Quenton Nelson steht nach Berichten von Adam Schefter und Ian Rapoport vor einem Wechsel zu den Seattle Seahawks. Für Seattle wäre der Trade mit den Indianapolis Colts eine Gelegenheit, die Offensive Line noch während der Saison mit einem mehrfachen All-Pro zu verstärken.

Zwei Draftpicks für Quenton Nelson

Die Seattle Seahawks und die Indianapolis Colts haben sich nach Berichten von ESPN-Reporter Adam Schefter und NFL-Network-Insider Ian Rapoport auf einen Trade von Quenton Nelson geeinigt. Indianapolis soll dafür einen Drittrundenpick 2027 und einen Fünftrundenpick 2028 erhalten. Eine offizielle Bekanntgabe beider Teams steht noch aus.

Seattle würde damit einen Guard bekommen, der seit seinem Einstieg in die NFL zu den prägenden Spielern auf dieser Position gehört. Nelson wurde in jeder seiner ersten acht Saisons in den Pro Bowl gewählt und dreimal ins First-Team All-Pro. Die Colts hatten ihn 2018 an sechster Stelle gedraftet; mit 30 Jahren steht er nun vor seinem ersten Teamwechsel.

Die Seahawks müssen ihre Guards neu aufstellen

Für Seattles Offensive Line wäre Nelson eine Verstärkung mit einer konkreten Frage für die Aufstellung: Er hat in der NFL bislang ausschließlich Left Guard gespielt. Dort startet bei den Seahawks Grey Zabel, während Anthony Bradford rechts spielt. Zabel hat am College auch als Right Guard gespielt. Welche Position er nach dem gemeldeten Trade übernehmen soll, ist aber noch nicht bekannt.

Mehr Stabilität vor Quarterback Sam Darnold kann Seattle gebrauchen. Bei den Niederlagen gegen San Francisco und Denver ließ die Offensive Line zusammen zehn Sacks zu. Gegen Kansas City blieb Darnold anschließend ohne Sack. Der Sieg brachte die Seahawks auf vier Siege bei drei Niederlagen.

Quenton Nelson hat einen auslaufenden Vertrag

Über die laufende Saison hinaus ist Nelsons Zukunft offen. Vor Saisonbeginn kam mit Indianapolis keine Vertragsverlängerung zustande, im März kann er Free Agent werden. Seattle würde die beiden Picks damit zunächst für einen Spieler abgeben, dessen Vertrag nach dieser Saison endet. Eine neue Vereinbarung mit den Seahawks ist nicht bekannt.

Bei den Colts fällt der gemeldete Abschied in eine Phase personeller Veränderungen. Indianapolis steht bei zwei Siegen und fünf Niederlagen und entließ am 19. Oktober General Manager Chris Ballard. Ed Dodds übernahm vorläufig. Mit Nelson würde nun ein langjähriger Starter die Offensive Line verlassen; wer ihn dort ersetzt, ist noch nicht bekannt.