Curtis Samuel steht bei den Buffalo Bills an einem Punkt, an dem viele NFL-Karrieren schon in der Sackgasse gelandet wären. Doch der Receiver aus Brooklyn ist nicht irgendein Spieler. Mit seiner Vielseitigkeit als Passempfänger und Ballträger gibt er der Offensive der Bills ein Element, das längst nicht jeder Wideout mitbringt. Nach Jahren voller Herausforderungen, Positionswechseln und Verletzungen hat Samuel seinen Platz gefunden – als Schlüsselfigur in einer Offense, die auf seine besonderen Fähigkeiten setzt.
Schon jetzt gilt: Samuel ist mehr als ein einfacher Receiver. Er ist das Schweizer Taschenmesser im Angriff der Bills, ein Spieler, der jede Verteidigung vor Probleme stellt. Nach einer ersten Saison in Buffalo, in der er sich an das neue System herantastete, wächst die Erwartung: Samuel soll eine noch größere Rolle übernehmen. Seine Karriere zeigt, warum gerade er für diese Aufgabe bereit ist.
Diese Rolle ist ihm nicht geschenkt worden. Sie ist das Ergebnis eines langen Weges, der von Brooklyn über Ohio State bis in die NFL führte – und der immer wieder von einem Thema geprägt war: Vielseitigkeit. Wie wurde aus dem einstigen Allrounder aus New York ein Spieler, auf den ein ganzes Team setzt?
Vom Allrounder in Brooklyn zum Rekordmann an der Ohio State
Der Grundstein für Samuels Karriere wurde schon früh gelegt. Aufgewachsen in Brooklyn, New York, war er an der Erasmus Hall High School das Ausnahmetalent schlechthin. Schon als Teenager war klar: Dieser Junge kann mehr als nur fangen oder laufen – er kann das Spiel verändern. In der High School dominierte Samuel als Running Back, Wide Receiver und Returner. Sein Ruf eilte ihm voraus, und die besten Colleges des Landes standen Schlange.
Der nächste Schritt führte Samuel nach Ohio State. Dort wurde er zum Prototypen des modernen Hybrid-Spielers – jemand, der sowohl als Receiver als auch als Running Back eingesetzt werden kann. Coaches und Scouts waren fasziniert von seinem Tempo, seiner Explosivität und seiner Fähigkeit, auf jeder Position im Angriff eine Bedrohung zu sein. Besonders in seinem letzten College-Jahr zeigte Samuel, wie wertvoll diese Vielseitigkeit sein kann:
Jahr | Rushes/Yards/TD | Receptions/Yards/TD |
---|---|---|
2014 | 58/383/6 | 11/95/0 |
2015 | 17/132/1 | 22/289/2 |
2016 | 97/771/8 | 74/865/7 |
2016 knackte Samuel als erster Spieler in der Geschichte der Ohio State University die Marke von 1.000 Karriere-Yards sowohl als Rusher als auch als Receiver. Er wurde zum First-Team All-American und trug entscheidend dazu bei, dass Ohio State in jedem Spiel flexibel reagieren konnte. Diese Fähigkeit, überall eingesetzt zu werden, sollte ihn auch in der NFL begleiten – doch der Weg dorthin war kein Selbstläufer.
Die NFL-Scouts sahen das Potenzial, aber auch die Fragezeichen: Kann Samuel in einer Liga voller Spezialisten bestehen? Die Carolina Panthers zogen ihn in der zweiten Runde des Drafts – und setzten früh auf seine Vielseitigkeit. Doch wie so oft im Football wurde der nächste Schritt durch Rückschläge erschwert.
Rückschläge, Comebacks und eine besondere Verbindung
In Carolina bekam Samuel früh die Chance, seine Fähigkeiten zu zeigen. Doch die NFL ist ein anderes Pflaster. Verletzungen, Positionswechsel und wechselnde Quarterbacks machten die ersten Jahre zu einer Achterbahnfahrt. Trotzdem zeigte Samuel immer wieder, warum er so wertvoll ist – als Receiver, als Rusher, als jemand, der das Playbook erweitert.
Jahr | Receptions | Receiving Yards | Receiving TDs | Rushing Yards | Rushing TDs |
---|---|---|---|---|---|
2017 | 15 | 115 | 0 | 64 | 0 |
2018 | 39 | 494 | 5 | 84 | 2 |
2019 | 54 | 627 | 6 | 130 | 1 |
2020 | 77 | 851 | 3 | 200 | 2 |
Gerade in seinem vierten Jahr bei den Panthers zahlte sich Samuels Vielseitigkeit aus. Unter Offensive Coordinator Joe Brady wurde Samuel zum echten Faktor: 77 Catches, dazu 200 Yards am Boden – Zahlen, die zeigen, wie breit sein Einsatzspektrum ist. Doch die NFL ist kein Wunschkonzert. Nach vier Jahren in Carolina folgte der Wechsel zu Washington, wo das nächste Kapitel begann – und neue Herausforderungen warteten.
In Washington wurde Samuel mit einem gut dotierten Vertrag geholt, doch der Start verlief denkbar schlecht. Verletzungen warfen ihn zurück, und eine Saison mit nur sechs Catches war die Folge. Doch Samuel gab nicht auf. Er kämpfte sich zurück, steigerte seine Leistungen und wurde im zweiten Jahr wieder zu einer festen Größe im Angriff. Besonders auffällig: Auch in Washington wurde er nicht nur als Receiver, sondern regelmäßig als Rusher eingesetzt. Seine Vielseitigkeit blieb sein Markenzeichen – und seine Lebensversicherung im harten NFL-Alltag.
Die Verbindung zu Joe Brady, die bereits in Carolina für Samuels Durchbruch sorgte, sollte später noch eine entscheidende Rolle spielen. Nach mehreren Jahren mit Höhen und Tiefen, nach Verletzungen und Teamwechseln, stand Samuel erneut vor einer wichtigen Entscheidung – und vor einer besonderen Chance.
Neues Kapitel in Buffalo: Vielseitigkeit als Trumpfkarte
Mit dem Wechsel zu den Buffalo Bills schlug Samuel ein neues Kapitel auf – und kehrte zu jenem Coach zurück, unter dem er seine bislang beste NFL-Saison gespielt hatte. Die Bills setzen auf Samuels Vielseitigkeit, weil sie wissen: Ein Spieler, der sowohl im Slot als auch als Rusher gefährlich werden kann, ist Gold wert.
Samuel unterschrieb einen Dreijahresvertrag und brachte die Erfahrung aus über 350 Receptions und fast 800 Rushing-Yards mit. In seiner ersten Saison in Buffalo tastete er sich an die neue Rolle heran, sammelte 31 Catches und wurde immer wieder auch im Laufspiel eingesetzt. Die Zahlen waren solide, doch noch wichtiger war seine Anpassungsfähigkeit: Samuel öffnete dem Angriff der Bills neue Möglichkeiten – etwa mit Jet Sweeps, Screen-Pässen oder als Matchup-Waffe gegen Linebacker und Safeties.
Team | Receptions | Receiving Yards | Receiving TDs | Rushing Yards | Rushing TDs |
---|---|---|---|---|---|
Carolina | 185 | 2.087 | 14 | 478 | 5 |
Washington | 132 | 1.296 | 8 | 201 | 1 |
Buffalo | 31 | 253 | 1 | 14 | 0 |
Mit über 3.600 Receiving-Yards und sieben Rushing-Touchdowns in seiner Karriere ist Samuel heute ein Spieler, der für jede Defense schwer auszurechnen ist. Die Bills planen, ihn noch häufiger in kreativen Formationen einzusetzen – und setzen darauf, dass seine Vielseitigkeit das Offensivspiel auf ein neues Level hebt. Nach Jahren voller Herausforderungen ist Samuel bereit, diese Rolle zu übernehmen.
Doch Samuel ist mehr als ein vielseitiger Footballspieler. Sein Werdegang ist eng mit seiner Herkunft und seiner Persönlichkeit verbunden. Wie viel Brooklyn steckt noch in ihm? Und wie sehr hat ihn die Zeit an der Ohio State geprägt?
Brooklyn, Ohio State und der Spirit eines Teamplayers
Curtis Samuel ist in Brooklyn aufgewachsen – einem Stadtteil, in dem man sich durchsetzen muss, wenn man ganz nach oben will. Seine Zeit an der Erasmus Hall High School hat ihn geprägt: Dort lernte er, wie wichtig Teamgeist und harte Arbeit sind. Auch heute noch spricht Samuel mit Stolz über seine Wurzeln in New York und die Rolle, die seine Heimat für seinen Charakter spielt.
Der Wechsel nach Ohio State brachte Samuel in eine neue Welt – weg von den Straßen New Yorks, hinein in das Rampenlicht eines College-Programms, das für seine Exzellenz bekannt ist. Doch Samuel passte sich schnell an, wurde zum Leistungsträger und schrieb Geschichte: Er ist bis heute der einzige Buckeye mit mehr als 1.000 Yards als Rusher und Receiver. Diese Vielseitigkeit ist sein Markenzeichen – und sie hat ihn zu dem Spieler gemacht, der er heute ist.
Abseits des Platzes gilt Samuel als ruhiger, aber bestimmter Typ. Keine großen Sprüche, keine Skandale – stattdessen Fleiß, Disziplin und der Wille, sich immer wieder neu zu beweisen. Seine Teamkollegen schätzen ihn als verlässlichen Mitspieler, der sich in den Dienst der Mannschaft stellt und keine Angst vor neuen Aufgaben hat.
Familie und private Hintergründe hält Samuel weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Im Mittelpunkt steht der Sport – und das Ziel, aus jedem Team das Maximum herauszuholen. Diese Einstellung passt perfekt zu den Bills, die auf Spieler setzen, die auch abseits der Schlagzeilen Leistung bringen.
Zahlen, Gehälter und die Zukunft als Schlüsselspieler
Ein Blick auf Samuels Karriere-Statistiken zeigt, wie konstant er über die Jahre produziert hat – und wie sehr er sich als vielseitige Waffe in der NFL durchgesetzt hat:
Kategorie | Wert |
---|---|
Receptions | 348 |
Receiving Yards | 3.636 |
Receiving TDs | 23 |
Rushing Yards | 729 |
Rushing TDs | 7 |
Auch finanziell hat sich Samuels Vielseitigkeit ausgezahlt. Nach einem lukrativen Vertrag in Washington unterschrieb er bei den Bills für drei Jahre und 24 Millionen Dollar – ein Deal, der zeigt, wie hoch sein Wert am Markt ist. Die Bills setzen darauf, dass Samuel noch lange auf hohem Niveau produzieren kann.
Mit inzwischen über acht Jahren NFL-Erfahrung bringt Samuel alles mit, was ein moderner Schlüsselspieler braucht: Explosivität, Spielintelligenz und die Bereitschaft, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Die Offense der Bills ist auf seine Vielseitigkeit zugeschnitten – und Samuel ist bereit, diese Rolle auszufüllen. Nach Jahren voller Rückschläge, Positionswechsel und Comebacks steht er heute da, wo ihn viele schon früher erwartet hatten: Im Zentrum einer NFL-Offense, als Spieler, der den Unterschied machen kann.
Sein Weg zeigt: Vielseitigkeit ist kein Kompromiss, sondern eine Superkraft. Samuel hat nie aufgehört, an sich zu glauben – und genau das macht ihn heute für die Buffalo Bills so wertvoll.