Die Minnesota Vikings haben Kyler Murray zu ihrem Starting Quarterback bestimmt, das geht aus Berichten unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld des Teams hervor. Eine offizielle Bestätigung der Vikings steht bislang aus. Für J.J. McCarthy, den zehnten Pick im Draft 2024, bedeutet die Entscheidung den Platz auf der Bank.
Damit endet ein Quarterback-Duell, dessen Ausgang sich seit Monaten abgezeichnet hatte. Murray war der Favorit auf den Job, seit er am 12. März einen Einjahresvertrag über 1,3 Millionen Dollar unterschrieben hatte. Möglich wurde der Wechsel durch seine Entlassung bei den Arizona Cardinals, die ihm weiterhin 35,5 Millionen Dollar zahlen.
Was die Entscheidung für den Saisonstart bedeutet
Murray bekommt jetzt rund einen Monat, in dem er ausschließlich mit der ersten Offense arbeitet. Im Frühjahr und in den ersten beiden Wochen des Training Camps hatte er sich die Snaps noch mit McCarthy geteilt. Die Regular Season beginnt für Minnesota am 13. September gegen die Green Bay Packers.
Sportlich lief es zuletzt allerdings nicht rund. Bei einer Einheit in voller Ausrüstung am Sonntagabend im Stadion warf Kyler Murray zwei Interceptions, ohne dass McCarthy daraus einen Vorteil ziehen konnte.
Warum die Vikings auf Kyler Murray setzen
Murray wechselt nach sieben Jahren bei den Cardinals, die ihn 2019 an erster Stelle gedraftet hatten. In seiner ersten Saison wurde er Rookie of the Year, dazu kamen zwei Nominierungen für den Pro Bowl der NFC. Verletzungen kosteten ihn allerdings große Teile von zwei seiner vergangenen drei Spielzeiten. Nach der Verpflichtung von Head Coach Mike LaFleur entschied sich Arizona für einen kompletten Schnitt.
Minnesota meldete umgehend Interesse an. Die Vikings hatten General Manager Kwesi Adofo-Mensah unter anderem deshalb entlassen, weil die Position des Quarterbacks über Jahre ungeklärt geblieben war. Wie unruhig es dort zuging, zeigt der Blick auf die jüngsten Spielzeiten. Mit Murray stellt Minnesota im vierten Jahr in Folge einen neuen Starting Quarterback:
| Saison | Starting Quarterback |
|---|---|
| 2026 | Kyler Murray |
| 2025 | J.J. McCarthy |
| 2024 | Sam Darnold |
| 2023 | Kirk Cousins |
Nach McCarthys erster Saison als Starter, in der er mit Verletzungen, seiner Genauigkeit und seinen Entscheidungen zu kämpfen hatte, holte Head Coach Kevin O'Connell bewusst Konkurrenz ins Team. Im Camp zeigte Murray dann, dass er das auf tiefe Pässe ausgelegte Passspiel der Vikings verstanden hat. Auffällig war zudem, dass er häufiger Snaps von Under Center nahm, als er das in Arizona getan hatte, statt aus Shotgun oder Pistol zu spielen.
Was für Murray und McCarthy auf dem Spiel steht
Das System in Minnesota hat schon zwei Quarterbacks eine Karrieresaison verschafft, Kirk Cousins 2022 und 2023 sowie Sam Darnold 2024. Cousins unterschrieb danach bei den Atlanta Falcons einen Vierjahresvertrag über 180 Millionen Dollar. Darnold ging 2025 für drei Jahre und 100,5 Millionen Dollar zu den Seattle Seahawks und gewann dort im vergangenen Jahr den Super Bowl.
Murray kann im kommenden Frühjahr in einer ähnlichen Lage sein. Sein Vertrag enthält eine Klausel, die es den Vikings verbietet, ihn 2027 mit dem Franchise Tag zu halten. Der Weg in die Free Agency steht ihm damit offen, sollte er ihn gehen wollen.
McCarthy hat sich im Sommer verbessert, den Rückstand auf Murray aber nicht aufgeholt. Mit 23 Jahren ist er jünger als die meisten Quarterbacks der Draft-Klasse 2026. Seine komplette Rookie-Saison verlor er durch einen Meniskusriss im rechten Knie, und seine erste Saison als Starter fiel schwach genug aus, dass O'Connell überhaupt nach Konkurrenz suchte. Solange Murray fit bleibt, ist ein Weg zurück auf den Startplatz für ihn nicht erkennbar.
Im Frühjahr verglich McCarthy den Quarterback-Raum mit einem Klassenzimmer, in dem er auf der einen und Murray auf der anderen Seite sitze. Auf die Frage, ob er nach Murrays Ankunft über einen Trade nachgedacht habe, sagte er, er wolle in Minnesota bleiben. Im Roster stehen außerdem Carson Wentz und Max Brosmer.
Quelle: ESPN / Kevin Seifert



