Brian Schottenheimer hat nach der 31:34-Niederlage der Dallas Cowboys bei den Baltimore Ravens am 27. September in Rio de Janeiro die Verantwortung für das Ende des Spiels übernommen. Der Head Coach sagte bei seiner Pressekonferenz am 29. September, er habe in den letzten 28 Sekunden nicht gut gearbeitet und die Gewinnchance seiner Mannschaft beschädigt. Am selben Morgen hatte Besitzer und General Manager Jerry Jones im Radio erklärt, dass ihn keine Erklärung für die Entscheidungen in dieser Phase zufriedenstellt.
Was in den letzten 28 Sekunden passierte
Dallas lag 28:31 zurück und hatte 23 Sekunden vor Schluss ein First Down an der 2-Yard-Linie der Ravens. Dak Prescotts Pass in die End Zone blieb unvollständig, dann warfen die Cowboys sich mit einem False Start von Tight End Luke Schoonmaker selbst zurück. Prescott lief bis zur 5-Yard-Linie, und Schottenheimer nahm sein letztes Timeout, 14 Sekunden standen noch auf der Uhr. Weil die Uhr danach nicht mehr anzuhalten war, hatte der Coach seinem Quarterback zwei Möglichkeiten gegeben: ein schneller Pass zu George Pickens oder den Ball wegwerfen. Prescott warf ihn weg, der Spielzug dauerte vier Sekunden.
Brandon Aubrey glich mit einem 23-Yard-Field-Goal zum 31:31 aus, es blieben sieben Sekunden. Die Cowboys ließen Aubrey den Kickoff durch die End Zone schießen, Baltimore übernahm an der eigenen 35-Yard-Linie. Lamar Jackson fand Zay Flowers für 27 Yards, die Ravens nahmen bei noch einer Sekunde ein Timeout, und Tyler Loop traf aus 56 Yards zum Sieg.
Brian Schottenheimer über Dak Prescott und die Absprachen
Schottenheimer nannte zwei Fehler. Der erste liegt beim Wegwurf im dritten Versuch: Er habe Prescott „overcoached“, ihm also zu viel mitgegeben. Ein Wort, das er dem Quarterback gesagt habe, habe diesen in eine Denkweise versetzt, in der er normalerweise nicht spiele. Prescott habe leichten Druck gespürt und den Ball weggeworfen. Welches Wort es war, verrät der Coach nicht, es gehe auch um Schema-Details. Er vertraue Prescott vollständig, beide hätten schon im Flugzeug darüber gesprochen.
Der zweite Fehler betrifft die Zeit danach. In diesem Moment sei er nicht mehr Play-Caller gewesen, sondern Head Coach, sagte Schottenheimer. Die Abstimmung mit Special-Teams-Coordinator Nick Sorensen und Ryan Feeder, der für Game Management zuständig ist, sei nicht gut genug gewesen. Das beginne bei ihm, so etwas dürfe nicht wieder passieren.
Jerry Jones und Brian Schottenheimer nach dem Spiel in Rio
Jones sagte im Sender 105.3 The Fan, es gebe keine Erklärung, mit der man zufrieden sei, und auch die Trainer hätten keine. Fehler seien gemacht worden, nun gehe es darum auszuwerten, wie sich das vermeiden lässt. Zurückholen könne man den Moment nicht, nur daraus lernen. Ein Sieg hätte dem starken Comeback des Teams Schwung gegeben, sagte er. Dallas stehe erst am Anfang einer Saison, die er sich aufregend wünsche.
Schottenheimer beschrieb sein Gespräch mit Jones als gut. Der Besitzer habe den Fehler verstanden und ihm sinnvollen Rat gegeben, beide seien sich einig. Der Head Coach ist in seiner zweiten Saison in dieser Rolle, davor arbeitete er 25 Jahre lang als Assistent in der NFL. Christian Parker (34) arbeitet zum ersten Mal als Defensive Coordinator.
Dallas steht nach drei Spielen bei 1:2 und liegt in der NFC East hinter den Giants und den Eagles, die beide 2:1 haben. Am 4. Oktober treten die Cowboys bei den Houston Texans an, die noch sieglos sind.
