Die NFL hat Jed York, den Besitzer der San Francisco 49ers, für sechs Spiele gesperrt und mit einer Geldstrafe von 500.000 Dollar belegt. Anlass ist Yorks Festnahme im August in Ohio, bei einem verdeckten Polizeieinsatz gegen Prostitution. Die Liga wertet den Fall als Verstoß gegen die Personal Conduct Policy, ihre Verhaltensregeln. Bekannt gegeben hat sie die Strafe am 2. Oktober, drei der sechs Spiele gelten bereits als abgesessen.
Warum die NFL Jed York sperrt
Festgenommen wurde York am 23. August von der Polizei von East Palestine und der Mahoning Valley Human Trafficking Task Force, einer Einheit gegen Menschenhandel. Laut den Gerichtsakten, die ESPN vorliegen, soll York unter falschem Namen auf eine verdeckt geschaltete Anzeige auf einer einschlägigen Website geantwortet und Sex gegen Geld verabredet haben.
Angeklagt wurde er zunächst wegen Inanspruchnahme von Prostitution und wegen Besitzes von Tatwerkzeugen, beides minder schwere Vergehen. Im Zuge einer Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der erste Vorwurf in Störung der öffentlichen Ordnung umgewandelt. York plädierte in beiden Punkten auf „no contest“, bestritt die Vorwürfe also nicht. Er zahlte 1.150 Dollar Geldstrafe, die Haftstrafe von einem Tag galt bereits als verbüßt. Nach der Festnahme war er gegen eine Kaution von 5.000 Dollar freigekommen.
Jed York entschuldigt sich bei Team und Fans
In einer von den 49ers verbreiteten Erklärung sagte York, er akzeptiere die Entscheidung der Liga vollständig. Er bat seine Familie, die Spieler, Coaches und Angestellten des Teams sowie Fans und Partner um Entschuldigung. Sein Verhalten nannte er einen unentschuldbaren Fehler, für den er die volle Verantwortung trage und der nicht seinen Werten entspreche. Seinen Söhnen wolle er nun zeigen, dass man zu seinen Fehlern steht. Das Vertrauen müsse er sich erst wieder verdienen.
Was die Sperre für die 49ers bedeutet
Angerechnet werden York die ersten drei Saisonspiele, bei denen er fehlte. Nach einem Bericht von ESPN-Insider Adam Schefter aus dem September war York beim Saisonauftakt gegen die Los Angeles Rams, den die 49ers in Melbourne spielten, zwar in der Stadt, besuchte das Spiel aber nicht. Bei den Heimspielen gegen die Miami Dolphins und die Arizona Cardinals im Levi's Stadium war er ebenfalls nicht dabei. Drei Spiele bleiben damit noch.
York führt das Tagesgeschäft der 49ers seit 2008, als er die Leitung von seinen Eltern übernahm, und ist seit 2024 Haupteigentümer. Head Coach Kyle Shanahan sagte, mit der Entscheidung wisse das Team jetzt, woran es sei: Drei Wochen arbeite man schon so, drei weitere kämen dazu. Am sportlichen Betrieb ändere sich nichts. Wollten er und General Manager John Lynch in dieser Zeit eine große Personalentscheidung wie einen Trade treffen, würden sie wohl Yorks Vater John York informieren. Die Eigentümer hätten solche Entscheidungen aber immer ihm und Lynch überlassen und noch nie einen Trade abgelehnt, den die beiden für richtig hielten.
Zurückkehren darf York am 20. Oktober, einen Tag nach dem Spiel der 49ers gegen die Washington Commanders im Monday Night Football. Am selben Tag beginnt laut AP News in New York die Herbsttagung der Liga. An Treffen der Liga hat York in dieser Saison bislang ebenso wenig teilgenommen wie an Spielen.
