Levi Drake Rodriguez ist Defensive Tackle bei den Minnesota Vikings. Er steht am Beginn seiner zweiten NFL-Saison und arbeitet an seinem Platz in der Rotation der Vikings-Defense. Mit seinem ungewöhnlichen Werdegang und seiner Beharrlichkeit ist er längst mehr als nur ein weiterer Name auf dem Roster. Rodriguez gilt als Geheimtipp – ein Spieler, den kaum jemand auf dem Weg in die NFL auf der Rechnung hatte. Doch genau das macht seine Geschichte so besonders: Hier steht einer auf dem Platz, der nie zu den Favoriten zählte und sich trotzdem durchgesetzt hat.
Wer Rodriguez heute bei den Vikings beobachtet, sieht einen Spieler, der sich jede Chance hart erarbeitet. Noch ist er nicht unumstrittene Stammkraft, doch sein Name taucht immer wieder dort auf, wo es um Einsatz, Arbeitswillen und überraschende Durchbrüche geht. Wie schafft es ein Underdog aus Texas, sich in der NFL zu behaupten? Die Antwort darauf beginnt nicht erst im Profi-Football – sondern viel früher, mit einer langen Anlaufphase und einem späten, aber umso entschlosseneren Durchbruch.
Diese Leistung kam nicht von ungefähr. Die Basis für seinen aktuellen Status wurde schon in den Jahren davor gelegt – mit viel Geduld, harter Arbeit und dem Mut, immer wieder neue Wege zu gehen.
Der späte Durchbruch – Von der Unbekanntheit zur NFL-Chance
Der Weg von Levi Drake Rodriguez in die NFL ist alles andere als gewöhnlich. Während viele Talente schon früh als zukünftige Profis gehandelt werden, blieb Rodriguez lange im Schatten. Erst als die Scouts genauer hinsahen, fiel sein Name auf – und das auch nur, weil er sich mit starken Leistungen auf mehreren Bühnen ins Rampenlicht spielte. In seinem letzten College-Jahr wurde er beim Tropical Bowl als MVP ausgezeichnet. Seine Leistungen beim Pro Day machten die NFL-Teams aufmerksam, und The Athletic wählte ihn als "Prospect X" – einen Geheimtipp, den kaum jemand auf dem Zettel hatte.
Im NFL Draft wurde Rodriguez schließlich in der späten siebten Runde von den Minnesota Vikings gezogen. Für viele wäre damit der Traum schon erfüllt gewesen. Doch Rodriguez wusste, dass der eigentliche Kampf erst begann. In seiner ersten Saison kam er auf zwei Einsätze – nicht viel, aber genug, um zu zeigen, dass er auf diesem Level mithalten kann. In der Preseason fiel er mit mehreren Tackles und einem Sack auf, in den regulären Spielen gelangen ihm ein Solo-Tackle und eine Passabwehr. Keine spektakulären Zahlen, aber ein Statement: Rodriguez ist da, wenn er gebraucht wird – und er macht sich auf, eine größere Rolle zu übernehmen.
Doch der Weg zum NFL-Profi war lang. Was hat Rodriguez geformt? Wie konnte ein Spieler, den kaum jemand kannte, plötzlich in der stärksten Liga der Welt auftauchen? Die Antwort liegt in seinen frühen Jahren – und in einem steinigen Weg durch College-Football, Positionswechsel und immer neuen Herausforderungen.
Vier Jahre Anlauf – Die lange Reise aus Texas ins Rampenlicht
Der Grundstein für Rodriguez’ Karriere wurde in Georgetown, Texas, gelegt. An der East View High School spielte er zunächst Right Tackle und wurde im Abschlussjahr mit einer All-State-Auszeichnung geehrt. Doch statt an ein großes College zu gehen, landete er bei Southwestern Assemblies of God University (SAGU), einer kleinen NAIA-Schule. Dort wechselte er auf die Defensive Line und zeigte sofort, dass er zu mehr fähig ist: Über drei Jahre sammelte er beeindruckende Statistiken – darunter 44 Tackles und 5 Sacks im ersten Jahr, 58 Tackles und 7 Sacks im letzten. Die Auszeichnungen auf Conference-Ebene waren der Lohn, doch der ganz große Durchbruch blieb aus. Scouts schauten selten bei SAGU vorbei, und so blieb Rodriguez trotz seiner Leistungen ein Unbekannter.
Doch aufgeben kam für ihn nicht infrage. Rodriguez wagte den nächsten Schritt: Er wechselte zu Texas A&M-Commerce – ein Sprung von der kleinen NAIA in die Division I des College-Footballs. Hier musste er nicht nur eine neue Rolle als Defensive Tackle übernehmen, sondern auch körperlich zulegen. Die Gegner wurden größer und schneller, die Anforderungen stiegen. Rodriguez nahm die Herausforderung an, steigerte sein Gewicht auf 131 Kilo und passte sein Spiel an die neue Position an. In zwei Jahren sammelte er bei Texas A&M-Commerce 88 Tackles, 13,5 Tackles for Loss und 7,5 Sacks. Seine Entwicklung blieb nun nicht mehr unbemerkt: 2023 wurde er zum First-Team All-Southland Conference gewählt und als FCS All-American ausgezeichnet.
Diese Entwicklung überzeugte schließlich auch die NFL-Scouts. Rodriguez hatte bewiesen, dass er sich auf jedem Level durchsetzen kann – egal, wie groß die Hürde war. Gerade sein Weg über eine kleine Schule, der Wechsel auf eine neue Position und das ständige Anpassen an neue Herausforderungen machten ihn für die Vikings interessant. Sie suchten nach Spielern, die nicht nur Talent, sondern auch Biss und Lernbereitschaft mitbringen. Rodriguez passte genau in dieses Profil.
Doch bis zur Draft-Nacht war nicht klar, ob es wirklich für die NFL reichen würde. Erst der nächste große Schritt brachte die Wende.
Der Durchbruch – Plötzlich auf dem NFL-Radar
Für viele NFL-Profis gibt es einen Moment, der alles verändert. Bei Rodriguez war es der Tropical Bowl. Als Defensive Tackle wurde er dort mit dem MVP-Titel ausgezeichnet – ein seltenes Kunststück für einen Spieler auf dieser Position. Plötzlich war sein Name in aller Munde. Beim Pro Day zeigte er starke athletische Werte und überzeugte mit schnellen Bewegungen und Kraft. Die Wahl zum "Prospect X" von The Athletic machte ihn endgültig zum Geheimfavoriten unter den Scouts.
Die Vikings griffen in der siebten Runde zu und sicherten sich einen Spieler, der in jeder Phase seiner Karriere unterschätzt wurde. Rodriguez war der erste Texas A&M-Commerce-Spieler seit 25 Jahren, der im NFL Draft ausgewählt wurde – eine kleine Sensation für das Programm. Für ihn selbst war es die Bestätigung, dass sich der lange Weg gelohnt hatte. Die Herausforderungen auf dem College – der Wechsel von einer kleinen NAIA-Schule, die Gewichtszunahme, das Umstellen auf eine neue Position – hatten ihn auf das nächste Level vorbereitet.
Doch auch nach dem Draft blieb Rodriguez auf dem Boden. Er wusste, dass er sich erst beweisen musste. In seiner ersten Saison kam er auf zwei Einsätze, zeigte solide Leistungen in der Preseason und wurde immer dann eingesetzt, wenn die D-Line frische Kräfte brauchte. Die Vikings schätzen seinen hohen Einsatz und seine Bereitschaft, für das Team zu arbeiten. Rodriguez ist kein Lautsprecher – aber einer, der im Training und auf dem Feld immer alles gibt.
- MVP Tropical Bowl
- Starke Pro-Day-Leistungen
- "Prospect X" von The Athletic
- Erster NFL-Draftpick von Texas A&M-Commerce seit 2000
Diese Meilensteine markieren den Wendepunkt in seiner Karriere. Heute profitiert er von all den Erfahrungen, die er auf seinem langen Weg gesammelt hat. Die Frage ist: Wohin führt dieser Weg jetzt?
Die Gegenwart – Rodriguez und die Vikings: Zwischen Hoffnung und Durchbruch
In seiner zweiten Saison bei den Vikings ist Rodriguez Teil der Rotation im Defensive Tackle-Room. Er ist gesund, arbeitet an seiner Technik und will sich einen festen Platz sichern. Die Vikings setzen auf seine Athletik und seinen unermüdlichen Einsatz. Noch ist die Konkurrenz groß, aber Rodriguez hat sich mit seinen Leistungen in der Vorbereitung und den ersten Einsätzen Respekt verschafft. Ein Solo-Tackle, eine Passabwehr, dazu auffällige Szenen in der Preseason – das ist die Bilanz eines Spielers, der nie aufgibt und jede Gelegenheit nutzt.
Die Coaches sehen in ihm einen Spieler, der mit etwas mehr Erfahrung den nächsten Schritt machen kann. Seine Vielseitigkeit – Rodriguez kann sowohl als klassischer Run-Stopper als auch als Pass-Rusher eingesetzt werden – macht ihn wertvoll für die Tiefe im Kader. Die Entwicklungsmöglichkeiten sind da: Mit seinem Hintergrund als Defensive End bringt er Explosivität mit, mit den Kilos auf den Rippen die nötige Masse für die NFL-Line. Die Vikings bauen auf seine Lernbereitschaft und seine Bereitschaft, sich immer wieder neu zu beweisen.
Wie geht es weiter? Die kommenden Monate werden zeigen, ob Rodriguez den Sprung vom Rotationsspieler zum festen Bestandteil der Vikings-Defense schafft. Die Chancen stehen nicht schlecht – sein Weg hat ihn gelehrt, dass Rückschläge dazugehören, aber auch, dass Beharrlichkeit oft belohnt wird. Rodriguez ist noch nicht am Ziel, doch sein Beispiel zeigt: Wer lange genug kämpft, kann es auch von der kleinen Bühne ganz nach oben schaffen.
Zahlen, Fakten und Persönlichkeit – Das Fundament hinter der Story
Station | Spiele | Tackles | Tackles for Loss | Sacks | Auszeichnungen |
---|---|---|---|---|---|
SAGU (2019-2021) | 30 | 133 | 30 | 14,5 | All-Conference |
Texas A&M-Commerce (2022-2023) | 22 | 88 | 13,5 | 7,5 | FCS All-American, First-Team All-Southland |
NFL (erstes Jahr) | 2 | 1 | – | – | – |
Die Zahlen zeigen, was Rodriguez in den vergangenen Jahren geleistet hat. Über 220 Tackles, 22 Sacks und zahlreiche Auszeichnungen sprechen für sich – vor allem, wenn man bedenkt, dass er nie das große College oder das große Rampenlicht hatte. Besonders sticht heraus: Rodriguez ist der erste Spieler von Texas A&M-Commerce, der seit Jahrzehnten im NFL Draft ausgewählt wurde. Das ist nicht nur für ihn, sondern auch für sein altes College ein echter Meilenstein.
Abseits des Feldes bleibt Rodriguez bodenständig. Er stammt aus Georgetown, Texas, und hat einen Bachelor-Abschluss in Criminal Justice. Über familiäre Sporttradition ist wenig bekannt – Rodriguez hat sich seinen Weg allein gebahnt. Gerade diese Herkunft macht seine Geschichte so besonders: Hier hat sich einer von ganz unten nach oben gearbeitet, ohne große Förderer oder berühmte Namen im Rücken.
Am Ende steht ein Spieler, der nie zu den Favoriten gezählt wurde – und genau daraus seine Stärke zieht. Rodriguez ist ein Beispiel dafür, dass im Football nicht immer nur Talent zählt, sondern auch der Wille, immer wieder aufzustehen und sich zu beweisen. Sein Weg ist noch nicht zu Ende. Doch schon heute zeigt er, was möglich ist, wenn man an sich glaubt und nie aufgibt.