Brandon Codrington spielt heute für die Buffalo Bills und ist einer der auffälligsten Return-Spezialisten der Liga. Noch vor Kurzem kannte kaum jemand seinen Namen, heute sorgt er mit explosiven Kickoff- und Punt-Returns für wichtige Akzente im Special Team. Codringtons Weg in die NFL ist alles andere als gewöhnlich – nicht ausgewählt im Draft, übersehen von vielen Scouts, doch jetzt ein Spieler, auf den die Bills setzen, wenn es um Feldposition und Big Plays geht.
Inzwischen befindet sich Codrington in seinem zweiten NFL-Jahr und ist fester Bestandteil der Special Teams in Buffalo. Seine Karriere ist ein Beispiel für den steinigen, aber möglichen Weg vom Undrafted Free Agent zum Difference-Maker in der NFL. Was ihn auszeichnet: enorme Geschwindigkeit, Übersicht und der Mut, seine Chance zu nutzen, wenn sie sich bietet. Die Geschichte von Brandon Codrington zeigt, wie aus einem lange übersehenen Talent ein NFL-Spieler werden kann, der das Spiel verändert.
Doch wie kam es dazu, dass ein junger Mann aus Raleigh, North Carolina, nach Jahren voller Rückschläge und Konkurrenzkampf plötzlich eine Schlüsselrolle bei einem der Top-Teams der Liga einnimmt? Codringtons Story ist geprägt von Beharrlichkeit, cleveren Entscheidungen und dem richtigen Timing – und sie ist noch lange nicht zu Ende.
Der späte Durchbruch – 2024 als Schlüsseljahr
Die NFL kennt viele Geschichten von Stars, die schon im College als künftige Profis gefeiert werden. Bei Brandon Codrington war das anders. Als seine erste NFL-Saison begann, stand er nicht auf den Zetteln der Experten. Die Teams hatten andere Namen im Kopf, als es um die Rückraumspieler und Returner ging. Codrington musste sich seinen Platz erst verdienen – und das tat er eindrucksvoll.
Nach dem College an der North Carolina Central University, wo er mehrfach ins All-MEAC Team gewählt wurde, blieb ihm der Gang auf die große Bühne zunächst verwehrt. Kein NFL-Team griff im Draft zu. Erst nach dem letzten Pick bekam Codrington seine Einladung: Die New York Jets gaben ihm einen Vertrag als Undrafted Free Agent. Die Erwartungen waren niedrig, die Konkurrenz groß – doch genau das gab ihm die Gelegenheit, sich zu beweisen.
Schon in der ersten Preseason zeigte Codrington, dass er mehr ist als nur ein Lückenfüller. Mit einem 63-Yard-Kickoff-Return und einem 31-Yard-Punt-Return brachte er sich ins Gespräch. Die Coaches sahen, dass sie mit ihm einen Spieler im Kader hatten, der mit einem einzigen Spielzug das Momentum wechseln konnte. Plötzlich war der Name Codrington in aller Munde – zumindest bei den Special Teams Coaches.
Trotz dieser Highlights blieb sein Platz im Team alles andere als sicher. Die Jets hatten erfahrene Returner im Kader, und Codrington musste Woche für Woche zeigen, dass er mehr bieten kann als die Konkurrenz. Seine Chance auf regelmäßige Einsätze kam erst, als ein anderes Team anklopfte und ihm einen echten Neustart ermöglichte.
Der lange Weg – vier Jahre Anlauf und ein harter Kampf
Diese Leistung kam nicht von ungefähr. Der Grundstein wurde schon früh gelegt – in Raleigh, North Carolina, wo Codrington aufwuchs. Schon an der Broughton High School zeigte er, dass er mit dem Football umgehen kann. Details zu seinen Highschool-Erfolgen sind zwar spärlich, doch eines ist klar: Für Codrington führte der Weg immer nur über harte Arbeit und Geduld. Kein Hype, kein fünf Sterne-Rating. Dafür jede Menge Trainingseinheiten und ein unerschütterlicher Wille.
Am College bei den North Carolina Central Eagles machte Codrington dann erstmals auf sich aufmerksam. Er war kein Star der großen Conferences, aber in seiner Liga stach er hervor. 2019 und 2022 schaffte er es ins Third Team All-MEAC, 2021 sogar ins First Team. Seine Spezialität: Returns, Tackles, Big Plays im offenen Feld. Trotzdem blieb sein Name für die NFL-Scouts ein Geheimtipp.
Als der Draft kam, wartete Codrington vergeblich auf einen Anruf. Keine Einladung zum Rookie-Minicamp, kein Signing Bonus, keine Versprechen. Doch er gab nicht auf. Wenige Tage später unterschrieb er als Undrafted Free Agent bei den Jets. Von da an begann der nächste Kampf: In jeder Trainingseinheit und jedem Preseason-Spiel musste er beweisen, dass er mehr ist als nur eine Notlösung.
Die Konkurrenz war groß, die Fehlerquote durfte bei Null liegen. Ein Returner, der den Ball fallen lässt, ist schnell wieder draußen. Codrington nutzte jede Gelegenheit, zeigte sichere Hände und explosive Antritte. Doch für einen Spieler mit seinem Profil braucht es manchmal mehr als nur Talent – es braucht auch das richtige Timing. Dieses stellte sich erst mit einem Wechsel ein, der alles veränderte.
Der Durchbruch – Wechsel zu den Buffalo Bills und neue Chancen
Nach dem ersten Jahr bei den Jets kam der entscheidende Schritt: Codrington wechselte zu den Buffalo Bills. In Buffalo bekam er nicht nur mehr Spielzeit, sondern auch das Vertrauen, als Return-Spezialist ein Spiel zu beeinflussen. Die Coaches gaben ihm die Freiheiten, seine Stärken auszuspielen, und Codrington zahlte zurück – mit Zahlen, die sich sehen lassen können.
In seiner ersten Saison bei den Bills kam Codrington auf durchschnittlich 27,8 Yards pro Kickoff-Return und 11,6 Yards pro Punt-Return. Mit insgesamt 306 Yards bei Kickoff-Returns und 313 Yards bei Punt-Returns gehörte er zu den besten Returnern der Liga. Sein längster Kickoff-Return ging über 53 Yards, der längste Punt-Return über 29 Yards – Werte, die in der NFL den Unterschied machen können.
Für diese Leistungen wurde Codrington ins PFWA All-Rookie Team berufen – eine Auszeichnung, die nur wenigen Undrafted Free Agents gelingt. Die Bills hatten in ihm einen Spieler gefunden, der das Special Team auf ein neues Level hob. Doch der Weg blieb steinig. Eine Oberschenkelverletzung setzte ihn zwischenzeitlich außer Gefecht. Sein Comeback ist noch nicht abgeschlossen, aber die Zeichen stehen gut, dass er auch in seiner zweiten Saison wieder für Furore sorgen kann.
Heute profitiert Codrington von all den Erfahrungen, die er auf dem langen Weg in die NFL gesammelt hat. Aus dem Außenseiter ist ein Spezialist geworden, auf den die Bills nicht mehr verzichten wollen. Sein Beispiel zeigt: Wer seine Nische findet und jede Gelegenheit nutzt, kann es auch ohne Draft-Glanz in die NFL schaffen.
Gegenwart und Ausblick – die Rolle im Team und die Zukunft
Aktuell läuft Codringtons Vertrag bei den Bills noch zwei Jahre. Er verdient ein Grundgehalt, das für NFL-Verhältnisse im unteren Bereich liegt, aber für einen Spezialisten seiner Art ist das Gehalt ein klares Zeichen des Vertrauens. Die Bills setzen auf ihn, wenn es um das Return Game geht, und verlassen sich darauf, dass er ihnen regelmäßig gute Feldpositionen verschafft.
Mit seinen Statistiken hat Codrington gezeigt, dass er zu den besten Returnern der Liga gehört. 2024 brachte er es auf 11 Kickoff-Returns für 306 Yards (Durchschnitt: 27,8 Yards) und 27 Punt-Returns für 313 Yards (Durchschnitt: 11,6 Yards). Seine Rolle im Team ist klar definiert: Er soll das Special Team explosiver machen und jederzeit für ein Big Play sorgen.
Doch Codringtons Wert geht über die reinen Zahlen hinaus. Er ist ein Spieler, der sich nie aufgibt, der auch nach Rückschlägen wie seiner Oberschenkelverletzung wieder angreift. Die Bills wissen, dass sie sich auf ihn verlassen können – als Returner, aber auch als Vorbild für andere junge Spieler, die keinen leichten Weg in die NFL haben.
Was die Zukunft bringt, ist offen. Codrington arbeitet daran, nach seiner Verletzung wieder voll einsatzbereit zu sein. Die Konkurrenz schläft nicht, doch die Zeichen stehen gut, dass er auch in der kommenden Saison wieder zu den wichtigsten Spezialisten der Bills zählen wird. Sein Vertrag gibt ihm genug Sicherheit, um sich voll auf den Football zu konzentrieren. Die nächsten Jahre könnten zeigen, ob er den Sprung vom Spezialisten zum echten Difference-Maker schafft.
Auch abseits des Feldes bleibt Codrington seiner Heimat treu. Geboren und aufgewachsen in Raleigh, North Carolina, hat er nie vergessen, wo seine Wurzeln liegen. Viele junge Spieler aus seiner Region sehen in ihm ein Vorbild dafür, dass es auch ohne große Namen und College-Ruhm in die NFL gehen kann – wenn man bereit ist, alles zu geben.
Zahlen, Daten, Fakten – das Profil Brandon Codringtons
Geburtsdatum | 17. November 2000 |
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Geburtsort | Raleigh, North Carolina |
Größe | 1,75 m (5'9") |
Gewicht | 84 kg (185 lbs) |
College | North Carolina Central University |
NFL-Einstieg | Undrafted Free Agent bei den New York Jets |
Aktuelles Team | Buffalo Bills |
Vertragslaufzeit | 3 Jahre / 2,83 Mio. US-Dollar |
2024 Kickoff Returns | 11 Returns / 306 Yards / 27,8 Yards pro Return |
2024 Punt Returns | 27 Returns / 313 Yards / 11,6 Yards pro Return |
Größter Kickoff-Return | 53 Yards |
Größter Punt-Return | 29 Yards |
Auszeichnungen | PFWA All-Rookie Team , First Team All-MEAC , Third Team All-MEAC (2019, 2022) |
Die wichtigsten Zahlen sprechen für sich. Codrington bringt alles mit, was ein moderner Return-Spezialist braucht: Geschwindigkeit, Technik, Übersicht und die Fähigkeit, in den entscheidenden Momenten zuzupacken. Sein Vertrag zeigt, dass die Bills auf ihn bauen wollen. Die Auszeichnungen aus College und NFL unterstreichen, dass sein Weg kein Zufall war.
Vom Nobody zur Nische – was bleibt?
Brandon Codrington hat es geschafft, sich aus dem Schatten der Undrafted Free Agents zu befreien und eine feste Rolle in der NFL zu finden. Sein Weg ist ein Beweis dafür, dass Durchhaltevermögen, Mut und Timing im Profisport oft wichtiger sind als der perfekte Lebenslauf. Für die Buffalo Bills ist er heute ein unverzichtbarer Teil des Special Teams, für viele junge Spieler ein Vorbild.
Die Geschichte von Codrington zeigt, dass in der NFL auch die Außenseiter eine Chance bekommen können – wenn sie bereit sind, alles zu investieren. Sein Weg ist noch nicht zu Ende. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob aus dem Spezialisten ein echter Star wird. Eines ist aber schon jetzt klar: Brandon Codrington hat sich seinen Platz in der Liga verdient – und genau das macht seine Story so besonders.