Anders Carlson

Position
Placekicker
Aktuelles Team
Gewicht
220 lbs
Größe
6' 5"
Age
26
College
Auburn
Experience
2

Anders Carlson steht aktuell ohne Team da. Der großgewachsene Kicker aus Colorado Springs ist gesund, motiviert und bereit für einen neuen Anlauf in der NFL. Doch nach mehreren kurzen Engagements bei verschiedenen Franchises bleibt die Frage: Wie konnte ein talentierter Kicker mit starker College-Vergangenheit und mächtigem Bein so schnell zum Journeyman werden?

Die Antwort führt direkt zum Kern von Carlsons Geschichte – dem ständigen Kampf um Konstanz. Seine Karriere ist ein Lehrstück über Chancen, Druck und die dünne Luft, in der NFL-Kicker leben. Es ist die Geschichte eines Spielers, der immer wieder neu anfangen musste und für den jeder Kick über die eigene Zukunft entschied.

Der stete Neustart – Carlsons Weg durch die NFL

Vom College-Star zum NFL-Kicker: Für viele beginnt hier der Traum. Bei Anders Carlson war es nicht anders. Nach seiner Zeit bei den Auburn Tigers galt er als Hoffnungsträger. Die Green Bay Packers setzten früh auf ihn und gaben ihm das Vertrauen als Starter. In seiner ersten NFL-Saison verwandelte Carlson 27 von 33 Field-Goal-Versuchen – solide Werte für einen Rookie. Doch die Probleme bei den Extrapunkten blieben nicht verborgen. Fünf vergebene PATs sorgten für Diskussionen, während die NFL-Realität gnadenlos zuschlug: Jeder Fehltritt kann das Karriere-Aus bedeuten.

Nach nur einer Saison trennten sich die Packers von Carlson. Ein herber Rückschlag – und doch kein Ende. Die San Francisco 49ers griffen zu, aber auch dort blieb der Platz im Kader nur von kurzer Dauer. Carlson zeigte in zwei Spielen sein Potenzial, traf alle Field Goals, doch das reichte nicht für eine langfristige Chance. Die New York Jets gaben ihm wenig später eine neue Möglichkeit. Wieder war Carlson sofort gefragt, wieder überzeugte er mit starker Quote aus der Distanz. Doch auch hier folgte nach wenigen Spielen die Entlassung.

Jede dieser Stationen war für Carlson ein Neustart – und jedes Mal stand er vor der gleichen Herausforderung: Konstanz beweisen. Für NFL-Kicker gibt es kaum Schonfrist. Wer nicht sofort liefert, steht schnell wieder ohne Vertrag da. Carlson ist damit längst nicht allein, aber seine Geschichte zeigt, wie schmal der Grat zwischen Starter und Free Agent ist.

Der Weg zum Profi – Familie, Auburn, und die ersten Zweifel

Diese Karriere voller Auf und Ab hat ihren Ursprung weit vor dem ersten NFL-Vertrag. In Colorado Springs, wo Anders Carlson aufwuchs, gehörte Sport schon immer zum Alltag. Sein älterer Bruder Daniel war ein Vorbild – heute Kicker bei den Las Vegas Raiders und selbst College-Legende in Auburn. Anders folgte ihm an die University und trat in große Fußstapfen.

Schon in der High School an der The Classical Academy zeigte Carlson außergewöhnliches Talent. Die Colleges wurden aufmerksam, die Entscheidung für Auburn fiel nicht zuletzt wegen des Familienbezugs. Dort entwickelte sich Carlson zu einem der besten Kicker der SEC. 72 Prozent Trefferquote bei Field Goals, fast perfekte Werte bei Extrapunkten und nationale Auszeichnungen – darunter die Wahl zum Second-Team All-American. Die Erwartungen an einen NFL-Draft waren hoch.

Doch schon in Auburn zeigte sich: Bei aller Schusskraft blieb die Genauigkeit nicht immer konstant. Die großen Kicks gelangen, aber kleinere Fehler bei Extrapunkten oder in Drucksituationen zogen sich durch die College-Karriere. Trotzdem reichte es für den Sprung in die NFL, wo Carlson 2023 von den Packers ausgewählt wurde.

Mit dem Wechsel in die Liga begann der eigentliche Härtetest. Die NFL ist für Kicker ein Minenfeld. Kaum eine Position ist so austauschbar, kaum ein Job steht so sehr unter Beobachtung. Für Carlson wurde jeder Kick zur Bewährungsprobe.

Schlüsselstellen und Stolpersteine – Warum Konstanz alles ist

Der Moment, in dem die Packers Carlson freistellten, war mehr als nur eine Personalentscheidung. Für viele Kicker ist der erste Wechsel das Aus. Carlson hingegen bekam weitere Chancen, auch weil er immer wieder sein Potenzial zeigte. Bei den 49ers traf er aus allen Lagen, bei den Jets überzeugte er in fünf Spielen mit starker Quote. Doch das Grundproblem blieb: Die NFL verlangt Perfektion, vor allem bei Extrapunkten. Fehler werden selten verziehen, und die Konkurrenz schläft nicht.

Für Carlson war der ständige Wechsel Fluch und Chance zugleich. Jeder neue Arbeitgeber bedeutete Hoffnung auf einen Durchbruch – aber auch enormen Druck. Kicker arbeiten im Verborgenen, stehen aber im Rampenlicht, wenn es zählt. Ein verschossener Extrapunkt kostet oft das Vertrauen des Trainers – und manchmal den Job. Carlson ist das Gesicht dieser Situation: Talentiert, ehrgeizig, aber nicht immer fehlerfrei.

Was viele vergessen: Für NFL-Kicker entscheidet nicht nur das Talent, sondern auch die mentale Stärke. Der Druck ist enorm, jeder Fehler wird öffentlich diskutiert. Carlson musste lernen, mit diesen Erwartungen umzugehen. Seine Familie, vor allem Bruder Daniel, war dabei oft Rückhalt und Ratgeber. Trotzdem blieb die Suche nach Beständigkeit sein ständiger Begleiter.

Station Field Goals (Treffer/Versuche) Quote Extrapunkte (Treffer/Versuche) Quote Längstes FG
Packers 27/33 81,8% 34/39 87,2% 54 Yards
49ers 5/5 100% 47 Yards
Jets 13/15 86,7% 12/15 80% 58 Yards
Gesamt 45/53 85% 46/54 85,2% 58 Yards

Diese Zahlen machen deutlich: Carlson ist kein Unsicherheitsfaktor, aber eben auch nicht die Antwort auf alle Kicker-Probleme. Seine Field-Goal-Quote liegt im guten NFL-Bereich, das längste erfolgreiche Field Goal über 58 Yards zeigt seine Power. Doch die Quote bei Extrapunkten ist für NFL-Verhältnisse zu niedrig. Genau hier lag immer wieder das Problem – und das wurde ihm mehrfach zum Verhängnis.

Der Mensch hinter dem Kicker – Familie, Ausbildung und Charakter

Doch Carlson ist mehr als nur Statistiken und Quoten. Wer ihn abseits des Platzes erlebt, merkt schnell: Hier steht kein lauter Selbstdarsteller, sondern ein ruhiger, reflektierter Athlet. Die Leidenschaft für Football ist in der Familie fest verankert. Bruder Daniel gehört zu den besten Kickern der Liga, das sportliche Umfeld war immer Motivation und Ansporn zugleich.

Anders Carlson hat an der Auburn University einen Abschluss in Luftfahrt gemacht. Die Begeisterung für Technik und Fliegen begleitet ihn seit der Kindheit. Auch abseits des Footballs hat er klare Ziele und Interessen – ein Vorteil in einem Geschäft, das oft keine Sicherheit bietet. Freunde und Trainer beschreiben ihn als bodenständig, lernwillig und teamorientiert. Das hilft, mit Rückschlägen umzugehen und sich immer wieder neu zu motivieren.

Mit 1,96 Meter Körpergröße und knapp 100 Kilo bringt Carlson ideale Maße für einen modernen NFL-Kicker mit. Sein kräftiges Bein und die Erfahrung aus College und NFL machen ihn für viele Teams weiterhin interessant. Doch auf dem Weg zum festen Platz fehlt noch das letzte Stück Konstanz – genau das, was in der NFL den Unterschied macht.

Neuanfang möglich? – Carlsons Chancen und die Realität der Kicker

Aktuell ist Carlson Free Agent. Er trainiert, hält sich fit und wartet auf die nächste Gelegenheit. Die NFL bleibt ein Haifischbecken für Kicker – jede Woche gibt es Verletzungen, Leistungseinbrüche oder Entlassungen. Teams suchen ständig nach Spielern, die sofort liefern können. Für Carlson ist das die Chance, wieder ins Gespräch zu kommen.

Sein Profil ist klar: Starkes Bein, Erfahrung mit Drucksituationen, guter Teamplayer. Die Frage ist, welches Team bereit ist, ihm das nötige Vertrauen zu geben. Gerade Franchises mit Problemen auf der Kicker-Position könnten von seiner Erfahrung profitieren. Doch Carlson weiß auch: Es braucht nicht nur Talent, sondern die Fähigkeit, den entscheidenden Kick zu setzen – jedes Mal.

Das Schicksal von Anders Carlson steht beispielhaft für viele NFL-Kicker. Die Position ist hart, die Konkurrenz riesig. Fehler werden selten verziehen. Doch Carlson bringt alles mit, um wieder anzugreifen. Seine Geschichte ist noch nicht am Ende – vielleicht wird er bald wieder auf dem Platz stehen und zeigen, dass er mehr ist als ein Journeyman. Die nächste Chance wartet schon.

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