Zwei Wochen vor dem Saisonstart hat Christian Gonzalez den langfristigen Vertrag immer noch nicht, um den er die gesamte Offseason über verhandelt. Der Cornerback der New England Patriots trainiert seit Montag wieder mit und sprach am Dienstag nach der Einheit offen darüber, dass ihn das Ausbleiben einer Einigung stört. Eine Frist, bis zu der ein Abschluss stehen müsste, hat das Team nach eigener Aussage nicht gesetzt.

Was Christian Gonzalez sagt

"Es ist frustrierend. Aber ich denke an die Saison und an das, was hier gerade ansteht", sagte er nach dem Training. Diesen Punkt wiederholte er mehrfach und wies zweimal darauf hin, wie lange sich die Verhandlungen schon hinziehen. Ob er noch optimistisch sei, dass ein Abschluss kommt, beantwortete er ausweichend. Es gehe jetzt um Week 1, und ansonsten sei es eben, wie es sei.

Auch eine zweite Frage ließ er offen. Seit dem 10. August hatte Gonzalez ausgesetzt, nachdem er in der End Zone hart gestürzt war. Head Coach Mike Vrabel sprach von einer kleinen Verletzung, die Joint Practices gegen die Indianapolis Colts und die Philadelphia Eagles verpasste der Cornerback komplett. Ob hinter der Pause allein diese Verletzung stand oder auch die laufenden Gespräche, wollte er nicht sagen: "Dazu äußere ich mich nicht. Ich bin jetzt wieder da."

Eliot Wolf setzt keine Frist

Eliot Wolf, bei den Patriots als Executive Vice President of Player Personnel für den Kader zuständig, bezeichnete Gonzalez am selben Tag als Priorität. "Wir wollen ihn hier haben, er ist ein herausragender Spieler", sagte Wolf. Man arbeite weiter mit seinen Beratern an einer Lösung, die für alle Beteiligten passe. Zuletzt hätten die Gespräche etwas an Fahrt gewonnen, eine Deadline habe der Klub aber nicht gesetzt und gehe Tag für Tag vor. Woran es konkret hakt, sagte Wolf nicht, beide Seiten wüssten aber, was die jeweils andere wolle.

Teameigner Robert Kraft hatte Ende Juli erklärt, New England habe ein Angebot vorgelegt, das Gonzalez zum bestbezahlten Cornerback in der Geschichte der Liga machen würde. Das sei weiterhin die Absicht des Klubs, bestätigte Wolf.

Was Witherspoons Vertrag als Maßstab bedeutet

Christian Gonzalez spielt bis auf Weiteres zu den Konditionen seines Rookie-Vertrags von 2023. In dieser Saison stehen für ihn 2,25 Millionen Dollar Grundgehalt in den Büchern, 2027 sind es 18,1 Millionen, danach ist er frei. Als Erstrundenpick des Draft 2023, gezogen an Position 17, darf er in diesem Sommer erstmals verlängern.

Welche Summen dabei im Raum stehen, hat der Markt vor gut einer Woche gezeigt. Devon Witherspoon einigte sich am 15. August mit den Seattle Seahawks auf vier Jahre und 132 Millionen Dollar, davon 101 Millionen garantiert, und ist damit der bestbezahlte Cornerback der Liga. Ausgehandelt hat diesen Vertrag Reggie Johnson, der auch Gonzalez berät. Zeitdruck durch eine auslaufende Bindung gibt es für die Patriots trotzdem nicht, denn ihr Cornerback ist noch zwei Saisons an den Klub gebunden.

Das letzte Preseason-Spiel bestreiten die Patriots am Donnerstagabend in Cleveland, ob die vorgesehenen Starter dort auflaufen, ist offen. Die ersten beiden Partien der Preseason hatten sie ausgesetzt. Danach steht am 9. September das Auftaktspiel in Seattle an, eine Neuauflage des Super Bowl LX, den die Seahawks im Februar gewonnen haben. Einen Einsatz dort ohne neuen Vertrag wollte Gonzalez weder zusagen noch ausschließen. Er denke an das Training an diesem Tag, alles Weitere werde man sehen.