Tanner McLachlan

Position
Tight end
Aktuelles Team
Gewicht
244 lbs
Größe
6' 5"
Age
25
College
Arizona

Kaum ein NFL-Spieler verkörpert den unbeirrbaren Kampfgeist eines Underdogs so wie Tanner McLachlan. Als Reserve-Tight-End der Cincinnati Bengals steht er an der Schwelle zu seiner zweiten NFL-Saison – bereit, sich endlich einen festen Platz im Kader zu erarbeiten. Hinter ihm liegt eine Karriere voller Umwege, Verletzungen und überraschender Wendungen. McLachlan ist kein typischer First-Round-Pick, kein gefeierter College-Star, sondern ein Spätstarter aus Kanada, der nie aufgehört hat, an seinen Traum zu glauben.

Gerade diese Geschichte macht ihn für viele Fans und Coaches spannend. In einer Liga, in der die wenigsten Spieler es überhaupt bis ins zweite Jahr schaffen, bringt McLachlan etwas mit, das sich nicht messen lässt: die Erfahrung, immer wieder von vorne anfangen zu müssen. Seine Reise ist der Beweis, dass Durchhaltevermögen und der Glaube an die eigene Chance manchmal wertvoller sind als jedes Talent-Ranking.

Doch wie begann dieser ungewöhnliche Weg? Und was macht Tanner McLachlan heute zu einem Hoffnungsträger für die Bengals?

Der lange Weg aus Lethbridge: Kanadischer Walk-On sucht seine Chance

Der Grundstein für McLachlans Karriere wurde weit entfernt von den großen Football-Bühnen gelegt. Geboren und aufgewachsen in Lethbridge, Alberta, war sein Weg in den US-Football alles andere als vorgezeichnet. In Kanada dominiert der Eishockey-Traum, doch für Tanner war es der Football, der ihn packte. Am Lethbridge Collegiate Institute spielte er zunächst in einer Nebenrolle – kein Star, sondern einer, der sich alles erarbeiten musste.

Der Sprung auf das College-Level führte ihn an die Southern Utah University. Dort startete er als Walk-On, also ohne Stipendium. Es war eine Zeit voller Unsicherheit. In 11 Spielen fing er 15 Pässe für 168 Yards – solide Zahlen, doch von der NFL sprach damals niemand. Dann kam der Rückschlag: eine schwere Knieverletzung. Für viele hätte das das Ende bedeutet. McLachlan aber biss sich durch, arbeitete monatelang an seinem Comeback und blieb im Team. Schon früh zeigte sich: Aufgeben ist für ihn keine Option.

Diese Erfahrung prägte seine Mentalität. Wer als Walk-On in den College-Football geht, weiß, dass jeder Tag ein Kampf ist. Genau das wurde zu McLachlans Markenzeichen – und sollte ihm später noch helfen.

Durchbruch in Arizona: Vom Ersatzspieler zum Rekordhalter

Nach dem Ende seiner Zeit in Southern Utah stand McLachlan vor einer Entscheidung. Er wollte mehr, suchte eine größere Bühne – und fand sie an der University of Arizona. Der Wechsel war riskant: Neues Umfeld, höhere Konkurrenz, keine Garantien. Doch genau das reizte ihn. Schon im ersten Jahr bei den Wildcats zeigte er, dass er bereit war für den nächsten Schritt.

Was dann folgte, hätten ihm die wenigsten zugetraut. McLachlan entwickelte sich rasant, kämpfte sich in die Startformation und wurde zum verlässlichen Ziel für seine Quarterbacks. In 25 Spielen sammelte er 79 Receptions, 984 Yards und 6 Touchdowns – mehr als jeder andere Tight End in der Geschichte des Programms. Mit jeder Partie wuchs sein Selbstvertrauen. Der einstige Walk-On aus Lethbridge war jetzt Rekordhalter in einer der größten Conferences des College-Football.

Doch nicht nur die Zahlen machten ihn besonders. McLachlan wurde zum Anführer, zum Vorbild für jüngere Spieler. Wer ihn in Arizona erlebte, erinnert sich an einen Teamplayer, der nie die Aufmerksamkeit suchte, sondern mit harter Arbeit überzeugte. Aus der Krise um die Knieverletzung war ein Sprungbrett geworden. Jetzt war der NFL-Traum plötzlich greifbar.

Der Sprung in die NFL: Rookie-Jahr und Kampf um Spielzeit

Mit dem NFL Draft kam die nächste Bewährungsprobe. McLachlan musste lange warten, bis die Bengals in der sechsten Runde seinen Namen aufriefen. Für viele Spieler ist so ein später Pick gleichbedeutend mit einer Statistenrolle. Doch für McLachlan war es die nächste Etappe auf seinem langen Weg. Parallel wurde er auch im CFL Draft von den Calgary Stampeders ausgewählt, entschied sich aber klar für das Abenteuer NFL.

Im ersten Jahr bei den Bengals fand er sich vor allem im Hintergrund wieder. Er stand zwar im 53-Mann-Kader, kam aber nur in zwei Spielen zum Einsatz. Die Konkurrenz auf der Tight-End-Position war groß, die Spielanteile gering. Viele hätten sich mit dieser Rolle abgefunden – nicht so McLachlan. Im Training zeigte er Woche für Woche, dass er mehr sein will als nur ein Backup. Sein Ziel: sich unentbehrlich machen, wenn die Chance kommt.

Finanziell gibt es Sicherheit: McLachlan unterschrieb einen Vierjahresvertrag über gut vier Millionen Dollar. Doch Geld allein zählt in der NFL wenig, wenn die Einsatzzeit fehlt. Für ihn bleibt der sportliche Durchbruch das große Ziel. Die Coaches schätzen vor allem seine Vielseitigkeit – McLachlan kann blocken, fangen und bringt mit 1,96 Meter und 111 Kilo die nötige Physis für die NFL mit.

Station Spiele Receptions Yards Touchdowns
Southern Utah 11 15 168 0
Arizona 25 79 984 6
Bengals (NFL) 2 0 0 0

Die Zahlen zeigen: Der Durchbruch im College war spektakulär, in der NFL steht McLachlan noch am Anfang. Aber genau dieser Übergang reizt ihn. Die nächste Chance wartet – und McLachlan will bereit sein.

Auf dem Sprung: McLachlan und die Hoffnung auf den Durchbruch

Jetzt, in seiner zweiten NFL-Saison, steht Tanner McLachlan vor einer entscheidenden Phase. Er ist gesund, bringt die Erfahrungen aus dem ersten Jahr mit und hat sich im Training Respekt erarbeitet. Die Bengals setzen auf ein Team mit vielen jungen Spielern, die sich beweisen wollen – genau das Umfeld, in dem ein Spieler wie McLachlan wachsen kann.

Seine Rolle ist klar: Als Reserve-Tight-End muss er jedes Training nutzen, um sich für den aktiven Kader zu empfehlen. Die Konkurrenz ist stark, doch McLachlan kennt keine Angst vor langen Wegen. Was ihm fehlt, ist nicht das Talent – sondern die Gelegenheit, es auf dem Feld zu zeigen. Coaches loben vor allem seine Arbeit im Blocking und seine Lernbereitschaft. Was ihm noch fehlt, ist der erste große Auftritt in der NFL. Doch wer seine Karriere kennt, weiß: McLachlan hat immer dann überzeugt, wenn man es am wenigsten erwartet hat.

Für viele junge Spieler ist das zweite NFL-Jahr die Nagelprobe. Wer hier den Sprung schafft, hat eine echte Chance auf eine längere Karriere. McLachlan weiß das – und stellt sich dieser Herausforderung. Sein Ziel ist klar: Den Status als Backup ablegen, Spielzeit erzwingen und sich als feste Größe im Bengals-Kader etablieren.

Was ihn dabei auszeichnet, ist nicht nur seine Physis, sondern auch seine Einstellung. McLachlan ist nicht laut, sucht nie Ausreden. Er arbeitet im Hintergrund, wartet auf den Moment, in dem er gebraucht wird. Schon im College wurde er für diese Haltung geschätzt – und genau das macht ihn auch in der NFL wertvoll. Für junge Mitspieler ist er ein Vorbild: Wer immer wieder zurückkommt, egal wie oft er übersehen wird, beweist echten Charakter.

Infobox: Zahlen, Fakten, Besonderheiten

Geburtsort Lethbridge, Alberta, Kanada
Größe/Gewicht 1,96 m / 111 kg
College Southern Utah, Arizona
College-Stats 79 Receptions, 984 Yards, 6 TDs (Arizona)
NFL-Draft 6. Runde, 194. Pick (Bengals)
CFL-Draft 6. Runde, 51. Pick (Calgary Stampeders)
NFL-Vertrag 4 Jahre, 4.203.056 $ (2025: 960.000 $ Grundgehalt)
NFL-Einsätze 2 Spiele (Rookie-Saison)
Besonderheit Schulrekord für Tight Ends an der University of Arizona

Diese Fakten fassen McLachlans Weg zusammen – vom kanadischen Walk-On zum Rekordhalter im College und NFL-Profi mit viel Potenzial.

Fazit: Tanner McLachlan – Mehr als nur ein Backup

Tanner McLachlan steht für all jene, die sich nicht mit dem ersten Rückschlag zufriedengeben. Sein Weg von der High School in Lethbridge über Southern Utah und Arizona bis zu den Bengals zeigt, wie wichtig Geduld und Glaube an sich selbst sind. In einer Liga, in der Superstars im Rampenlicht stehen, erinnert McLachlan daran, dass jeder Kaderplatz erkämpft werden muss – und dass der entscheidende Moment oft dann kommt, wenn ihn niemand erwartet.

Ob er den Durchbruch bei den Bengals schafft, liegt in seiner Hand. Doch eines ist sicher: Tanner McLachlan ist längst mehr als nur ein Backup. Er ist das Gesicht eines langen, harten Weges – und damit ein Vorbild für alle, die in der NFL ihren Platz suchen.

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