Blake Corum steht bei den Los Angeles Rams vor einer entscheidenden Phase seiner Karriere. Nach einer College-Laufbahn voller Rekorde und Auszeichnungen ist er in seiner zweiten NFL-Saison der erste Backup hinter Kyren Williams – und will mehr. Corum bringt alles mit, was ein moderner Running Back braucht: Explosivität, Arbeitsmoral und den Hunger nach Erfolg. Doch der Weg in der NFL ist härter als jeder College-Spieltag. Nach einer schwierigen ersten Saison mit wenig Einsatzzeit und einer schweren Verletzung kämpft Corum jetzt um seinen Platz – und um den nächsten Schritt in seiner Laufbahn.
Corum ist kein gewöhnlicher Backup. Wer auf seine College-Zahlen blickt, versteht schnell, warum die Erwartungen groß sind. Doch die Profi-Liga hat ihre eigenen Regeln. Nach einem gebrochenen Unterarm, der ihn im ersten Jahr zurückwarf, hat Corum in der laufenden Saison etwas zu beweisen. Er ist zurück auf dem Feld, schneller als zuvor, und bereit, sich in einer engen Konkurrenzsituation zu behaupten. Die Frage ist: Kann aus dem College-Helden auch ein NFL-Playmaker werden?
Genau darum dreht sich Corums Geschichte. Vom gefeierten Star an der University of Michigan zum Herausforderer bei den Rams – und jetzt an der Schwelle zu seinem Comeback. Es ist ein Weg voller Stolpersteine, aber auch voller Chancen.
Der steinige Start in der NFL
Der Sprung vom College in die NFL ist für viele Running Backs eine echte Prüfung. Blake Corum wusste das – aber die Realität war noch härter. Als Drittrundenpick kam er mit großen Vorschusslorbeeren nach Los Angeles. Die Rams suchten Tiefe im Backfield, Corum sollte für frischen Wind sorgen. Doch die NFL verlangte Geduld. In seiner ersten Saison bekam er nur wenige Chancen: 58 Läufe, 207 Yards, 7 gefangene Bälle für 58 Yards – kein einziger Touchdown. Für einen Spieler, der im College die Endzone fast nach Belieben fand, war das ein Dämpfer.
Die Konkurrenz im Backfield war groß. Kyren Williams hatte sich als Starter etabliert, auch andere junge Talente wollten ihre Chance. Corum blieb nur die Rolle als Backup – und dann kam das Pech. In einem der letzten Saisonspiele verletzte er sich am Unterarm und musste zuschauen, wie seine Teamkollegen die Saison beendeten. Die erste NFL-Saison endete auf der Verletztenliste. Für einen Spieler wie Corum, der sich über Einsatz und Leistung definiert, war das ein harter Schlag.
Doch diese Erfahrung hat ihn nicht gebrochen. Im Gegenteil: Die Enttäuschung über das erste Jahr wurde zum Antrieb. Corum wusste, dass er sich neu beweisen muss – und dass die NFL kein Ort für Ausreden ist. Die Zeit auf der Bank und in der Reha hat ihn verändert. Er hat an seinem Körper gearbeitet, die Geschwindigkeit und Explosivität zurückgewonnen, die ihn im College so gefährlich machten. Jetzt geht es nicht mehr um den Hype aus der Vergangenheit, sondern um das, was auf dem Platz zählt.
Der Weg zum College-Star: Von Virginia nach Michigan
Diese Entschlossenheit hat Blake Corum schon früh ausgezeichnet. Aufgewachsen in Marshall, Virginia, zeigte er schon an der Saint Frances Academy, dass er anders ist als andere Running Backs. Schnelligkeit, Kraft und eine enorme Arbeitsmoral – das waren die Zutaten für seinen Aufstieg. Doch erst an der University of Michigan wurde aus dem Talent ein Star.
Im ersten Jahr in Ann Arbor bekam Corum nur wenige Gelegenheiten, sich zu zeigen. 77 Rushing Yards, dazu 73 Yards durch die Luft – eher ein Vorgeschmack als ein Durchbruch. Doch ab der zweiten Saison nahm seine Entwicklung Fahrt auf. 952 Yards, 11 Touchdowns – und das als Sophomore. Michigan hatte einen neuen Go-to-Guy im Backfield. Im Jahr darauf steigerte Corum sich weiter, wurde zum Unanimous All-American und zum wertvollsten Spieler der Big Ten gewählt. 1.463 Yards und 18 Touchdowns machten ihn zu einem der besten Running Backs des Landes.
Sein letztes Jahr an der Uni war ein echtes Statement. Corum führte Michigan zum National Championship, stellte mit 27 Rushing Touchdowns einen neuen Schulrekord auf und wurde zum offensiven MVP des Finales gewählt. Am Ende seiner College-Zeit stand er mit 3.737 Rushing Yards und 58 Touchdowns in den Geschichtsbüchern der Wolverines. NFL-Scouts waren sich einig: Dieser Spieler ist bereit für den nächsten Schritt.
Jahr | Rushing Yards | Rushing TDs | Receptions | Receiving Yards |
---|---|---|---|---|
2020 | 77 | 0 | 5 | 73 |
2021 | 952 | 11 | 24 | 141 |
2022 | 1.463 | 18 | 11 | 80 |
2023 | 1.245 | 27 | 16 | 117 |
Gesamt | 3.737 | 58 | 56 | 411 |
Diese Zahlen zeigen, was Corum im College ausgemacht hat: Konstanz, Vielseitigkeit, und ein unbändiger Wille, jedes Spiel zu dominieren. Doch der Sprung in die NFL ist kein Selbstläufer. Viele College-Stars haben Probleme, sich im Profi-Football durchzusetzen. Für Corum begann das Abenteuer NFL mit großen Erwartungen – und einem harten Erwachen.
Comeback nach Rückschlag: Corums zweiter Anlauf
Die Verletzung am Ende der ersten NFL-Saison war ein Knackpunkt. Ein gebrochener Unterarm, Wochen der Reha, das Aus für die letzten Spiele – für einen Spieler, der sich über Einsatz definiert, eine harte Prüfung. Doch Corum nutzte die Zeit, um an sich zu arbeiten. Die Rückkehr zum Teamtraining war ein wichtiger Schritt. Berichte aus dem Rams-Lager bestätigten: Corum hat seine Explosivität zurück, wirkt spritzig und fit.
Im Backfield der Rams herrscht trotzdem großer Konkurrenzkampf. Kyren Williams bleibt die Nummer eins, doch Corum ist der erste Herausforderer. Dazu kommt mit Jarquez Hunter ein weiterer Rookie, der Druck macht. Für Corum bedeutet das: Jeder Snap zählt, jede Trainingseinheit ist eine Gelegenheit, sich zu zeigen. Die Rams setzen auf einen Mix aus Erfahrung und Jugend. Wer sich durchsetzt, entscheidet nicht das College-Résumé, sondern die Leistung im Hier und Jetzt.
Corum weiß, dass er sich nicht auf seine Vergangenheit verlassen kann. Die NFL verlangt Anpassung, Flexibilität und Geduld. Doch genau diese Eigenschaften hat er in den letzten Monaten unter Beweis gestellt. Die Verletzung hat ihm gezeigt, wie schnell sich alles ändern kann – und wie wichtig es ist, immer bereit zu sein. Seine Einstellung stimmt: Er arbeitet an seinen Schwächen, feilt an Pass Protection und Ball Security, und bringt die Energie mit, die Coaches sehen wollen.
Zwischen Hoffnung und Bewährung: Corums nächste Schritte
Im zweiten Jahr bei den Rams ist die Ausgangslage klar: Corum ist der erste Backup, aber der Weg zu mehr Einsatzzeit bleibt steinig. Die Rams setzen auf Stabilität im Laufspiel, doch Verletzungen oder Formschwankungen können die Hierarchie schnell ändern. Corum muss bereit sein, wenn sich die Gelegenheit bietet – und sie dann nutzen.
Statistik | College | NFL (1. Jahr) |
---|---|---|
Rushing Yards | 3.737 | 207 |
Rushing Touchdowns | 58 | 0 |
Receptions | 56 | 7 |
Receiving Yards | 411 | 58 |
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im College war Corum ein Ausnahmespieler, in der NFL wartet er noch auf den Durchbruch. Doch genau das macht seine Geschichte spannend. Viele Running Backs brauchen Zeit, um sich an das höhere Tempo und die physischen Anforderungen der Liga zu gewöhnen. Corum bringt die Anlagen mit – jetzt muss er sie auf dem Feld zeigen.
Was braucht er dafür? Vor allem Geduld und die Fähigkeit, aus jeder Chance das Maximum zu machen. Die Rams vertrauen auf seine Fähigkeiten, aber der Konkurrenzkampf schläft nicht. Corum kann sich in den Special Teams empfehlen, als Change-of-Pace-Back Akzente setzen und bei Verletzungen in der Rotation aufrücken. Die Tür ist nicht zu – aber sie geht auch nicht von allein auf. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Corum das Zeug zum Difference Maker in der NFL hat.
Persönliches, Maße und Rekorde: Der Mensch hinter dem Profi
Blake Corum ist mit 1,73 Metern und 94 Kilogramm für viele Scouts der Prototyp eines modernen, kompakten Running Backs. Geboren in Virginia, geprägt von harter Arbeit und klaren Zielen, hat er sich seinen Weg immer selbst erkämpft. An der University of Michigan wurde er zur Legende – mit mehr Rushing Touchdowns als jeder andere Spieler in der Geschichte des Programms. Sein Abschluss in Michigan zeigt, dass er auch abseits des Platzes die richtigen Prioritäten setzt. Über seine Familie ist wenig bekannt, doch sein Umfeld beschreibt ihn als bodenständig, ehrgeizig und immer bereit, für das Team zu arbeiten.
Persönliche Daten | Wert |
---|---|
Geburtsort | Marshall, Virginia, USA |
Geburtsjahr | 2000 |
Größe | 1,73 m |
Gewicht | 94 kg |
College | University of Michigan |
NFL-Team | Los Angeles Rams |
Rekorde | Michigan Allzeit-Leader Rushing TDs |
Diese Fakten runden das Bild ab: Corum ist kein Überflieger, der alles geschenkt bekommt. Er hat sich in jeder Station nach oben gearbeitet – und steht jetzt wieder am Anfang. Der Unterschied: Dieses Mal ist die NFL sein Prüfstein. Die College-Legende muss sich im Haifischbecken der Profiliga neu behaupten.
Fazit: Die Bewährungsprobe läuft
Blake Corum steht für viele junge Running Backs, die mit großen Erwartungen in die NFL kommen – und dann erleben, wie hart das Geschäft wirklich ist. Seine College-Karriere ist außergewöhnlich, seine ersten Schritte bei den Rams waren geprägt von Rückschlägen. Doch Corum hat sich nie hängen lassen. Nach der Verletzung ist er zurück, schneller und hungriger als zuvor. Die Konkurrenz im Backfield ist groß, die Chancen sind begrenzt – aber Corum ist bereit, sie zu nutzen.
Ob er den Sprung vom College-Star zum NFL-Playmaker schafft, ist offen. Doch eines ist klar: Blake Corum wird nicht aufgeben, bevor er es nicht versucht hat. Sein Weg bleibt spannend – für ihn selbst, für die Rams, und für alle, die an die Kraft des Comebacks glauben.