Younghoe Koo ist Kicker der Atlanta Falcons und einer der bekanntesten Spezialisten der NFL. Nach einer Hüftverletzung hat er sich zurückgemeldet – fit, fokussiert und mit einem festen Platz im Kader. Trotzdem bleibt sein Job umkämpft. Mit dem deutschen Neuzugang Lenny Krieg bekommt Koo neue Konkurrenz, die seinen Stammplatz alles andere als selbstverständlich macht.
Koo steht für mehr als nur starke Quoten oder weite Field Goals. Er ist zum Gesicht einer neuen Kicker-Generation geworden: Spieler, die sich nicht von Rückschlägen aufhalten lassen und über Umwege ihren Platz in der NFL finden. Seine Geschichte ist ein Paradebeispiel dafür, wie Beharrlichkeit und die Fähigkeit, Chancen zu nutzen, in der härtesten Football-Liga der Welt zum Erfolg führen können. Doch wie kam es dazu, dass ein Undrafted Kicker aus Südkorea heute zu den wichtigsten Spielern der Falcons zählt – und warum steht er erneut vor einer entscheidenden Saison?
Der Weg von Younghoe Koo ist eine Geschichte voller Herausforderungen, Umwege und Comebacks. Wer verstehen will, warum Koo heute so gefragt ist, muss auf die Anfänge zurückblicken – und auf die Wendepunkte, die ihn zum Hoffnungsträger der Falcons gemacht haben.
Vom Außenseiter zum Hoffnungsträger – Koos Durchbruch in Atlanta
Aktuell ist Koo der erfahrene Kicker der Falcons, doch seine Situation bleibt spannend. Nach seiner Rückkehr ins Team muss er sich gegen einen jungen Herausforderer behaupten. Die Falcons setzen auf die Erfahrung, die Koo in den vergangenen Jahren gesammelt hat, aber der Konkurrenzdruck ist spürbar. Seine Trefferquoten zählen zu den besten der Liga, trotzdem weiß er aus eigener Erfahrung, wie schnell sich alles ändern kann.
Seine Entwicklung ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Koo mehrfach vor dem Aus stand. Die Hüftverletzung, die ihn zuletzt ausgebremst hat, ist überwunden. Im Training überzeugt er wieder mit Präzision und Nervenstärke. Doch der neue Vertrag allein garantiert ihm nichts – die Falcons haben mit Lenny Krieg einen weiteren Kicker im Kader, der sich ebenfalls beweisen will. Für Koo beginnt eine weitere Saison, in der er sich erneut durchsetzen muss.
Diese Ausgangslage ist typisch für seine Karriere. Immer wieder musste er sich zurückkämpfen, immer wieder wurde sein Platz infrage gestellt. Was macht Koo so widerstandsfähig? Und wie hat er es überhaupt so weit geschafft?
Vier Jahre Anlauf – Die lange Reise vom Nobody zum NFL-Kicker
Younghoe Koo wurde in Seoul geboren und kam als Kind in die USA. Die Umstellung war groß – fremde Sprache, neue Kultur, ein neues Zuhause in New Jersey. In Ridgewood fand er seinen Platz im High-School-Football. Schon früh zeigte sich sein Talent als Kicker, doch der Weg ins Rampenlicht blieb steinig.
Im College an der Georgia Southern University arbeitete Koo hart an seiner Technik. Er wurde zum Groza-Award-Finalisten, einer der besten College-Kicker des Landes. Trotzdem blieb ihm der Sprung in die NFL zunächst verwehrt. Beim Draft blieb sein Name unerwähnt, die große Chance schien verpasst.
Der erste Schritt in die NFL gelang ihm schließlich als Undrafted Free Agent bei den Los Angeles Chargers. Koo gewann überraschend den Kicker-Job. Doch die NFL ist gnadenlos: Nach vier Spielen war Schluss – zwei verpasste Gamewinner, eine schnelle Entlassung. Für viele wäre das das Ende gewesen, für Koo begann hier der eigentliche Kampf.
Station | Jahr | Bemerkung |
---|---|---|
Ridgewood High School | - | Frühe Erfolge als Kicker |
Georgia Southern University | - | Groza-Award-Finalist |
Los Angeles Chargers | 1. NFL-Saison | Kurzzeitiger Starter, frühe Entlassung |
Atlanta Legends (AAF) | - | Perfekte Field-Goal-Quote |
New England Patriots | - | Practice Squad |
Atlanta Falcons | seit 2019 | Pro Bowl, Team-Leistungsträger |
Der Weg über High School, College und mehrere Teams zeigt: Koo musste sich alles hart erarbeiten. Die Stationen außerhalb der NFL haben ihn geprägt – und genau das hilft ihm heute, mit Drucksituationen umzugehen.
Comeback über Umwege – Die AAF als Sprungbrett zurück in die NFL
Nach seiner Entlassung bei den Chargers stand Koo am Scheideweg. Doch anstatt aufzugeben, suchte er neue Chancen – auch abseits der NFL. Die Alliance of American Football (AAF) bot ihm eine Plattform, sich zu zeigen. Bei den Atlanta Legends verwandelte er alle Field-Goal-Versuche und bewies, dass er zu den besten Kickern außerhalb der NFL zählt.
Der kurze Abstecher auf das Practice Squad der Patriots brachte ihn zurück ins Blickfeld der NFL-Teams. Doch erst mit dem Wechsel zu den Falcons begann seine zweite Karriere. Hier nutzte er die Chance, die er sich durch harte Arbeit und Geduld verdient hatte.
Sein Durchbruch kam schnell: In seinem ersten Jahr in Atlanta überzeugte Koo mit einer starken Quote und spektakulären Onside-Kicks, die ihm landesweite Aufmerksamkeit einbrachten. Die Pro Bowl-Nominierung war die verdiente Anerkennung für seinen langen Kampf zurück. Aus dem Außenseiter war ein Hoffnungsträger geworden – für die Falcons und für alle, die an zweite Chancen glauben.
Mit diesem neuen Selbstvertrauen ging Koo in die nächsten Jahre. Die Falcons setzten auf ihn, gaben ihm einen langfristigen Vertrag. Doch wer die NFL kennt, weiß: Nichts ist für immer sicher. Jeder Spieler steht unter Beobachtung – und Koo kennt diesen Druck besser als die meisten.
Bewährung als Stammspieler – Druck, Konkurrenz und neue Herausforderungen
Nach mehreren Jahren in Atlanta ist Koo mehr als nur ein Kicker. Seine Trefferquote liegt bei über 86 Prozent, sein längstes Field Goal misst 58 Yards. Besonders seine Fähigkeit, Onside-Kicks erfolgreich auszuführen, macht ihn zu einer Waffe in den Special Teams. Die Falcons wissen, was sie an ihm haben – und trotzdem bleibt sein Platz umkämpft.
Statistik | Wert |
---|---|
Field Goals | 179/208 (86,1%) |
Längstes Field Goal | 58 Yards |
Vertragslaufzeit | 5 Jahre |
Gehalt pro Jahr | 4,25 Mio. US-Dollar (Grundgehalt) |
Körpergröße/-gewicht | 1,78 m / 88 kg |
Diese Zahlen zeigen, warum die Falcons ihm vertrauen. Nach seiner Hüftverletzung ist er wieder voll im Training, bereit für die nächste Saison. Doch der neue Konkurrent Lenny Krieg bringt frischen Wind ins Team. Für Koo heißt das: Er muss sich erneut beweisen – auf dem Platz und im Alltag.
Die Erfahrung aus früheren Rückschlägen hilft ihm dabei. Koo weiß, wie schnell sich im Profisport alles drehen kann. Seine Karriere ist der beste Beweis dafür, dass man nie aufgeben sollte – und dass neue Chancen oft dann kommen, wenn man sie am wenigsten erwartet.
Ob Koo seinen Platz bei den Falcons behaupten kann, wird sich zeigen. Seine Geschichte ist noch nicht zu Ende. Doch schon jetzt steht fest: Wer einmal ganz unten war und trotzdem zurückkommt, der weiß, wie man mit Druck umgeht. Für die Falcons bleibt Koo deshalb ein Hoffnungsträger – und für viele junge Kicker ein Vorbild.