Jalen Redmond ist Defensive Lineman der Minnesota Vikings – und einer, der nie den einfachen Weg genommen hat. Heute kämpft der 1,91 Meter große und 132 Kilo schwere Kraftprotz in seiner zweiten NFL-Saison um eine noch größere Rolle in der Defensive Line. Die Vikings haben ihm nach einer überzeugenden ersten Saison das Vertrauen geschenkt und den Vertrag verlängert. Redmond ist gesund, Teil der Rotation und steht für eine Geschichte, wie sie selten geworden ist: Vom Undrafted Free Agent, über die UFL, zum Hoffnungsträger einer NFL-Defense.
Was macht Redmond besonders? Es ist die Mischung aus Spätstart, Rückschlägen und immer neuen Anläufen, die ihn heute zu einem wichtigen Baustein im Kader der Vikings machen. Sein Weg war lang, voller Hindernisse – und zeigt, wie sehr sich Beharrlichkeit in der NFL auszahlen kann.
Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Redmond heute in Minnesota um NFL-Snaps kämpft?
Jalen Redmond: Der Durchbruch als Außenseiter
Redmond galt lange als Außenseiter. Im Draft übersehen, von den Panthers früh entlassen, musste er sich seinen Platz in der NFL auf Umwegen erkämpfen. Erst in seiner ersten vollen Saison bei den Vikings nutzte er seine Chance – und überzeugte auf Anhieb. 13 Einsätze, darunter zwei Starts, 18 Tackles, sechs Tackles for Loss, ein Sack und zwei abgewehrte Pässe sprechen eine deutliche Sprache.
Sein Highlight: Als erster Vikings-Defensive Lineman seit Jahren gelangen ihm in einem Spiel zwei Tackles for Loss und zwei abgewehrte Pässe – ein Wert, den es in Minnesota so lange nicht mehr gab. Redmond wurde zum Faktor in der Rotation, brachte Energie und Aggressivität aufs Feld. Genau das, was die Vikings in ihrer Defense suchten.
Diese Leistung kam nicht von ungefähr. Redmond hatte sich in der UFL neues Selbstbewusstsein geholt, war endlich verletzungsfrei und nutzte die Gelegenheit, die sich ihm bot.
Doch der Weg in die NFL war alles andere als gradlinig.
Vier Jahre Anlauf: Von Oklahoma nach Minnesota
Der Grundstein für Redmonds Karriere wurde schon früh gelegt – allerdings nicht auf dem Football-Feld. Aufgewachsen in Midwest City, Oklahoma, war Basketball zunächst seine große Leidenschaft. Erst in der High School wechselte er zum Football, doch dann ging alles schnell: 82 Tackles und 14 Sacks im ersten Jahr, 87 Tackles, 34 Tackles for Loss und 19,5 Sacks im letzten. Die Auszeichnung zum First-Team All-State war die logische Folge.
Mit diesem Rückenwind ging es an die University of Oklahoma. Dort zeigte Redmond, dass er auch auf höchstem College-Niveau bestehen kann: 71 Tackles, 31,5 Tackles for Loss, 14 Sacks in 36 Spielen – und 2019 als Teamleader mit 6,5 Sacks. Doch es gab Rückschläge. Immer wieder bremsten ihn gesundheitliche Probleme, vor allem Blutgerinnsel. Die College-Karriere war geprägt von Unterbrechungen, medizinischen Fragen und Comebacks.
Als der NFL Draft anstand, galt Redmond als Talent mit Fragezeichen. Kein Team griff zu. Als Undrafted Free Agent unterschrieb er bei den Carolina Panthers – doch der Traum platzte schnell. Nach wenigen Monaten stand er wieder ohne Team da.
Doch aufgeben war für Redmond nie eine Option. Er suchte nach einer neuen Bühne, um sich zu zeigen.
Die Renegades als Sprungbrett: Durchbruch in der UFL
Die Antwort lag in der UFL, der alternativen Football-Liga, die vielen Spielern eine zweite Chance bietet. Redmond unterschrieb bei den Arlington Renegades – und drehte auf. In nur vier Spielen gelangen ihm 18 Tackles, fünf Tackles for Loss und 4,5 Sacks. Endlich Starter, endlich die Bühne, die er brauchte.
Mit diesen Leistungen zog er die Aufmerksamkeit der NFL-Teams auf sich. Die Vikings wurden schnell aufmerksam und gaben ihm einen Vertrag. Die Erfahrungen aus der UFL, die Spielpraxis und das neue Selbstvertrauen zahlten sich aus. Redmond kam als Außenseiter – und machte sich sofort unentbehrlich.
Station | Jahre | Spiele | Tackles | Tackles for Loss | Sacks | Abgewehrte Pässe |
---|---|---|---|---|---|---|
Midwest City High | 2015–2017 | – | 169 | 48 | 33,5 | – |
Oklahoma Sooners | 2018–2022 | 36 | 71 | 31,5 | 14 | – |
Arlington Renegades (UFL) | 2023–2024 | 4 | 18 | 5 | 4,5 | – |
Minnesota Vikings (NFL) | seit 2024 | 13 | 18 | 6 | 1 | 2 |
Die Tabelle zeigt: Redmonds Produktion war immer da, wenn er die Chance bekam. In der UFL setzte er ein Ausrufezeichen – und die Vikings gaben ihm die nächste Chance auf der großen Bühne.
Neustart in Minnesota: Heute Hoffnungsträger, morgen Stammspieler?
Seit seinem Wechsel zu den Vikings hat sich Redmond zu einem festen Bestandteil der Defensive Line entwickelt. Der neue Vertrag ist ein klares Zeichen des Vertrauens. Er bringt Vielseitigkeit, kann sowohl auf Defensive Tackle als auch auf Defensive End spielen und gibt der Vikings-Defense neue Optionen in der Rotation.
Seine Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Nach einer ersten Saison mit zwei Starts und starken Leistungen in der Rotation ist der nächste Schritt klar: Mehr Snaps, vielleicht der Sprung zum Stammspieler. Die Vikings trauen es ihm zu – und Redmond selbst weiß, dass sein Weg noch nicht zu Ende ist.
Was ihn heute auszeichnet, ist nicht nur seine Athletik oder sein Instinkt für Big Plays. Es sind die Umwege, die ihn härter gemacht haben. Die Erfahrung, immer wieder aufstehen zu müssen. Redmond weiß, wie es ist, übersehen zu werden – und nutzt das als Antrieb. Die Vikings profitieren von dieser Mentalität. Im Kader ist er längst mehr als nur ein Backup: Er ist ein Hoffnungsträger für die Zukunft.
Die Frage ist nicht mehr, ob Redmond in der NFL bestehen kann. Die Frage ist, wie groß seine Rolle bei den Vikings noch werden wird.
Zahlen, Fakten und persönliche Notizen
Größe | Gewicht | Geburtsort | Ausbildung |
---|---|---|---|
1,91 m | 132 kg | Midwest City, Oklahoma | University of Oklahoma |
Rekord | Details |
---|---|
Vikings-Rekord | Erster Defensive Lineman seit 2009 mit 2 TFL und 2 abgewehrten Pässen in einem Spiel |
Redmond bleibt in vieler Hinsicht ein Spieler mit lokalem Bezug: Geboren in Oklahoma, College in Oklahoma, heute NFL-Profi. Über seine Familie ist wenig bekannt, aber seine sportliche Ausbildung spricht für sich. Die Vikings haben in ihm einen Spieler gefunden, der nicht nur Zahlen liefert, sondern auch eine Geschichte mitbringt, die dem Team gut zu Gesicht steht.
Sein Weg ist ein Beispiel dafür, dass in der NFL auch Spätstarter und Underdogs eine echte Chance bekommen. Für die Vikings ist das Gold wert – und Redmond selbst hat noch lange nicht genug.