Im Verfahren um Sunday Ticket hat das Berufungsgericht die Haftung der NFL wiederhergestellt. Die Höhe eines Schadenersatzes soll in einem neuen Verfahren geklärt werden. Für die früheren DirecTV-Abonnenten ist damit ein Teil ihres Erfolgs vor der Jury wieder gültig.

Berufungsgericht stellt Haftung bei Sunday Ticket wieder her

Das US-Berufungsgericht für den neunten Bezirk hat am Freitag, 30. Oktober, die Entscheidung der Jury gegen die NFL im Kartellverfahren um Sunday Ticket wiederhergestellt. Über die Höhe des Schadenersatzes muss jedoch neu verhandelt werden. Dafür geht das Verfahren zurück an das Bundesbezirksgericht in Los Angeles. Die früher zugesprochenen rund 4,7 Milliarden US-Dollar sind damit keine bestätigte Zahlungssumme.

Das Gericht unterschied zwischen den Beweisen für die Haftung der Liga und der Berechnung des Schadens. Die Aussagen zweier Sachverständiger der Kläger hätten nach seiner Auffassung nicht ausgeschlossen werden dürfen. Wie überzeugend diese Aussagen sind, habe die Jury zu beurteilen. Bei der Ermittlung des Schadenersatzes folgte die Jury nach Ansicht des Berufungsgerichts allerdings nicht den Vorgaben des Richters und stützte sich auf Spekulationen.

Worum die Abonnenten von Sunday Ticket streiten

Die Sammelklage betrifft das frühere Angebot bei DirecTV für die Spielzeiten 2011 bis 2022. Mit Sunday Ticket konnten Fans in den USA NFL-Partien außerhalb ihres jeweiligen lokalen TV-Markts sehen. Die Kläger warfen der Liga vor, überhöhte Preise verlangt und durch die exklusive Vermarktung über den Satellitenanbieter den Wettbewerb eingeschränkt zu haben. Das Verfahren umfasst 2,4 Millionen Privatabonnenten und 48.000 Unternehmen.

Im Juni 2024 hatte die Jury den Abonnenten insgesamt rund 4,7 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zugesprochen. Bundesrichter Philip Gutierrez hob das Urteil anschließend auf, nachdem er die Methoden der beiden Sachverständigen beanstandet und ihre Aussagen ausgeschlossen hatte. Gegen diese Entscheidung richtete sich die nun erfolgreiche Berufung. Sunday Ticket wird seit 2023 über YouTube angeboten; die Klage betrifft die vorherige Zeit bei DirecTV.

NFL prüft weitere gerichtliche Schritte

Die NFL zeigte sich laut Reuters enttäuscht über die Entscheidung und prüft weitere gerichtliche Schritte. Einen bereits eingelegten neuen Rechtsbehelf bestätigte die Liga damit nicht.

Zugleich verteidigte die NFL ihr Vertriebsmodell. Sie verwies darauf, dass die Spiele in den Märkten der beteiligten Teams im frei empfangbaren Fernsehen laufen, während zusätzliche Angebote weitere Möglichkeiten zum Zuschauen schaffen. Welche Summe die Kläger letztlich erhalten, bleibt nach der Entscheidung offen.