Tyler Conklin trägt das Trikot der Los Angeles Chargers. Er ist Tight End in einer Liga, in der die Konkurrenz gnadenlos ist und jede Saison neue Herausforderungen bringt. Doch Conklin hebt sich schon durch seinen Weg ab: Während andere NFL-Profis seit ihrer Kindheit Football spielen, kam er erst spät zum Sport – und kämpft heute um den Stammplatz bei den Chargers. Wer seine Geschichte kennt, versteht, warum er nie aufgibt.
Nach einem soliden Jahr bei den New York Jets sucht Conklin in Los Angeles die nächste Chance. Sein aktueller Vertrag läuft nur ein Jahr, der Konkurrenzkampf mit Will Dissly ist offen. Für viele Profis wäre das eine Drucksituation. Für Conklin ist es Alltag. Denn sein ganzes Karriereprofil ist geprägt von harter Arbeit, späten Chancen und dem Willen, sich immer wieder neu zu beweisen.
Diese Ausgangslage ist das Resultat eines langen Weges, der viel früher begann – in Michigan, auf einem Basketballfeld, weit entfernt vom Glanz der NFL.
Spätstarter mit Ehrgeiz: Vom Basketballcourt aufs Footballfeld
Tyler Conklin wächst in Chesterfield Township, Michigan, auf. In der High School ist er vor allem als Basketballer bekannt. Seine athletischen Fähigkeiten stechen früh heraus, doch niemand rechnet damit, dass er eines Tages in der NFL spielen wird. Nach dem Abschluss erhält er ein Basketball-Stipendium an der Northwood University, ein kleiner Campus, ein neues Umfeld. Dort spielt er sieben Spiele, kommt auf durchschnittlich 2,6 Rebounds, 1,9 Punkte und 1,4 Assists – solide, aber nicht spektakulär.
Doch Basketball allein reicht ihm nicht. Conklin spürt, dass ihm etwas fehlt. Er träumt von einer größeren Bühne, von mehr als einem Platz auf der Bank. Der Wunsch, Football zu spielen, wächst – auch wenn viele in seinem Umfeld skeptisch sind. Der Wechsel von Basketball zu Football ist alles andere als selbstverständlich. Doch Conklin wagt den Sprung und verlässt Northwood. Er versucht sein Glück als Walk-on bei der Central Michigan University. Ohne Stipendium, ohne Garantie auf Spielzeit, aber mit einer klaren Vision: Er will sich durchsetzen, koste es, was es wolle.
Der Anfang ist hart. Conklin muss nicht nur einen neuen Sport lernen, sondern auch die Coaches überzeugen, ihm eine Chance zu geben. Er arbeitet an seinem Körper, wird stärker, schneller, robuster. Die Umstellung von Basketball auf Football ist kein Selbstläufer. Doch Stück für Stück findet er seinen Platz – als Tight End, einer der anspruchsvollsten Positionen im Football. Seine Fähigkeiten aus dem Basketball helfen ihm, sich im Passspiel durchzusetzen. Doch erst harte Arbeit macht ihn zum Starter.
Vom Walk-on zum NFL-Profi: Der steinige Weg nach oben
Nach zwei Jahren als Bankspieler kommt der Durchbruch: Conklin wird zum Starting Tight End bei Central Michigan. Seine Statistiken verbessern sich, die NFL-Scouts werden aufmerksam. Er überzeugt nicht nur mit sicheren Händen, sondern auch mit Einsatz und Spielintelligenz. Viele hätten an seiner Stelle aufgegeben – er bleibt dran.
Der Lohn folgt im Draft. In der fünften Runde wird er von den Minnesota Vikings ausgewählt. Kein Platz für Selbstzufriedenheit: Als Fünftrundenpick muss Conklin sich erneut beweisen. Die Konkurrenz im Team ist groß, die Erwartungen niedrig. Doch genau in diesen Situationen blüht er auf. Bei den Vikings arbeitet er sich vom Backup zum verlässlichen Tight End hoch. Er nutzt jede Gelegenheit, um sich zu zeigen – sei es als Blocker, als Passempfänger oder in den Special Teams.
Nach mehreren Jahren im Norden folgt der nächste Schritt: Ein Wechsel zu den New York Jets. Dort erhält er einen Dreijahresvertrag – ein klares Zeichen für das Vertrauen des Teams. Bei den Jets wird Conklin schnell zu einer wichtigen Anspielstation. Er fängt nicht nur Pässe, sondern liefert auch in entscheidenden Momenten ab. Ein besonderes Highlight: Er fängt den 500. Touchdown-Pass von Aaron Rodgers. Sein Name taucht in den NFL-Statistiken auf – Conklin ist angekommen, nicht nur als Rollenspieler, sondern als Leistungsträger.
Team | Jahre | Empfänge | Yards | Touchdowns | Vertrag |
---|---|---|---|---|---|
Minnesota Vikings | 4 | 61 | 593 | 3 | Rookie-Vertrag |
New York Jets | 3 | 161 | 1.555 | 6 | 3 Jahre, 20,3 Mio. $ |
Los Angeles Chargers | 1 | 41 | 396 | 2 | 1 Jahr, 3 Mio. $ |
Gesamt | 263 | 2.544 | 11 |
Die Zahlen erzählen eine klare Geschichte: Conklin ist kein Superstar, aber ein Spieler, auf den sich jedes Team verlassen kann. Er bringt Erfahrung, Vielseitigkeit und die Fähigkeit, auch in schwierigen Momenten zu liefern. Sein Weg bleibt dabei immer derselbe: von unten nach oben, Schritt für Schritt.
Neustart in Los Angeles: Die nächste Herausforderung
Mit dem Wechsel zu den Chargers beginnt für Conklin ein neues Kapitel. Ein Einjahresvertrag, ein offener Konkurrenzkampf mit Will Dissly – alles ist möglich. Für viele wäre das ein Risiko, für Conklin ist es eine Chance. Er weiß, wie man sich durchsetzt. Seine Zeit bei den Vikings und Jets hat ihn geprägt. Die Erfahrung, mehrfach unterschätzt zu werden, lässt ihn heute noch härter arbeiten.
Im Team bringt er nicht nur sportliche Qualität, sondern auch Führungsstärke. Die jüngeren Spieler profitieren von seiner Geschichte. Wer, wenn nicht Conklin, kann ihnen zeigen, dass es im Football nicht nur um Talent, sondern auch um Einsatz geht? Seine Heimatverbundenheit bleibt dabei ein Teil seiner Identität: Geboren in Michigan, College in Michigan – die Wurzeln vergisst er nicht, auch wenn er heute in Kalifornien spielt.
Persönliche Daten | Fakten |
---|---|
Geburtsort | Chesterfield Township, Michigan |
Größe/Gewicht | 1,91 m / 115 kg |
College | Central Michigan University |
Studium | Central Michigan University |
Mit seiner Geschichte inspiriert Conklin nicht nur Teamkollegen, sondern auch junge Footballer, die nicht den klassischen Weg gehen. Er zeigt, dass auch Quereinsteiger in der NFL eine Chance bekommen – wenn sie bereit sind, alles zu geben.
Der Blick nach vorn: Chancen, Risiken und das Vermächtnis eines Spätstarters
Die Saison bei den Chargers könnte für Conklin eine neue Tür öffnen. Ein starker Auftritt, und er empfiehlt sich für einen langfristigen Vertrag – in Los Angeles oder anderswo. Doch der Konkurrenzkampf bleibt. Will Dissly, junge Talente, neue Systeme: Nichts ist sicher. Doch Conklin hat gelernt, dass genau diese Unsicherheit sein Antrieb ist.
Seine Rolle im Team ist heute klarer denn je: Er bringt Erfahrung, Stabilität und die Fähigkeit, sich in jede Situation einzufügen. Persönlich bleibt er bodenständig. Die Verbindung zu Michigan, das Studium an der Central Michigan University, die Erinnerungen an die Zeit als Walk-on – all das prägt ihn bis heute.
- Konkurrenzkampf mit Will Dissly um den Stammplatz
- Einjahresvertrag mit Leistungsboni
- Erfahrung aus sieben NFL-Jahren
- Vorbild für Quereinsteiger und junge Spieler
Tyler Conklin ist kein Star im klassischen Sinne. Er ist der Spieler, der sich immer wieder durchbeißt, der nie aufgibt und der beweist, dass es in der NFL auch auf den Charakter ankommt. Sein Weg vom Basketballer zum NFL-Tight-End ist alles andere als gewöhnlich – und genau das macht ihn so besonders.
Ob er sich bei den Chargers durchsetzt oder eine neue Herausforderung sucht, bleibt offen. Doch eines ist sicher: Conklin ist der Beweis, dass Mut und harte Arbeit im Profisport ihren Platz haben. Sein Weg inspiriert – und zeigt, dass in der NFL manchmal die Spätstarter die spannendsten Geschichten schreiben.