Wer in dieser Saison dreimal gegen eine von fünf besonders hervorgehobenen Sicherheitsregeln verstößt, fehlt seinem Team im nächsten Spiel. NFL und NFLPA haben ihr System der Ahndung von Fouls auf dem Feld überarbeitet und die Neuregelung am 26. August in einer gemeinsamen Erklärung öffentlich gemacht. Sie gilt ab sofort, also bereits für die beginnende Spielzeit.
Der erklärte Zweck ist eine Verschiebung des Schwerpunkts. Bestraft werden soll vor allem, wer eine gefährliche Technik wiederholt einsetzt, und nicht, wem im Wettkampf ein einzelner Fehler unterläuft. An diesem System haben beide Seiten nach eigener Darstellung mehrere Monate gearbeitet.
Diese fünf Regeln stehen jetzt im Fokus
Fünf Regeln nennt die Erklärung namentlich. Sie schützen unmittelbar die Gesundheit der Spieler und heißen Hip Drop Tackle, Horse Collar Tackle, Launching, Hit on a Defenseless Player sowie Blindside Block.
Alle fünf beschreiben Techniken, bei denen ein Gegner den Kontakt entweder nicht kommen sieht oder sich ihm nicht entziehen kann. Neu ist nicht, dass sie verboten sind, sondern was ihre Wiederholung kostet.
Wie NFL und NFLPA die Strafen jetzt staffeln
Drei Verstöße gegen diese fünf Regeln innerhalb einer Saison ziehen eine Spielsperre nach sich. Dabei zählen alle fünf Kategorien zusammen, es müssen also nicht drei verschiedene sein.
In die andere Richtung wirkt eine Rückerstattung. Wer es bei einem einzigen Verstoß aus diesen fünf Kategorien belässt, bekommt am Saisonende die Hälfte seiner Geldstrafe zurück. Bei einem einzelnen Verstoß in einer anderen Kategorie, die für eine Rückerstattung infrage kommt, fließt sogar der volle Betrag zurück. Welche Kategorien das sind, nennt die Erklärung nicht.
Für den Übergang haben sich beide Seiten auf einen Schnitt geeinigt: Alle Spieler starten ohne Vorbelastung in die Saison 2026. Danach greift jedoch eine Zählung über mehrere Jahre, denn Verstöße werden in die folgenden Saisons übertragen. Zugleich sollen Spieler künftig einen klareren und schnelleren Weg haben, die Wirkung früherer Verstöße zu verringern.
Trainer und Klubs kommen mit in die Pflicht
Nähert sich ein Spieler der Schwelle zur Sperre, müssen seine Trainer künftig an seinen Terminen mit der Liga teilnehmen. Die Verantwortung bleibt damit nicht allein bei ihm. Klubs, bei denen sich solche Verstöße häufen, zahlen höhere Geldstrafen.
Auch beim Personal ändert sich etwas. Ron Rivera rückt in den Kreis früherer Spieler, die die Berufungsanhörungen zu Strafen für Vergehen auf dem Feld begleiten. Rivera hat neun Saisons in der NFL gespielt, als Linebacker bei den Chicago Bears, und später die Carolina Panthers und die Washington Commanders als Head Coach betreut.
In ihrer Erklärung begründen NFL und NFLPA den Umbau damit, dass der Ansatz zwischen einzelnen Fehlern und wiederholtem Verhalten unterscheide, das die Gesundheit der Spieler gefährde. Die Sicherheit der Spieler sei eine gemeinsame Verantwortung, und die Änderungen richteten sich auf die Techniken mit dem größten Risiko, während sie zugleich Spieler, Trainer und Klub in die Pflicht nähmen.
Die Klubs sind bei der Liga-Sitzung in Atlanta über die Änderungen unterrichtet worden, die Spielervertretung hatte zuvor bei einer Sitzung des Board of Player Representatives darüber abgestimmt.
Wie stark die Neuregelung den Spielbetrieb verändert, wirst du vor allem an den Positionen sehen, an denen viel getackelt wird. Für Linebacker und Defensive Backs wiegt eine riskante Technik jetzt schwerer als früher. Neben der Geldstrafe steht jetzt auch, ob ein Spieler im nächsten Spiel überhaupt auflaufen darf. Offen bleibt bislang, wie hoch die Geldstrafen in den fünf Kategorien im Einzelnen ausfallen und ab welcher Zahl von Verstößen ein Klub zusätzlich zur Kasse gebeten wird. Beides haben Liga und Gewerkschaft in ihrer gemeinsamen Erklärung nicht beziffert.
