Trayvon Mullen ist Cornerback der Baltimore Ravens – und steht trotzdem im Schatten. Nach einem verheißungsvollen Start ins Profi-Football-Leben kämpft der einstige College-Champion aktuell nicht um Starting-Plätze, sondern mit den Folgen einer hartnäckigen Schulterverletzung. Seit mehreren Jahren wechseln sich für Mullen Lichtblicke und Rückschläge ab. Was ist passiert mit dem einstigen Hoffnungsträger, der als National-Champion von Clemson in die NFL kam? Und wie geht es weiter für einen Spieler, dessen Karriere immer wieder von Verletzungen und Neuanfängen bestimmt wird?
Diese Fragen begleiten Trayvon Mullen seit seinem Wechsel zu den Ravens. Immer wieder steht er vor dem gleichen Problem: Kaum hat er sich bei einem Team eingefunden, zwingt ihn eine Verletzung zu einer Pause. Die Unsicherheit, ob er noch einmal an seine alten Zeiten anknüpfen kann, ist groß. Doch Mullens Geschichte ist mehr als die eines Pechvogels – sie ist die eines Spielers, der nie aufgibt, egal wie oft das NFL-Karussell sich für ihn weiterdreht.
Wie kam es dazu, dass ein National-Champion und Defensive-MVP zu einem der größten Fragezeichen im Kader der Ravens wurde? Der Weg von Trayvon Mullen ist ein Lehrstück über Talent, Hoffnung – und die Härte des Football-Geschäfts.
Neuanfang bei den Ravens – und schon wieder verletzt
Seit seinem Wechsel zu den Baltimore Ravens wartet Trayvon Mullen auf eine echte Chance. Die Hoffnung, im Team seines Cousins Lamar Jackson Fuß zu fassen, war groß. Doch statt auf dem Feld steht er schon wieder an der Seitenlinie. Eine Schulterverletzung hat ihn ausgebremst – und damit auch die Pläne der Ravens, die auf seine Erfahrung und seine Physis gesetzt hatten.
Für Mullen ist diese Situation nicht neu. Schon in den Jahren zuvor musste er mehrfach zuschauen, während andere Cornerbacks in die Startelf rückten. Die immer wiederkehrenden Ausfälle machen es schwer, im Rhythmus zu bleiben – und noch schwerer, sich als feste Größe in einer Secondary zu etablieren, die in Baltimore zu den Schlüsselpositionen zählt.
Die Unsicherheit über seine Zukunft ist groß. Aktuelle Vertragsdetails für die kommende Saison liegen nicht auf dem Tisch. Für die Ravens bleibt Mullen ein Fragezeichen – für ihn selbst steht viel mehr auf dem Spiel: Die Frage, ob er nach all den Rückschlägen noch einmal zurückkommt. Wie ist es soweit gekommen? Der Blick zurück zeigt, dass Mullens Karriere schon früh große Versprechen machte.
Vom College-Champion zum NFL-Profi – Der große Traum beginnt
Trayvon Mullen stammt aus Fort Lauderdale, Florida – einer Gegend, in der Football zur DNA gehört. Schon an der Coconut Creek High School zeigte er, dass er mehr kann als die meisten seiner Altersgenossen. Als Wide Receiver und Cornerback war er auf beiden Seiten des Balls ein Unterschiedsspieler, sammelte 45 Receptions für 800 Yards im Abschlussjahr und wurde mit nationalen Auszeichnungen bedacht. Die USA Today wählte ihn ins Second-Team All-American, das U.S. Army All-American Game war für ihn der nächste Schritt in die nationale Elite.
Der Wechsel ans College war für Mullen nur eine Frage der Zeit. Clemson bot ihm die große Bühne – und er nutzte sie. In drei Jahren sammelte er fast 100 Tackles, vier Interceptions und zwölf Pass Breakups. Doch es waren nicht nur die Zahlen, die ihn auszeichneten. Mullen war ein Eckpfeiler der Clemson-Defense, gewann zwei nationale Meisterschaften und wurde 2019 zum Defensive MVP des National Championship Games gewählt. Spätestens da galt er als eines der größten Cornerback-Talente seines Jahrgangs.
Der Sprung in die NFL war die logische Konsequenz. Im Draft wurde er früh ausgewählt – als 40. Pick in der zweiten Runde. Die Raiders setzten auf sein Potenzial, Mullen sollte die Secondary stabilisieren. Mit 1,88 Meter Körpergröße, langen Armen und schnellen Beinen brachte er alles mit, was einen modernen NFL-Cornerback auszeichnet. Die Erwartungen waren hoch – und Mullen erfüllte sie zunächst.
Verletzungen und Teamwechsel – Der harte NFL-Alltag
In seiner ersten Saison bei den Raiders war Mullen auf Anhieb Stammspieler. 16 Einsätze, 50 Tackles, dazu eine Interception – ein Einstand nach Maß. Die Coaches planten mit ihm als langfristige Lösung auf der Cornerback-Position. Auch im zweiten Jahr blieb er auf Kurs, steigerte sich auf 64 Tackles und zwei Interceptions. Doch dann kam der erste Rückschlag: Verletzungen setzten ihn außer Gefecht. Plötzlich war der sichere Stammplatz Geschichte.
Für einen jungen Spieler in der NFL kann eine Verletzung alles verändern. Bei Mullen häuften sich die Ausfälle. Nach nur fünf Spielen in seiner dritten Saison war erneut Schluss. Die Raiders waren gezwungen, Alternativen zu suchen. Was folgte, war eine Phase voller Ungewissheit – für Mullen begann die Zeit als NFL-Wandersmann.
Der Wechsel zu den Arizona Cardinals sollte einen Neuanfang bringen. Doch auch dort blieb das Verletzungspech an seiner Seite. Die Spielzeit war kurz, die Rolle begrenzt. Nach wenigen Monaten war das Kapitel Arizona beendet. Auch bei den Dallas Cowboys war Mullen nicht mehr als ein kurzfristiger Lückenfüller – ein einziges Spiel, dann wieder der Cut. Die Hoffnung auf Kontinuität wich der Erkenntnis, dass im Profigeschäft manchmal schon ein kleiner Rückschlag reicht, um ins Hintertreffen zu geraten.
Der erneute Wechsel nach Baltimore war für Mullen mehr als nur ein weiteres Kapitel. Hier wollte er mit seinem Cousin Lamar Jackson endlich ankommen, endlich wieder das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Doch auch hier stand das Verletzungspech vor der Tür. Die Schulter machte nicht mit – und wieder musste Mullen zuschauen, wie andere an ihm vorbeizogen. Was bleibt, ist die Frage, wie viel Potenzial in einem Spieler steckt, der immer wieder neu anfangen muss.
Team | Spiele | Tackles | Interceptions | Pass Breakups |
---|---|---|---|---|
Raiders | 37 | 134 | 4 | 28 |
Cardinals | 8 | 13 | 0 | 1 |
Cowboys | 1 | 3 | 0 | 0 |
Ravens | 0 | 0 | 0 | 0 |
Gesamt | 46 | 150 | 4 | 29 |
Die Zahlen zeigen: Mullens Talent ist unbestritten. Doch die Lücken in der Statistik erzählen auch von den vielen verpassten Chancen. Für einen Cornerback, der im College zu den besten des Landes gehörte, ist das eine harte Realität. Doch Mullen bleibt ein Spieler, der immer noch alles in die Waagschale wirft – auch wenn der Weg schwerer ist als gedacht.
Persönliche Wurzeln und besondere Auszeichnungen
Mullens Karriere ist eng mit seiner Familie verbunden. Der Cousin von Ravens-Quarterback Lamar Jackson hat den Football nie aus den Augen verloren. Schon als Kind in Fort Lauderdale war das Talent sichtbar – auf dem Schulhof, im Training, in den großen Spielen. Sein Bruder Tiawan Mullen schaffte es ebenfalls in die NFL. Die sportliche DNA ist unverkennbar, und der gegenseitige Antrieb bleibt bis heute spürbar.
Im College war Trayvon Mullen mehr als nur ein Teil des Teams. Zwei nationale Meistertitel, die Auszeichnung als Defensive MVP im wichtigsten Spiel des Jahres – das sind Momente, die bleiben. In Clemson gehörte er zu den Gesichtern einer goldenen Generation. Diese Erfahrungen prägen seinen Blick auf das Spiel bis heute.
Auszeichnung | Jahr | Team |
---|---|---|
Defensive MVP National Championship | 2019 | Clemson |
2x National Champion | 2016, 2018 | Clemson |
Second-Team All-ACC | 2018 | Clemson |
Diese Erfolge sind für Mullen mehr als Erinnerungen. Sie sind der Beweis, dass er auf höchstem Niveau mithalten kann – wenn der Körper mitspielt. Mit 1,88 Meter und knapp 90 Kilo bringt er auch heute noch die physischen Voraussetzungen für die NFL mit. Doch im Profigeschäft zählt am Ende nur, wer Woche für Woche abliefert.
Neuer Anlauf – was bringt die Zukunft?
Die Frage nach Trayvon Mullens Zukunft bleibt offen. Noch ist nicht klar, ob er bei den Ravens eine neue Chance erhält oder ob der nächste Neuanfang bevorsteht. Die NFL ist ein Geschäft ohne Geduld – und doch gibt es immer wieder Spieler, die sich nach Rückschlägen zurückmelden. Mullen hat oft genug bewiesen, dass er kämpfen kann. Die Hoffnung auf ein Comeback lebt – nicht nur bei ihm, sondern auch bei denjenigen, die an sein Talent glauben.
Was bleibt von Trayvon Mullens bisherigem Weg? Die Geschichte eines Spielers, der früh als Star gefeiert wurde, der große Titel gewann und den Sprung in die NFL schaffte. Aber auch die Geschichte eines Profis, der immer wieder durch Verletzungen ausgebremst wurde, der ständig um seinen Platz kämpfen musste und für den jeder Neuanfang ein weiterer Beweis für seine Hartnäckigkeit war.
Sein Weg ist noch nicht zu Ende. Ob als Starter, Backup oder Mentor – Trayvon Mullen ist noch da. Für ihn zählt nicht, wie oft er zurückgeworfen wurde, sondern wie oft er wieder aufgestanden ist. Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben – und vielleicht wartet am Ende doch noch der große Moment auf einen Spieler, der nie aufgehört hat, an sich zu glauben.