Die NFL hat verschärft, was auf den Anzeigetafeln im Stadion laufen darf, während ein Field Goal oder ein Extra Point getreten wird. ESPN beruft sich auf ein Rundschreiben, das am 7. September an alle Klubs ging: Sie müssen auf ihren Tafeln dasselbe unbewegte Bild oder dieselbe Kameraeinstellung zeigen, egal welche Mannschaft gerade tritt. Wer dagegen verstößt, muss mit Sanktionen rechnen.
Was sich auf den Anzeigetafeln jetzt ändert
Die Vorgabe für Kicks gilt seit Langem, war bisher aber weiter gefasst. Während eines Kicks mussten Anzeigetafeln und Ribbon Boards, also die schmalen Bänder an den Rängen, entweder ein unbewegtes Bild zeigen oder eine All-22-Einstellung: den Blick von der hohen Seitenlinie oder aus der hohen End Zone. Blinkende, flackernde und bewegte Bilder und Schriften waren schon bisher untersagt.
Was fehlte, war die Pflicht zur Gleichbehandlung. Ein Klub durfte beim gegnerischen Kicker etwas anderes einblenden als beim eigenen, solange beide Bilder für sich genommen erlaubt waren. Genau das geht jetzt nicht mehr. Die Liga begründet die Änderung damit, dass für beide Teams dieselben Bedingungen gelten sollen.
Was Ryan Paganetti in alten Übertragungen fand
Den Anstoß gab kein Klub und kein Schiedsrichter, sondern ein Beitrag beim Kurznachrichtendienst X. Ryan Paganetti, früher Analytics Coach bei den Philadelphia Eagles, den Jacksonville Jaguars und den Las Vegas Raiders, hat sich Anfang September mehr als ein Jahrzehnt an Fernsehübertragungen der New England Patriots vorgenommen, aus der Zeit von Bill Belichick, der dort von 2000 bis 2023 Head Coach war.
Sein Befund: Trat ein gegnerischer Kicker im Gillette Stadium zum Versuch an, lief auf der Anzeigetafel eine spiegelverkehrte All-22-Ansicht des Kicks. Weil die Tafel dort hinter den Torstangen steht, hatte ein Kicker beim Anlauf ein zweites, versetztes Paar Torstangen im Blick: eine optische Täuschung. Bei den 52 eigenen Kicks der Patriots, die Paganetti untersucht hat, tauchte diese Ansicht kein einziges Mal auf. Der Beitrag steht inzwischen bei annähernd 17 Millionen Aufrufen.
Anzeigetafeln hinter den Torstangen: Was für die Klubs gilt
Die Liga stellt klar, dass die Patriots damals im Rahmen der Regeln gehandelt haben. Auch andere Klubs, deren Anzeigetafeln hinter den Torstangen stehen, haben nach Darstellung der NFL mit ihren Einblendungen experimentiert, und auch das war zu dieser Zeit erlaubt.
Wenn du beim nächsten Field Goal im Stadion auf die Tafel schaust, siehst du dasselbe Bild, egal welches Team gerade tritt. Wie stark ein solcher Anblick einen Kicker wirklich stört, ist damit nicht beantwortet, und die Liga sagt dazu nichts. Offen bleibt auch, welche Strafe bei einem Verstoß konkret droht und ob einzelne Klubs ihre Tafeln bereits umgestellt haben. Die Patriots haben sich zu dem Vorgang nicht geäußert.
