Der Eigner der San Francisco 49ers ist am Sonntag in East Palestine im US-Bundesstaat Ohio festgenommen worden. Einen Tag später bestritt Jed York die beiden Vorwürfe vor Gericht nicht und wurde zu einer Geldstrafe von 1.150 Dollar sowie einem Tag Haft verurteilt, der ihm bereits als verbüßt angerechnet wurde. Die Liga hat angekündigt, den Vorgang nach ihrer Personal Conduct Policy zu prüfen. Der 46-Jährige führt die Franchise seit 2008 operativ und ist seit 2024 ihr Mehrheitseigner.
Was der Polizeibericht über die Festnahme von Jed York schildert
Am Samstag meldete sich York unter dem Namen "Joe" auf eine Anzeige, die Ermittler der Mahoning Valley Human Trafficking Task Force auf einer einschlägigen Internetseite platziert hatten. Zwei Nachrichten blieben unbeantwortet, am Sonntagmorgen schrieb er erneut, gab an, in der Nähe zu übernachten, und fragte nach Adresse und Preis, woraufhin ihm 160 Dollar genannt wurden.
Mit einem Mietwagen fuhr er anschließend zu einem Wohnwagenpark in East Palestine, für den ihm eine erfundene Stellplatznummer zugewiesen worden war. Als er dort ankam und sich meldete, schickten ihn die Ermittler zurück auf die Hauptstraße, wo ihn Streifenwagen stoppten und das Geld beschlagnahmten; sein Telefon prüften die Beamten mit einer Testnachricht. Nach der Festnahme kam York gegen eine Kaution von 5.000 Dollar frei. Aus dem Einsatzbericht, den ESPN und AP News am Dienstag einsehen konnten, sind mehr als zwei Seiten geschwärzt.
Das Strafmaß nach dem Plädoyer
Wegen Anbahnung von Prostitution wurde York am Ende nicht verurteilt. Die Staatsanwaltschaft wandelte diesen Punkt im Rahmen einer Verständigung in Störung der öffentlichen Ordnung um; der zweite Vorwurf, Besitz von Tatwerkzeugen, bezog sich auf sein Mobiltelefon und blieb bestehen. Zu beiden Punkten erklärte York am Montag, dass er sie nicht bestreite, was nach amerikanischem Recht kein Schuldeingeständnis ist.
Das Gericht verhängte für beide Vergehen zusammen einen Tag Haft, gleichzeitig zu verbüßen und mit dem Tag der Festnahme abgegolten, dazu 1.150 Dollar Geldstrafe. Das beschlagnahmte Geld ging als Teil der Verständigung an die Ermittlungseinheit, das Telefon bekam York zurück, außerdem absolvierte er einen Online-Kurs.
Die Liga prüft den Fall nach der Personal Conduct Policy
Für die NFL ist der Vorgang mit dem Urteil nicht erledigt. Ein Sprecher der Liga erklärte am Montag, man sei informiert und werde die Sache nach der Personal Conduct Policy prüfen. Von Yorks Anwalt liegt bislang keine Stellungnahme vor, und die 49ers verwiesen am selben Tag darauf, dass es sich um eine rechtlich abgeschlossene Angelegenheit handele, zu der sie sich nicht weiter äußern.
Kyle Shanahan sieht keine Folgen für die Mannschaft
Head Coach Kyle Shanahan sagte am Dienstag, er habe in den vergangenen Tagen mehrfach mit Jed York gesprochen. Er nannte den Fall eine sehr persönliche Angelegenheit und erklärte, sportlich habe er keine Auswirkungen auf das Team; in einer Besprechung sei er an diesem Tag nicht zur Sprache gekommen.
Linebacker Fred Warner beschrieb die Lage in der Kabine ähnlich. Man habe die Nachricht wahrgenommen, geredet worden sei darüber kaum, weil die Vorbereitung auf Week 1 alles überlagere und viele Spieler noch um einen Platz im Roster kämpften.
York war während weiter Teile des Training Camps nicht beim Team, sondern in seiner Heimat in Ohio. An der Aufgabenteilung ändert der Fall nach Shanahans Darstellung nichts: Seit ihn York gemeinsam mit General Manager John Lynch 2017 geholt hat, treffen beide die sportlichen Entscheidungen, York wird vor größeren Schritten informiert.
Offen ist damit allein, ob die Liga nach ihrer Prüfung eigene Konsequenzen zieht; einen Zeitrahmen dafür hat sie bisher nicht genannt.
