Lamar Jackson hat erklärt, warum er in der vergangenen Saison so selten selbst gelaufen ist wie nie zuvor in seiner Karriere. Nach dem gemeinsamen Training der Baltimore Ravens mit den Washington Commanders am 26. August sagte der Quarterback, viele Leute wüssten, dass er im vergangenen Jahr verletzt gewesen sei. Deshalb habe er nicht das tun können, was er wollte.
Am Ende standen 67 Läufe, der niedrigste Wert seiner achtjährigen Karriere. In den sieben Saisons davor waren es im Schnitt 144 pro Jahr. Pro Spiel gerechnet lief Jackson zuletzt 5,2 Mal, von 2018 bis 2024 war er nie unter acht Läufen pro Spiel geblieben.
Jackson hält mit 6.522 Rushing Yards den NFL-Rekord für einen Quarterback und hat Michael Vick als Rekordhalter abgelöst. Gerade dieses Laufspiel hat er zuletzt kaum eingesetzt.
Die Verletzungen, die Lamar Jacksons Saison prägten
Begonnen hat es in Week 4 in Kansas City mit einer Verletzung am rechten Hamstring. Die folgenden drei Spiele verpasste Jackson. Über November und Dezember verpasste er dann in vier aufeinanderfolgenden Wochen jeweils ein Training, wegen Verletzungen an Knie, Knöchel und Zeh. In Week 17 in Green Bay stand er wegen einer Rückenprellung gar nicht auf dem Feld. Vollständig, also von Beginn an bis zum Schluss, bestritt er 11 der 17 Spiele.
Jackson selbst beschreibt seine Zurückhaltung als Entscheidung für die Mannschaft. Seinem Team hätte es nicht geholfen, wenn er verletzt gelaufen wäre und dabei Yards verloren hätte, sagte er. Er stehe aber für alles, was zum Sieg nötig sei, und das sei immer so gewesen.
Was das für das Laufspiel der Ravens bedeutet
Ob Jackson in der kommenden Saison wieder häufiger selbst läuft, hat er offengelassen. Auf die Frage, ob er zu seinen früheren Werten zurückkehre, antwortete er, es zähle, was auch immer nötig sei, um zu gewinnen.
Eine Zielgröße nennen auch die Ravens nicht. Offensive Coordinator Declan Doyle hat schon zu Beginn des Training Camps gesagt, wie oft Jackson laufe, hänge vom Gegner und vom Bedarf der jeweiligen Woche ab. Es helfe, einen Spieler zu haben, der eine Defense knacken könne, zugleich wolle man den wertvollsten Spieler nicht unnötig in Gefahr bringen. Mal brauche man dafür genau ihn, mal habe man bessere Spielzüge zur Auswahl. Doyle kennt beide Seiten aus Offenses mit Taysom Hill in New Orleans und Bo Nix in Denver, in denen designte Quarterback-Läufe zum Repertoire gehörten.
Im gemeinsamen Training gegen Washington ist Jackson einige Male gescrambelt, wie in fast jedem Training dieses Sommers. Designte Quarterback-Läufe gab es dabei keine. Über sein Tempo sagte Safety Kyle Hamilton zu Beginn des Camps, er habe das Gefühl, Jackson sei schneller geworden.
