Die Indianapolis Colts haben sich von General Manager Chris Ballard getrennt. Mitbesitzerin Carlie Irsay-Gordon bestätigte die Entscheidung am Montag. Indianapolis beginnt damit während der laufenden Saison die Suche nach einem Nachfolger – nach Jahren, in denen die Mannschaft den eigenen sportlichen Ansprüchen selten gerecht wurde.

Warum die Colts Chris Ballard jetzt entlassen

Carlie Irsay-Gordon will die Suche nach einer neuen sportlichen Führung während der laufenden Saison beginnen. Die Mitbesitzerin der Indianapolis Colts begründete die Entlassung am Montag mit dem Anspruch, um Meisterschaften mitzuspielen. Dafür hält sie einen Führungswechsel für notwendig. Bis zur Offseason zu warten, würde aus ihrer Sicht nur die Arbeit verzögern, die jetzt beginnen müsse.

Die Entscheidung fällt nach einem Start mit zwei Siegen und vier Niederlagen. Tags zuvor hatten die Colts gegen die bis dahin sieglosen Tennessee Titans eine 13:0-Pausenführung verspielt und zu Hause 20:26 verloren. Damit endet die Amtszeit von Chris Ballard bereits in den ersten Wochen seiner zehnten Saison als General Manager.

Ed Dodds übernimmt laut ESPN bis zum Saisonende

Für das restliche Jahr sollen Kaderplanung und Trainerstab getrennt geführt werden. Wie ESPN-Reporter Stephen Holder berichtet, übernimmt Assistant General Manager Ed Dodds bis zum Saisonende die Leitung der Personalabteilung. Head Coach Shane Steichen und seine Assistenten berichten demnach direkt an die Eigentümerseite.

Wer den Posten dauerhaft bekommt, ist noch offen. Irsay-Gordon kündigte eine gründliche Suche an und will sich für die Wahl der nächsten Führungsperson die nötige Zeit nehmen. An den Erwartungen an die Mannschaft ändere die Entlassung nichts: Sie verlangt auch für den Rest dieser Saison Fortschritte und Siege.

Chris Ballard hinterlässt fünf Jahre ohne Playoffs

Unter Chris Ballard gelang es den Colts seit der Saison 2020 nicht mehr, die Playoffs zu erreichen. Besonders nah schien die Rückkehr im vergangenen Jahr: Auf einen Start mit acht Siegen aus zehn Spielen folgten sieben Niederlagen in Serie. Der erneute Fehlstart in dieser Saison schließt damit an einen Einbruch an, der schon vor der jetzigen Entlassung lag.

Ballard hatte den Posten 2017 übernommen. In seiner Amtszeit erreichten die Colts zweimal die Playoffs, 2018 und 2020, und gewannen dort ein Spiel. Ein Titel in der AFC South blieb aus. Gemessen an dem von Irsay-Gordon genannten Meisterschaftsanspruch fehlte Indianapolis damit über Jahre schon der regelmäßige Zugang zur Postseason.