Olamide Zaccheaus

Position
Wide receiver
Aktuelles Team
Gewicht
193 lbs
Größe
5' 8"
Age
27
College
Virginia
Experience
6

Olamide Zaccheaus trägt heute das Trikot der Chicago Bears, steht als Slot-Receiver hinter DJ Moore und Rome Odunze im Kader – und ist bereit für die nächste Herausforderung. Mit seiner Vielseitigkeit und einem NFL-Rekord im Gepäck zählt er nicht zu den Stars der Liga, aber zu den Profis, die sich ihren Platz mit harter Arbeit und Ausdauer erkämpfen. Seine Karriere ist ein Beispiel dafür, wie ein Spieler ohne große Vorschusslorbeeren zum festen Bestandteil eines NFL-Teams werden kann. Wer Zaccheaus’ Entwicklung verfolgt, versteht schnell: Hier steht einer, der nie aufgegeben hat – und genau deshalb heute am Ziel ist.

Seine Geschichte beginnt nicht mit einem Draft-Day-Feuerwerk oder Millionen-Deals. Zaccheaus musste sich alles selbst erarbeiten. Der lange Weg vom Undrafted Free Agent bis zum sicheren Platz im NFL-Kader hat ihn geprägt. Inzwischen blickt er auf mehrere Stationen zurück, hat sich bei den Falcons, Eagles und Commanders durchgesetzt und steht nun bei den Bears erneut vor einem Neuanfang. Doch wie kam es dazu, dass ein ungedrafteter Receiver heute als Vorbild für Durchhaltevermögen und Vielseitigkeit gilt? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere.

Sein aktueller Vertrag bei den Bears ist auf ein Jahr angelegt, die Rolle klar definiert: Zaccheaus soll vor allem als Slot-Receiver seine Stärken ausspielen, dazu als erfahrener Mann in den Special Teams helfen und die jungen Spieler im Kader unterstützen. Dass er heute in dieser Position steht, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit – und zahlreicher Rückschläge.

Vom Undrafted zum NFL-Profi: Der lange Weg nach oben

Zaccheaus’ Weg begann abseits der großen Scheinwerfer. Während viele seiner Mitspieler im College auf den Draft hinarbeiteten, blieb für ihn nur der Weg über den Umweg. Nach einer erfolgreichen Zeit an der University of Virginia, wo er als Running Back und Receiver glänzte und mehrere Auszeichnungen sammelte, blieb ihm der Sprung in die erste Reihe der NFL-Talente verwehrt. Kein Team wählte ihn im Draft aus. Doch Zaccheaus ließ sich davon nicht entmutigen.

Stattdessen unterschrieb er als Undrafted Free Agent bei den Atlanta Falcons – ein Schritt, der für viele das Ende aller NFL-Träume bedeutet. Doch Zaccheaus nutzte diese Chance. Bereits in seiner ersten Saison machte er mit einer spektakulären Aktion auf sich aufmerksam: Sein erster gefangener Pass in der NFL war ein 93-Yard-Touchdown. Damit stellte er einen Rekord auf, der bis heute Bestand hat: Kein Spieler zuvor hatte bei seinem ersten Catch eine so lange Distanz überbrückt.

Dieser Moment war mehr als nur eine Randnotiz. Er zeigte, dass Zaccheaus nicht nur mitlief, sondern Spiele entscheiden konnte, wenn er die Gelegenheit bekam. Doch auf diesen einen großen Fang folgten zähe Jahre. Immer wieder musste er sich im Training beweisen, immer wieder um seinen Platz im Team kämpfen. Zaccheaus blieb hartnäckig, arbeitete an seinen Fähigkeiten als Slot-Receiver und Returner, lernte verschiedene Playbooks und passte sich an neue Systeme an. Das machte ihn für Coaches interessant – und ließ ihn in der NFL bleiben, während viele andere Undrafted-Spieler längst aufgegeben hatten.

Doch der Weg hierher war lang. Die Grundlagen für seine Vielseitigkeit und seinen Kampfgeist wurden schon früh gelegt – weit vor dem ersten NFL-Snap.

Frühe Jahre: Football in Philadelphia und Durchbruch am College

Aufgewachsen in Philadelphia, besuchte Zaccheaus die St. Joseph’s Preparatory School – eine Talentschmiede, in der er nicht nur als Receiver, sondern auch als Running Back glänzte. Bereits in der High School zeigte er, dass er sich nicht auf eine Rolle festlegen lässt. 683 Yards und neun Rushing-Touchdowns, dazu 388 Yards und vier Touchdowns als Passempfänger – Zaccheaus war überall auf dem Feld zu finden. Diese Vielseitigkeit sollte später zu seinem Markenzeichen werden.

Nach der High School ging es für ihn an die University of Virginia. Dort wurde er schnell zu einem der wichtigsten Spieler im Angriff. Mit 250 Receptions für 2.753 Yards und 22 Touchdowns setzte er neue Maßstäbe für das Team. Auch als Rusher war er immer wieder gefragt – 551 Yards und zwei weitere Touchdowns sprechen eine klare Sprache. Seine Leistungen blieben nicht unbemerkt: Zaccheaus wurde zweimal ins All-ACC-Team gewählt und zum MVP des Belk Bowl gekürt. Wer ihn damals spielen sah, wusste: Hier läuft einer, der mehr kann als der Durchschnitt.

Dennoch blieb der große Durchbruch im Draft aus. Der Schritt in die NFL wurde zur Geduldsprobe – doch Zaccheaus war bereit, diesen Kampf anzunehmen. Seine Zeit bei den Falcons sollte zeigen, dass er auch unter den besten Footballern der Welt bestehen kann.

Atlanta, Philadelphia, Washington: Zaccheaus findet seinen Platz in der NFL

In Atlanta begann Zaccheaus’ NFL-Karriere. Über mehrere Jahre hinweg arbeitete er sich vom Practice Squad bis in die Startformation. Insgesamt kam er bei den Falcons auf 89 Spiele, startete 30 Mal und sammelte knapp 2.000 Yards sowie 13 Touchdowns. Kein Superstar, aber ein verlässlicher Receiver, der immer dann zur Stelle war, wenn er gebraucht wurde. Sein 93-Yard-Touchdown als Rookie bleibt bis heute ein Highlight – und ein Sinnbild für seine Karriere: Wenn Zaccheaus eine Chance bekommt, nutzt er sie.

Nach seiner Zeit in Atlanta folgte der Wechsel zu den Philadelphia Eagles. Hier war seine Rolle kleiner, er kam in 17 Spielen zum Einsatz und fing zehn Pässe für 164 Yards und zwei Touchdowns. Doch auch in Philadelphia zeigte sich: Zaccheaus bleibt im Gespräch. Seine Vielseitigkeit, sein Einsatz auf dem Feld und im Training machten ihn für Coaches wertvoll.

Der nächste Schritt führte ihn zu den Washington Commanders. Hier gelang ihm der Durchbruch, auf den er so lange gewartet hatte. Mit 45 Receptions für 506 Yards und drei Touchdowns in einer Saison übernahm Zaccheaus erstmals eine zentrale Rolle im Angriff. Hinzu kamen 17 Punt Returns für 179 Yards. In Washington bewies er, dass er mehr sein kann als ein Rollenspieler – er wurde zum festen Teil des Gameplans.

Team Spiele Starts Receptions Yards Touchdowns
Atlanta Falcons 89 30 94 1.998 13
Philadelphia Eagles 17 1 10 164 2
Washington Commanders 17 6 45 506 3
Chicago Bears - - - - -

Die Zahlen zeigen: Zaccheaus hat sich seinen Platz in der NFL verdient. Seine Leistungen in Washington ebneten ihm den Weg zu den Bears – und bringen ihn heute an den Punkt, an dem er als erfahrener Receiver und Returner gefragt ist.

Neustart in Chicago: Erfahrung, Vielseitigkeit und neue Chancen

Mit dem Wechsel nach Chicago beginnt für Zaccheaus ein neues Kapitel. Die Bears setzen auf seine Erfahrung im Slot, aber auch auf seine Fähigkeit, junge Spieler zu unterstützen und in den Special Teams Akzente zu setzen. Die Konkurrenz im Receiver-Room ist groß, doch Zaccheaus kennt solche Situationen. Er weiß, wie man sich durchsetzt, wie man trotz Rückschlägen wieder aufsteht und sich ins Team kämpft.

Seine Rolle ist klar umrissen: Als Slot-Receiver soll er für schnelle, sichere Catches sorgen, sich in der Mitte des Feldes behaupten und bei kurzen Routen verlässlich anspielbar sein. Gleichzeitig bleibt er eine Option für die Special Teams – ein Bereich, in dem er schon bei den Commanders überzeugt hat. Die Bears wissen, was sie an ihm haben: Einen Spieler, der sich nicht zu schade ist, die Drecksarbeit zu machen, der sich in den Dienst des Teams stellt und immer dann zur Stelle ist, wenn es darauf ankommt.

Mit einer Größe von 1,73 Metern und 88 Kilogramm bringt Zaccheaus nicht die typischen Maße eines NFL-Receivers mit, doch gerade das macht ihn so wertvoll. Er ist wendig, schnell auf den Beinen und schwer zu fassen. Seine niedrige Statur hilft ihm, unter großen Verteidigern durchzutauchen und nach dem Catch noch Yards rauszuholen. In der NFL, wo jeder Zentimeter zählt, ist das oft der Unterschied zwischen First Down und Punt.

Die Frage, wie es für Zaccheaus weitergeht, bleibt spannend. Mit einem Einjahresvertrag ist alles offen – von der Verlängerung bis zum erneuten Teamwechsel. Doch egal, wie die Zukunft aussieht: Seine Karriere hat gezeigt, dass er immer wieder Wege findet, sich zu behaupten.

Mehr als Football: Persönlichkeit und Vorbild für junge Spieler

Wer Olamide Zaccheaus abseits des Feldes erlebt, sieht einen bodenständigen, reflektierten Menschen. Geboren in New Jersey, aufgewachsen in Philadelphia, hat er sich seinen Traum vom Profisportler Schritt für Schritt selbst erfüllt. Einen berühmten Sportler in der Familie gibt es nicht, Vorbilder suchte er sich auf dem Platz und im täglichen Training. Sein Abschluss an der University of Virginia zeigt, dass für ihn auch die Ausbildung wichtig war – ein Punkt, den er immer wieder betont.

Für junge Spieler, vor allem für diejenigen, die im Draft übersehen werden, ist Zaccheaus ein Vorbild. Er beweist, dass der Weg in die NFL nicht gradlinig verlaufen muss. Wer bereit ist, zu arbeiten, sich immer wieder anzupassen und nie aufzugeben, kann es schaffen. Seine Geschichte ist ein Mutmacher – für Undrafted Free Agents, aber auch für alle, die im Sport oder Leben Rückschläge einstecken müssen.

Am Ende bleibt Olamide Zaccheaus mehr als nur ein Name auf dem Roster der Chicago Bears. Er steht für Beharrlichkeit, Teamgeist und die Fähigkeit, Chancen zu nutzen, wenn sie sich bieten. Seine Karriere zeigt: In der NFL zählt nicht nur Talent, sondern auch Charakter – und genau das hat ihn dorthin gebracht, wo er heute steht.

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