Leonard Williams und die Seattle Seahawks haben sich auf eine Vertragsverlängerung über drei Jahre und 90 Millionen Dollar geeinigt. Das berichten Ian Rapoport vom NFL Network und Jeremy Fowler von ESPN übereinstimmend unter Berufung auf Quellen. Adam Schefter von ESPN beziffert den garantierten Anteil auf 56 Millionen Dollar, und eine mit dem Vorgang vertraute Person nannte der Nachrichtenagentur AP am 27. August 2026 dieselben Zahlen. Bestätigt ist die Einigung damit nicht. Diese Person sprach ausdrücklich unter der Bedingung, nicht genannt zu werden, weil der Klub die Verlängerung bislang nicht selbst bekannt gegeben hat.

Was der Vertrag für Leonard Williams bedeutet

Rechnerisch bringt die Laufzeit dem Defensive Tackle im Schnitt 30 Millionen Dollar pro Jahr. ESPN führt ihn beim durchschnittlichen Jahresgehalt auf seiner Position damit gleichauf mit Vita Vea aus Tampa Bay auf Rang fünf der Liga. Nur vier Spieler kommen höher: Jalen Carter aus Philadelphia, Quinnen Williams aus Dallas, Jeffery Simmons aus Tennessee und Chris Jones aus Kansas City. Rund 62 Prozent der Summe sind abgesichert.

Der bisherige Vertrag lief über drei Jahre und 64,5 Millionen Dollar, unterschrieben im März 2024. Williams stand in dessen letzter Saison und wäre 2027 Free Agent geworden. Auf diese Lage angesprochen, hatte er im Juli bestätigt, dass seine Berater und der Klub bereits über eine Verlängerung sprachen. Zusammen mit dem verbleibenden Jahr bleibt er nun vier weitere Spielzeiten in Seattle.

Warum Seattle bei einem 32-Jährigen so weit geht

Williams gehört zur Defense, die vergangene Saison die wenigsten Punkte der gesamten Liga zuließ und den Seahawks im Super Bowl LX gegen die New England Patriots den zweiten Titel der Franchise sicherte. Er wurde dafür ins Second-Team All-Pro gewählt. Im Pro Bowl stand er zum dritten Mal in seiner Karriere: das erste Mal 2016, dazu je einmal in seinen beiden vollen Saisons für Seattle, wo er seit dem Trade von den Giants im Oktober 2023 spielt.

Wie hoch die Liga ihn einschätzt, zeigt eine Umfrage, die Fowler in dieser Offseason unter Funktionären, Scouts und Trainern durchgeführt hat. Sie wählten Williams zum besten Defensive Tackle der NFL. Ein Coordinator bezeichnete ihn darin als den wichtigsten Spieler dieses Super-Bowl-Teams. Williams nannte diese Wahl großartig und sagte, er finde es klasse, eine solche Anerkennung gerade in einer späten Phase seiner Karriere zu bekommen.

Seattle bindet sich damit an einen Spieler, der bis zum Ende der Laufzeit Mitte dreißig sein wird. Dass er sich in der Stadt wohlfühlt, hat Williams selbst deutlich gemacht. Anfang August sagte er auf der Klubseite der Seahawks, bei den Jets und den Giants habe er Jahr für Jahr mehr verloren als gewonnen, bei ständig wechselnden Trainerstäben und dazu Verletzungen. Damals, in seinem achten Profijahr, habe er sich gefragt, ob das schon alles gewesen sei, und trotzdem weitergemacht.

Offen bleibt vorerst, wie sich die 90 Millionen Dollar auf die einzelnen Jahre verteilen und wie die Garantien strukturiert sind. Beides nennt bisher keine der berichtenden Redaktionen. Ebenso steht die offizielle Mitteilung der Seahawks noch aus, und erst mit ihr wird aus dem Bericht eine bestätigte Transaktion.