Lamar Jackson geht ohne Extension in die Saison. Adam Schefter berichtet bei ESPN unter Berufung auf Quellen aus der Liga, dass es vor dem Auftakt der Baltimore Ravens keinen neuen Vertrag für den Quarterback gibt und auch danach keiner ansteht. Vor zwei Jahren hatten die Dallas Cowboys ihre Vertragseinigung mit Dak Prescott noch am Tag des Auftakts fertig bekommen. Bei den Ravens läuft es anders.
Ernsthaft verhandelt haben beide Seiten bislang gar nicht. Zu einem langfristigen Vertrag, der Jackson die Aussicht geben würde, seine Karriere in Baltimore zu beenden, gab es keine substanziellen Gespräche. Und das, obwohl das Team bereit wäre, ihn zum bestbezahlten Quarterback der Liga zu machen. Jackson ist nach den Quellen des Berichts auf das Spiel und die Saison konzentriert und spricht ungern über seinen Vertrag; eine Verhandlungstaktik steckt darin nicht. Den eigentlichen Grund für seine Zurückhaltung nennt Schefter ausdrücklich nicht.
Dass Jackson während der laufenden Saison nicht über seinen Vertrag spricht, ist bei ihm nichts Neues. Und die Saison beginnt für Baltimore am 13. September in Indianapolis.
Bisciotti wollte die Sache vor der Free Agency klären
Auf Seiten der Ravens ist die Haltung öffentlich bekannt. Besitzer Steve Bisciotti hat gesagt, dass er den zweimaligen MVP halten und ihm den höchsten Vertrag geben will, den je ein Quarterback in der NFL bekommen hat. In der Liga halten viele es für möglich, dass Jackson der erste Spieler wird, der bei 70 Millionen Dollar pro Jahr landet. Diese Zahl steht in keinem Angebot, sie beschreibt die Erwartung.
Schon im Januar hatte Bisciotti gesagt, dass ihm an einer frühen Lösung liegt. Er wolle nicht mit einer offenen Vertragsfrage in die Free Agency gehen, das habe er Jackson deutlich gemacht, und er hoffe, dass sich die Sache nicht wieder bis in den April ziehe. Für General Manager Eric DeCosta sei es sehr schwer, einen Kader zu bauen, solange dieser Punkt nicht geklärt ist.
Seit diesen Aussagen sind fast acht Monate vergangen, passiert ist in der Sache nichts.
Was der Vertrag von Lamar Jackson 2027 bedeutet
Der 29-Jährige steht im vierten Jahr eines Fünfjahresvertrags über 260 Millionen Dollar, von denen 185 Millionen garantiert sind. Er läuft bis zum Ende der kommenden Saison, die Ravens haben also keinen akuten Zeitdruck. Aber sie haben ein Problem mit dem Salary Cap.
Der Cap Hit von Lamar Jackson springt 2027 auf 84,3 Millionen Dollar. Tragen könnte Baltimore das, ideal ist es nicht, denn das Team liegt für 2027 ohnehin voraussichtlich rund 40 Millionen Dollar über dem Salary Cap. Eine Extension ist der naheliegendste Weg, diesen Betrag kleiner zu rechnen, weil sich damit Geld in spätere Jahre verschieben lässt. Je länger die Gespräche warten, desto mehr hängt für beide Seiten daran.
Lamar Jackson über seine Saison
Der Quarterback selbst hat sich am 8. September dazu geäußert, was für ihn ein erfolgreiches Jahr wäre: alles zu gewinnen. Untereinander rede die Mannschaft aber nicht über den Super Bowl, sondern darüber, wie man überhaupt dorthin kommt. Gelungen sei das bisher in keinem Jahr. Es beginne in Week 1, und über den Februar könne man sich Gedanken machen, wenn man wirklich so weit sei.
Jackson ist der einzige aktive Spieler mit mehreren MVP-Awards, der noch keinen Super Bowl gewonnen hat. An dieser Rechnung ändert ein Vertrag nichts, und die Gespräche darüber sind nach Schefters Bericht vertagt, voraussichtlich bis zum Ende der Saison.
