Trey Kiser ist aktuell Free Agent. Kein NFL-Team, keine Rolle, keine Gewissheit, wie es weitergeht. Doch wer Kiser kennt, weiß: Dieser Linebacker lässt sich nicht so schnell abschreiben. Sein Weg ist geprägt von Rückschlägen – aber auch von unerschütterlichem Einsatz, Vielseitigkeit und dem festen Glauben an eine zweite Chance. Kiser steht für all jene Spieler, die immer wieder aufstehen, wenn sie am Boden liegen.
Die NFL ist ein Haifischbecken. Gerade für Undrafted Free Agents wie Kiser ist jeder Tag ein Test, jede Trainingseinheit ein Vorstellungsgespräch. Nach kurzen Stationen bei den Jacksonville Jaguars und New York Giants steht Kiser wieder am Scheideweg. Doch Aufgeben passt nicht zu seinem Lebenslauf. Seine Geschichte ist ein Lehrstück in Sachen Beharrlichkeit – und ein Paradebeispiel dafür, wie viel Leidenschaft im American Football steckt.
Wer ist Trey Kiser wirklich? Was macht ihn aus? Und warum ist sein Traum von der NFL noch lange nicht vorbei?
Vom Außenseiter zum Hoffnungsträger – Kiser’s Kampf um die NFL
Der aktuelle Status als Free Agent ist für Trey Kiser kein Neuland. Schon sein Start in die NFL verlief anders als geplant. Nach dem College bekam er keinen Draft-Spot, musste sich über Probetrainings und Rookie-Minicamps ins Rampenlicht spielen. Zwei Teams gaben ihm eine Chance – beide Male folgte die schnelle Entlassung. Für viele wäre das das Ende gewesen. Für Kiser war es nur ein weiteres Kapitel auf einem Weg, der schon immer steinig war.
Sein Durchhaltevermögen ist kein Zufall. Kiser kennt das Gefühl, unterschätzt zu werden. Schon in der High School in Oklahoma galt er nie als der größte Star, aber als einer, der alles für sein Team gibt. Die NFL ist für ihn nicht nur ein Ziel – sie ist die logische Konsequenz seines Lebensstils: immer bereit, immer am Limit, immer mit dem Willen, sich zu beweisen. Diese Mentalität hat ihn von Anfang an begleitet und ist auch jetzt sein größtes Kapital.
Die Frage, die sich stellt: Was treibt einen Spieler wie Kiser immer wieder an, wenn die Türen scheinbar verschlossen bleiben? Die Antwort liegt in seiner Biografie – und in seiner Art, Football zu leben.
Der lange Weg – Vier Jahre Anlauf von Oklahoma bis zur NFL-Chance
Der Grundstein für Kiser’s Weg wurde schon früh gelegt. In Sulphur, Oklahoma, wuchs er in einer Kleinstadt auf, in der Football mehr als nur ein Sport ist. Schon als Teenager sammelte er auf dem Platz Yards und Touchdowns, wie andere Briefmarken sammeln. In seiner High School-Zeit brachte er es auf 3.232 Rushing-Yards und 47 Touchdowns – Werte, die selbst an Football-verrückten Schulen herausragen. Doch Kiser wollte mehr als nur lokale Erfolge.
Der Wechsel aufs College war der nächste große Schritt. Zunächst landete er an der Northeastern Oklahoma A&M, wo er als Verteidiger schnell zum Leistungsträger reifte. 46 Tackles und fünf Tackles für Raumverlust in nur acht Spielen sprechen für sich. Schon hier zeigte sich seine Vielseitigkeit: Egal ob als Linebacker, in der Secondary oder in den Special Teams – Kiser war überall zu finden, wo es weh tut und Einsatz gefragt ist.
Doch der Weg in die NFL führt selten über Abkürzungen. Kiser entschied sich für einen Wechsel zur University of South Alabama. Dort musste er sich neu beweisen – und tat es eindrucksvoll. Im ersten Jahr kam er auf 35 Tackles, ein Jahr später schon 75, dazu elf Tackles für Raumverlust und mehrere Sacks. In seiner letzten College-Saison sammelte er weitere 68 Tackles, fast zehn Tackles für Raumverlust und zeigte, dass er auch als Passverteidiger Akzente setzen kann.
College-Saison | Spiele | Tackles (Solo) | Tackles für Raumverlust | Sacks | Passabwehr | Fumble Recovery |
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2019 (NEO A&M) | 8 | 46 | 5 | 0 | 1 | 0 |
2021 (South Alabama) | 12 | 35 | 1 | 1 | 0 | 0 |
2022 (South Alabama) | 13 | 75 | 11 | 2 | 1 | 1 |
2023 (South Alabama) | 13 | 68 | 9,5 | 2,5 | 2 | 0 |
Die Zahlen zeigen: Kiser war nie der Spieler, der sich mit einer Position zufriedengibt. Er wollte immer mehr – und er hat geliefert. Doch die NFL ist ein anderes Pflaster. Hier zählt nicht nur, was du gestern geleistet hast. Hier musst du jeden Tag neu überzeugen.
Der Schritt vom College-Football zur NFL ist für viele der schwierigste Moment ihrer Karriere. Für Kiser war es ein Sprung ins kalte Wasser. Ohne Draftplatz, ohne Sicherheit, aber mit dem festen Willen, die letzte Hürde zu nehmen. Dass er als Undrafted Free Agent unterschrieben hat, passt ins Bild: Immer wieder unterschätzt, immer wieder bereit, das Gegenteil zu beweisen.
Zwei Entlassungen, kein Rückzug – Football als Lebensaufgabe
Der Sommer nach dem College war für Kiser ein Drahtseilakt. Erst die Chance bei den Jacksonville Jaguars – dann die Entlassung, bevor es richtig losging. Doch statt sich zu verstecken, suchte er die nächste Gelegenheit. Die New York Giants gaben ihm einen weiteren Vertrag, wieder als Undrafted Free Agent. Doch auch dort blieb der große Durchbruch aus. Zwei Entlassungen in kürzester Zeit – für die meisten das Ende jeder Hoffnung.
Kiser sieht das anders. Für ihn ist jeder Rückschlag eine Einladung, noch härter zu arbeiten. Was ihn von anderen unterscheidet, ist nicht nur seine Vielseitigkeit – Linebacker, Special Teamer, Allrounder – sondern auch seine Einstellung. Er weiß, dass es in der NFL nicht nur auf Talent ankommt, sondern vor allem auf Einsatz und die Bereitschaft, sich ständig zu verbessern. Kiser steht morgens auf, um besser zu werden – nicht, um aufzugeben.
Seine College-Stats zeigen, dass er auf dem Feld abliefert. Aber es sind die Geschichten abseits des Platzes, die ihn ausmachen. Teamkollegen beschreiben ihn als "unermüdlichen Arbeiter", Coaches loben seine Lernbereitschaft. Und auch wenn es keine öffentlichen Statements von ihm gibt, spricht sein Handeln eine klare Sprache: Kiser will es schaffen – koste es, was es wolle.
Jeder Tag ohne Team ist für einen Spieler wie Kiser eine neue Herausforderung. Doch genau das ist seine Stärke: Er bleibt dran, sucht die nächste Chance, egal wie oft er zurückgeworfen wird. Für viele ist das nur eine Floskel – für Kiser ist es ein Lebensmotto.
Noch nicht am Ziel – Wie geht es 2025 weiter?
Aktuell steht Trey Kiser ohne Vertrag da. Kein Team, keine Rolle, keine Sicherheit. Doch wer ihn kennt, weiß: Dieser Abschnitt ist noch nicht das Ende. Mit 1,83 Metern und 102 Kilogramm bringt er die körperlichen Voraussetzungen für die NFL mit. Seine College-Leistungen sprechen für sich: 178 Tackles, über 21 Tackles für Raumverlust, dazu Sacks, Passabwehr, Fumble Recoveries. Was ihm fehlt, ist die große Bühne – nicht der Wille, sie zu betreten.
Viele NFL-Teams suchen nach Spielern, die nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Training alles geben. Practice Squads, Special Teams, alternative Ligen wie XFL oder USFL – für Kiser gibt es viele Wege, sich wieder ins Rampenlicht zu spielen. Seine Ausbildung in interdisziplinären Studien zeigt, dass er auch abseits des Feldes bereit ist, neue Wege zu gehen. Doch sein Herz schlägt für Football – und das spürt jeder, der ihn erlebt hat.
Die Zukunft ist offen. Vielleicht kommt das Angebot eines NFL-Teams, vielleicht muss Kiser einen Umweg über andere Ligen gehen. Doch eines ist klar: Wer so oft zurückgeworfen wird und trotzdem immer wieder aufsteht, der verdient eine weitere Chance. Kiser bleibt ein Beispiel für Leidenschaft und Einsatz – und für die Hoffnung, dass sich harte Arbeit am Ende auszahlt.
Kurzprofil: Trey Kiser | |
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Geburtsort | Norman, Oklahoma |
Geburtsjahr | 2000 |
Größe | 1,83 m |
Gewicht | 102 kg |
High School | Sulphur High School (OK) |
College | Northeastern Oklahoma A&M / South Alabama |
Position | Linebacker / Special Teams |
Die Zahlen helfen, Kiser als Spieler einzuordnen. Doch seine wahre Stärke liegt im Charakter. Wer Kiser beobachtet, erkennt einen Footballer, der für seinen Traum alles gibt – egal wie oft er scheitert. Sein Weg ist noch nicht zu Ende. Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich die Tür zur NFL noch einmal öffnet. Doch schon jetzt steht fest: Trey Kiser ist mehr als nur eine Nummer im Kader. Er ist der Inbegriff des Kämpfers, der nie aufgibt.