Tre’ McKitty steht aktuell ohne NFL-Team da. Nach Stationen bei den Chargers, Bills und Browns sucht der vielseitige Tight End erneut nach einer Chance in der Liga. Doch seine Geschichte ist mehr als eine Liste von Entlassungen. Sie erzählt von Ehrgeiz, Anpassung und dem Willen, immer wieder aufzustehen – egal wie steinig der Weg auch wird.
In einer Liga, in der sich die Besten der Besten durchsetzen, ist der Weg von McKitty ein ständiger Balanceakt. Mit 1,93 Meter und 111 Kilo bringt er alles mit, was ein moderner Tight End braucht. Doch der Kampf um einen Stammplatz ist hart – besonders für Spieler, die nie den ganz großen Durchbruch geschafft haben. McKitty hat in den letzten Jahren mehr als einmal gezeigt, dass er bereit ist, für seinen Traum zu kämpfen. Seine Vielseitigkeit ist dabei Fluch und Segen zugleich: Er kann blocken, fangen, sich ins Team einfügen. Doch genau diese Flexibilität macht es ihm schwer, sich als Spezialist zu behaupten.
Wie kam es so weit? Der Blick zurück zeigt: Tre’ McKitty ist ein Spieler, der seine Chancen sucht, wo immer sie sich bieten – und der auch nach Rückschlägen nicht aufgibt. Dieser rote Faden zieht sich durch seine gesamte Karriere.
Von Florida auf die große Bühne – McKittys frühe Jahre
Der Grundstein für McKittys Karriere wurde schon in Florida gelegt. Aufgewachsen in Wesley Chapel, zeigte er schon früh, dass er mehr wollte als Durchschnitt. Nach seinem ersten Jahr an der High School zog es ihn zur IMG Academy – eine der besten Talentschmieden des Landes. Dort fing er im Abschlussjahr 25 Pässe für 341 Yards und vier Touchdowns. Wer an der IMG Academy glänzt, hat das Zeug für mehr. McKitty wusste das – und nutzte jede Trainingseinheit, um sich zu verbessern.
Der Wechsel zur renommierten Sportschule war kein Selbstläufer. McKitty musste sich gegen die besten Talente des Landes behaupten. Die Konkurrenz war groß, doch er biss sich durch. Die Statistiken aus seinem Abschlussjahr sprechen für sich: 341 Yards und vier Touchdowns – für einen Tight End auf High-School-Niveau ein echtes Ausrufezeichen. Diese Leistung war das Sprungbrett für den nächsten Schritt: das College-Football-Abenteuer.
Für das College entschied sich McKitty für die Florida State University. Die Seminoles waren damals ein Team mit großem Namen – und McKitty wollte sich auf der großen Bühne beweisen. Schon in seinem ersten Jahr stand er im Kader, auch wenn die Einsatzzeiten noch überschaubar waren. Doch McKitty war nie der Typ, der sich mit einer Nebenrolle zufriedengibt. Seine Entwicklung bei den Seminoles zeigt, wie sehr er bereit ist, an sich zu arbeiten.
College-Football als Härtetest – Lernen, wachsen, weitermachen
In den drei Jahren bei Florida State zeigte McKitty, dass er mehr sein kann als nur ein Backup. Im zweiten Jahr fing er 26 Pässe für 256 Yards und zwei Touchdowns. Im dritten Jahr kamen noch einmal 23 Receptions und 241 Yards dazu. McKitty wurde zu einer verlässlichen Anspielstation, brachte sich im Laufspiel ein und zeigte, dass er auch in schwierigen Situationen gebraucht werden kann. Gleichzeitig schloss er sein Studium in Kriminologie ab – ein Beweis dafür, dass er auch abseits des Feldes Ziele verfolgt.
Doch McKitty wollte mehr. Nach drei Jahren bei den Seminoles suchte er eine neue Herausforderung und wechselte als Graduate Transfer zur University of Georgia. In einem neuen System, mit neuen Coaches und neuen Mitspielern, musste er sich wieder beweisen. Sechs Receptions für 108 Yards und ein Touchdown – auf dem Papier keine überragenden Werte. Doch McKitty zeigte, dass er flexibel ist, sich auf neue Situationen einstellen kann und auch in einem Team mit vielen Stars seinen Platz findet.
Die College-Jahre waren für McKitty ein echter Härtetest. In drei Jahren bei Florida State und einem Jahr bei Georgia lernte er, was es heißt, sich immer wieder zu beweisen. Mal als Starter, mal als Rotationsspieler – McKitty ließ sich nie hängen, sondern arbeitete weiter an sich. Diese Erfahrung sollte ihm auf dem Weg in die NFL helfen.
Der Sprung ins Profigeschäft – Startschuss, Rückschläge und neue Chancen
Der Traum von der NFL wurde für McKitty wahr, als er im Draft in der dritten Runde von den Los Angeles Chargers ausgewählt wurde. Für einen Tight End ohne große College-Stats ist das kein Selbstläufer. Doch die Chargers setzten auf sein Potenzial. In seiner ersten Saison sammelte er Erfahrung, wurde vor allem als Blocker eingesetzt und fing seine ersten NFL-Pässe. Insgesamt stehen nach seinen ersten Jahren 16 Receptions für 117 Yards in den Büchern. Keine Zahlen, die für Schlagzeilen sorgen – aber auch keine, die ihn aus dem Rennen werfen.
Die Konkurrenz auf der Tight-End-Position ist groß. McKitty musste sich hinter erfahreneren Spielern anstellen, bekam aber immer wieder seine Chancen. Besonders gefragt war seine Vielseitigkeit: Als Blocker im Laufspiel, als Ziel im Kurzpassspiel, als Teil der Special Teams. Doch die NFL ist ein Geschäft mit kurzer Halbwertszeit. Nach zwei Jahren bei den Chargers kam das Aus. Für viele wäre das das Ende gewesen. Für McKitty war es nur der nächste Schritt.
Nach seiner Zeit bei den Chargers fand sich McKitty im Practice Squad der Buffalo Bills wieder. Auch hier galt: Erst beweisen, dann hoffen. Er unterschrieb einen Reserve/Future-Vertrag, wurde aber wenig später wieder entlassen. Die nächste Station folgte mit den Cleveland Browns. Wieder Practice Squad, wieder Reserve/Future-Vertrag – und wieder das Aus, bevor die neue Saison überhaupt begann.
Station | Jahre | Rolle | Statistiken (NFL) |
---|---|---|---|
Los Angeles Chargers | 3 Saisons | Tight End, Blocker | 16 Receptions, 117 Yards |
Buffalo Bills | 1 Saison | Practice Squad | Keine Einsätze |
Cleveland Browns | 1 Saison | Practice Squad | Keine Einsätze |
Die Tabelle zeigt: McKittys NFL-Karriere ist geprägt von Wechseln und kurzen Engagements. Doch genau darin liegt seine Stärke. Er bleibt dran, hält sich fit und ist bereit, wenn sich eine neue Chance ergibt.
McKitty als Kämpfer – Familie, Ausbildung und der Blick nach vorn
Der Weg durch die NFL ist für McKitty kein Sprint, sondern ein Marathon. Seine Familie mit jamaikanischen Wurzeln hat ihm früh beigebracht, Rückschläge als Ansporn zu nehmen. Vielleicht ist das der Grund, warum er sich nie unterkriegen lässt. Auch die Ausbildung abseits des Footballfelds spielt eine Rolle. Mit einem Abschluss in Kriminologie hat McKitty ein zweites Standbein – für den Fall, dass der Football-Traum doch endet.
Die Verbindung zur Heimat bleibt für ihn wichtig. Wesley Chapel und die IMG Academy sind mehr als nur Stationen auf seiner Landkarte. Sie sind der Ursprung seiner Motivation, immer wieder das Beste aus sich herauszuholen. Freunde, Familie und frühere Trainer berichten immer wieder von einem Spieler, der nie aufgibt und immer an sich glaubt. Das zeigt sich auch in seinem Umgang mit Rückschlägen: Nach jeder Entlassung steht McKitty wieder auf, trainiert weiter und wartet auf den nächsten Anruf aus der NFL.
Was bringt die Zukunft? Als Free Agent ist McKitty offen für neue Angebote. Seine Fitness ist intakt, Verletzungen haben ihn zuletzt nicht zurückgeworfen. Coaches schätzen seine Einstellung und seine Bereitschaft, jede Rolle im Team zu übernehmen. Vielleicht wartet irgendwo ein Team, das genau so einen Spieler braucht – einen, der sich nicht zu schade ist, für das Team zu arbeiten, und der immer bereit ist, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen.
Persönliche Daten | Wert |
---|---|
Größe | 1,93 m |
Gewicht | 111 kg |
Geburtsort | Wesley Chapel, Florida |
Abschluss | Kriminologie |
College-Teams | Florida State, Georgia |
NFL-Teams | Chargers, Bills, Browns |
Die Übersicht zeigt, wie breit McKitty aufgestellt ist – sportlich wie privat. Das macht ihn für viele Teams interessant, auch wenn der große Durchbruch bislang ausgeblieben ist.
Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben
Tre’ McKitty steht für all jene NFL-Spieler, die nie den leichten Weg gehen. Seine Karriere ist kein Märchen, sondern ein ständiges Ringen um Chancen. Wer ihn beobachtet, sieht einen Spieler, der bereit ist, jeden Tag an sich zu arbeiten. Er hat gelernt, dass es im Profigeschäft selten Garantien gibt – aber immer Möglichkeiten. McKittys Geschichte ist noch nicht zu Ende. Vielleicht wartet der nächste Anruf schon morgen, vielleicht muss er sich noch einmal beweisen. Doch eins steht fest: Wer so oft zurückkommt wie er, hat im Football immer eine Chance verdient.