet das Planungssicherheit – aber auch die Chance, sich weiter zu beweisen. Die Konkurrenz im Kader bleibt groß, doch genau das ist es, was ihn immer wieder zu Höchstleistungen antreibt. Seine Entwicklung ist längst nicht abgeschlossen. Wer ihn spielen sieht, erkennt: Hier ist jemand am Werk, der noch lange nicht am Ziel ist.
Die NFL ist berüchtigt für ihre Schnelllebigkeit. Viele Undrafted Free Agents verschwinden nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche. Taylor hat diese Hürde gemeistert. Er hat gezeigt, dass er nicht nur mithalten, sondern Spiele beeinflussen kann. Sein erstes Jahr hat die Tür geöffnet – jetzt geht es darum, sie offen zu halten und einen festen Platz in der Rotation zu sichern. Die Jets wissen, was sie an ihm haben: einen Spieler, der nie aufgibt und immer bereit ist, mehr zu investieren als andere.
Persönliches & Hintergründe
Geburtsort | Miami, Florida |
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High School | Miami Palmetto Senior High School |
College | University of Miami |
Körpermaße | 1,91 m, 138 kg |
Vertrag | Rookie-Deal über vier Jahre (2,8 Mio. US-Dollar) |
Auszeichnungen | Fünf-Sterne-Rekrut, All-American Bowls |
Fun Fact | Wurde trotz College-Star-Status nicht im NFL Draft ausgewählt |
Leonard Taylor bleibt seiner Heimat Miami verbunden. Er hat dort nicht nur seine ersten Schritte als Football-Spieler gemacht, sondern sich auch im College einen Namen erarbeitet. Über seine Familie ist wenig bekannt, im Mittelpunkt steht immer der Sport. Wer ihn kennt, beschreibt ihn als ruhig, fokussiert und zielstrebig. Die Erfahrungen aus Miami begleiten ihn bis heute – auf und neben dem Feld.
Sein Weg ist noch nicht zu Ende. Taylor hat bewiesen, dass er Rückschläge wegstecken und neue Chancen nutzen kann. Die Jets setzen auf seine Energie und seine Vielseitigkeit in der Defensive Line. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie weit es für ihn gehen kann. Sicher ist nur: Leonard Taylor III hat sich seinen Platz in der NFL verdient – und seine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.