Neal Johnson steht bei den New York Jets unter Vertrag. Der Tight End aus Texas hat in seiner noch jungen Karriere bereits mehr Entlassungen erlebt als die meisten NFL-Spieler in zehn Jahren. Doch der Traum vom großen Durchbruch lebt weiter. Johnson kämpft um seinen ersten Einsatz in der NFL – und schreibt damit eine Geschichte, die für viele Undrafted Free Agents typisch ist.
Mit 1,93 Meter Größe und 113 Kilogramm bringt Johnson alles mit, was auf seiner Position gefragt ist. Trotzdem wartet er weiter auf die große Chance im aktiven Kader. Nach einer Saison voller Rückschläge und Wechsel steht er jetzt wieder bei den Jets im Kader – und hofft auf sein erstes Spiel in der Regular Season. Wie ist es soweit gekommen?
Diese Situation ist kein Zufall. Johnson hat sich seine aktuelle Chance hart erarbeitet. Der Weg dorthin war allerdings alles andere als einfach – und ist ein Musterbeispiel für den rauen Alltag vieler NFL-Neulinge, die keinen prominenten Namen mitbringen.
Vom Traum in Texas bis zum Undrafted Free Agent
Neal Johnson stammt aus Mesquite, einer Stadt in Texas, in der Football zum Alltag gehört. Hier wird jede freie Minute auf dem Platz verbracht, und Talent bleibt selten lange unentdeckt. Johnsons Weg führte ihn an die University of Louisiana, wo er als Tight End auf sich aufmerksam machte. Seine College-Karriere war solide, aber nicht spektakulär genug, um Scouts im NFL Draft restlos zu überzeugen.
Der Draft-Tag kam – und Johnsons Name wurde nicht aufgerufen. Für viele Spieler ist das das Ende des Traums. Doch für Johnson war es nur ein neuer Anfang. Er unterschrieb als Undrafted Free Agent bei den Los Angeles Rams. Der Sprung ins Profi-Geschäft war geschafft, aber das Abenteuer NFL sollte für ihn erst jetzt so richtig beginnen.
Schon in dieser ersten Phase zeigte sich, wie hart das Leben für Undrafted-Spieler ist. Johnson musste sich im Camp gegen erfahrene Profis und andere Talente behaupten. Am Ende reichte es nicht für einen Platz im Kader – und die erste Entlassung folgte. Doch Johnson ließ sich davon nicht entmutigen.
Auf der Suche nach einer Chance: Die Achterbahnfahrt der Rookie-Saison
Nach dem Aus bei den Rams suchte Johnson weiter nach seiner Chance. Er wurde von den New York Jets verpflichtet – nur wenige Tage später folgte auch hier die Entlassung. Kaum war er draußen, griffen die Minnesota Vikings zu. Doch auch dieser Aufenthalt war nur von kurzer Dauer. Johnson landete erneut auf dem freien Markt.
Diese ständigen Wechsel sind für viele Neulinge in der NFL Alltag. Ein einziger Fehler im Training, ein verletzter Veteran, eine neue Verpflichtung – und schon steht die Karriere wieder auf der Kippe. Doch Johnson blieb dran. Er trainierte weiter, hielt sich fit und wartete auf den nächsten Anruf.
Die Jets gaben ihm erneut eine Chance, diesmal im Practice Squad. Wieder war die Hoffnung groß, endlich Fuß zu fassen. Doch das Glück war erneut nicht auf seiner Seite – Johnson wurde erneut entlassen. Für viele Spieler wäre das der Moment, in dem sie sich nach Alternativen umsehen: Kanada, XFL, vielleicht sogar das Karriereende. Doch Johnson blieb, wo er war: im Fokus der NFL-Teams, immer bereit für den nächsten Vertrag.
Team | Vertragsstatus | Einsatz |
---|---|---|
Los Angeles Rams | Undrafted Free Agent | Preseason (1 Catch, 6 Yards) |
New York Jets | Mehrfach verpflichtet/entlassen | Keine Regular-Season-Einsätze |
Minnesota Vikings | Kurzes Engagement | Keine Einsätze |
Die Tabelle zeigt: Johnsons Karriere ist bislang eine Abfolge von kurzen Engagements, ohne den Durchbruch im aktiven Kader. Doch gerade diese Erfahrungen haben ihn geprägt. Jeder Wechsel, jede Entlassung – sie alle machen ihn heute zu einem Spieler, der weiß, wie hart das Geschäft in der NFL ist.
Neue Hoffnung: Der Reserve/Future-Vertrag bei den Jets
Nach Monaten voller Ungewissheit kam die nächste Chance. Die Jets nahmen Johnson erneut unter Vertrag – diesmal mit einem Reserve/Future-Vertrag. Für viele Undrafted-Spieler ist das ein Hoffnungsschimmer. Der Vertrag garantiert zwar noch keinen Platz im Team, aber er gibt die Möglichkeit, sich im Training und in der Vorbereitung zu beweisen.
Johnson nutzt diesen Moment. Er ist gesund, motiviert und arbeitet täglich daran, endlich den Sprung in den aktiven Kader zu schaffen. Die Konkurrenz auf der Tight-End-Position ist groß. Doch Johnson bringt die nötigen physischen Voraussetzungen mit. Seine Größe und sein Gewicht machen ihn zu einem echten Matchup-Problem für viele Linebacker und Safetys. Noch fehlt ihm der Durchbruch im Spiel – aber die Jets trauen ihm zu, dass er diesen letzten Schritt gehen kann.
Diese Situation ist typisch für viele Undrafted Free Agents. Sie müssen sich mit jeder Trainingseinheit, jedem Spielzug beweisen. Ein Fehler kann das Aus bedeuten. Doch wer wie Johnson nach so vielen Entlassungen immer wieder zurückkommt, zeigt, dass er nicht nur Talent, sondern auch die richtige Einstellung mitbringt.
Was fehlt noch zum Durchbruch?
Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Johnson hat bislang keine Einsätze in der Regular Season vorzuweisen. In der Preseason konnte er einen kurzen Moment nutzen – ein Catch für sechs Yards steht in seiner Bilanz. Für einen Tight End, der sich in der NFL behaupten will, ist das erst der Anfang.
Doch Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Johnson bringt alles mit, was auf seiner Position gefragt ist: Größe, Kraft, Athletik. Was ihm bislang fehlt, ist die Gelegenheit, das auch im Spiel zu zeigen. Die Konkurrenz bei den Jets ist stark, doch gerade auf der Tight-End-Position kommt es immer wieder zu Veränderungen. Verletzungen, Formschwankungen, neue Spielsysteme – hier kann sich die Tür auch ganz plötzlich öffnen.
Für Johnson ist klar: Er muss bereit sein, wenn der Anruf kommt. Ob als Special Teamer, Blocker oder als zusätzliche Anspielstation in der Red Zone – jede Rolle kann der Einstieg in eine längere NFL-Karriere sein. Viele große Tight Ends haben ihre Karriere als Undrafted-Spieler begonnen. Für Johnson ist dieser Weg noch offen.
Der Blick nach vorn: Johnsons Weg ist noch nicht zu Ende
Neal Johnson steht an einem Wendepunkt. Nach einer Saison voller Rückschläge ist er wieder Teil eines NFL-Teams – und so nah wie nie an seinem Ziel. Die Konkurrenz im Team ist groß, doch Johnson hat sich durch seine Hartnäckigkeit Respekt erarbeitet. Er weiß, dass jeder Tag im Kader ein Geschenk ist und dass der nächste Schritt nur mit harter Arbeit möglich ist.
Die Zukunft ist offen. Vielleicht schafft Johnson den Sprung auf das aktive Roster. Vielleicht bleibt er im Practice Squad. Vielleicht geht der Weg noch einmal über ein anderes Team. Doch eines ist sicher: Johnson hat gezeigt, dass er nicht so leicht aufgibt. Für viele Fans bleibt er damit ein Sinnbild für den Traum, den auch Undrafted-Spieler leben – und für den Kampfgeist, der in der NFL jeden Tag gebraucht wird.
Die Geschichte von Neal Johnson ist noch nicht zu Ende geschrieben. Vielleicht kommt der Durchbruch schneller als gedacht. Vielleicht dauert es noch eine Weile. Aber solange Johnson weiter an sich glaubt und jede Chance nutzt, bleibt sein Traum vom NFL-Debüt lebendig.